dem er über Vergangenes und Künftiges sprechen konnte , einen Mann , der die Verhältnisse in den Minenlagern kannte , aber auch aus früheren Jahren her im Militärischen bewandert war . Es ließ sich herrlich mit ihm plaudern , bis der Dampfer die Suisunbai und die Pablobai durchquert hatte und in San Franzisko landete . Dort trennten sich ihre Wege , da der Goldgräber mit dem nächsten Dampfer nach Deutschland ging , während sich Roberts Angelegenheiten nicht ganz so schnell regeln ließen . Er war , wie wir wissen , sehr sparsam , und wollte daher keineswegs als Passagier nach Europa reisen , sondern vielmehr auf der Überfahrt noch ein gutes Stück Geld verdienen , um sich in Hamburg einen neuen Seemannsanzug zu kaufen und bei seinen Eltern nicht so abgerissen anzukommen . Er besaß außerdem kein Stück Wäsche , sondern außer seinem Lederanzug nur noch den Brustbeutel des Spaniers mit der Nähnadel aus einer Fischgräte , - also mußte er noch vieles zusammenkaufen . Zunächst erstand er eine Seekiste mit festem Schloß und verwahrte darin den Comanchengürtel , dann versorgte er sich mit dem nötigsten wollenen Unterzeug und neuen , derben Seestiefeln , zog den Betrag für einen vollständigen Anzug und weiße Wäsche noch außerdem ab , und rechnete dann heraus , was ihm in Hamburg bleiben würde . Mit der Heuer , die er zu verdienen hoffte , etwa zweihundert Taler , also nach Abzug des Betrages , den er seinem Vater schuldete , noch hundert Taler , - das genügte ihm , um auf seinem Besuch in Pinneberg unabhängig zu sein . Er wechselte das Geld in Banknoten um und legte es zu dem Gürtel in die Kiste , dann aber machte er sich auf , um ein Schiff zu suchen , und schon am folgenden Tage war er unterwegs nach Hamburg . Heimkehr In Europa waren inzwischen die ersten siegreichen Schlachten gegen Frankreich geschlagen worden . Robert ersah aus den Zeitungen , die in England an Bord kamen , daß die deutsche Armee überall vorrückte , und freute sich darauf , bald selbst Soldat sein und seine Pflicht für das Vaterland tun zu dürfen . An Bord eines Kriegsschiffes dem Feind gegenüber zu stehen und sich mit ihm auf hoher See im Gefecht zu messen , - welch ein Erlebnis mußte das sein ! Niemand von der Mannschaft kannte die Pläne , mit denen er sich trug , niemand beachtete den stillen , schweigsamen jungen Matrosen , der seinen Dienst an Bord ordnungsgemäß erfüllte und in den wenigen Freistunden träumend auf das Wasser hinaus blickte , immer nachdenklicher und ernster , je mehr sich das Schiff der Heimat näherte . Jetzt war Helgoland in Sicht , dann Brunshausen und endlich Cuxhaven . Der Lotse kam an Bord , neue Siegesnachrichten verbreiteten sich unter den Passagieren und Matrosen , das Schiff lief in die Elbmündung ein , - es war Holsteins Küste , die sich dort in letzter Abenddämmerung von fernher abhob . Tief bewegt suchte Robert mit den Augen das geliebte Land . Holstein ! - Er sah wie im Traum die grünen Ufer , hinter denen , nur wenige Meilen entfernt , sein Elternhaus lag . Wie würde , er es finden , das niedere , alte Dach , - und wie die Menschen darin ? Ein Schauer überlief ihn . Wenn der Vater unbeugsam blieb ? Wenn er ihm die Tür wies und alle Leute es erfuhren , daß Robert Kroll im Elternhause ein Ausgestoßener war ? Er verscheuchte gewaltsam die trüben Gedanken und ging wieder an die Arbeit , während das Schiff die Elbe hinauffuhr und endlich am späten Abend in Hamburg vor Anker ging . Für die Nacht war an eine Auszahlung der Heuer nicht zu denken , und auch am folgenden Vormittag verzögerte sie sich , da mit einem Teil der Mannschaft unterwegs Zwistigkeiten entstanden waren . Erst abends um sieben Uhr konnte Robert , nachdem sich sein silberner Schatz um vierzehn Taler vergrößert hatte , an Land gehen . Mit welchen Gefühlen er aus der Jolle sprang und die Treppenstufen hinaufstieg , kann man kaum schildern . Sein Herz klopfte bis zum Hals . Einige Minuten lang stand er im Menschenstrom am Hafen regungslos still , um erst wieder etwas ruhiger zu werden , dann aber nahm er sich zusammen und ging mit der Kiste auf der Schulter in das nächste beste Logierhaus , um dort sein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen , während er selbst einen Anzug und Wäsche kaufte und vor allem ein Bad nahm , um erst einmal wieder richtig sauber zu werden . Als er zurückkam , braungebrannt und frisch , mit einem kühnen Bärtchen auf der Oberlippe , ganz in frische Wäsche und den neuen Anzug gekleidet , erregte er mit seiner schlanken , hochgewachsenen Gestalt und seinem sicheren Auftreten überall Aufsehen und unverkennbares Wohlgefallen . Für heute war es zu spät , noch nach Pinneberg zu fahren , er mußte daher seine Ungeduld zügeln und versuchen , den Rest des Abends so gut wie möglich zu verbringen . Im Gastzimmer seines Logierhauses saßen die Menschen Kopf an Kopf . Unter ihnen befanden sich einige fremd aussehende Männer , die Robert auf den ersten Blick als französische Kriegsgefangene erkannte . Es waren Offiziersburschen , deren Herren in Privathäusern aufgenommen worden waren , und die man in nahegelegenen Wirtschaftslokalen untergebracht hatte , um sie ständig überwachen zu können . Auch einer der Offiziere war darunter , er saß für sich an einem Tisch , anscheinend ohne auf die lebhafte Unterhaltung der Gäste zu achten . Manchmal schrieb er in ein Buch einige kurze Bemerkungen , und dann durchlief sein Blick wie zufällig den Kreis der Umsitzenden , zu denen auch die Gruppe der Burschen gehörte . Einer von ihnen mußte sich sehr langweilen . Er malte bald mit dem Zeigefinger auf der Tischplatte , bald sprach er zu einem fast schwarzen Zuaven hinüber oder zu dem Kellner , der ihn durchaus nicht verstehen konnte