der Römerinnen . » Die Königin bricht auf . « - » Sie wird hier heraufkommen . « - » Der König bleibt noch . « - » Nur die Frauen folgen ihr . « - » Sie geben ihr das Geleit bis hierher , « sprach Aspa . » Gleich kann sie hier sein : bereitet euch , sie zu empfangen . « Bald nahte der Zug , von Fackelträgern und Flötenbläsern eröffnet . Darauf eine Auswahl der gotischen Edelfrauen : neben Mataswintha , der Braut oder jungen Frau , schritt Theudigotho , die Gattin Herzogs Guntharis , und Hildiko , die Tochter Grippas . Die vornehmen Frauen von Ravenna schlossen den Zug . An der Schwelle der Brautkammer verabschiedete Mataswintha ihr Gefolge , an die jungen Mädchen ihren Schleier , an die Frauen ihren Gürtel verschenkend . Die meisten zogen sich wieder zu dem Fest in den Garten , andre nach Hause zurück . Sechs Gotinnen aber , drei Frauen und drei Jungfrauen , ließen sich als Ehrenwache vor der Türe des Brautgemaches nieder , wo Teppiche für sie bereitet lagen . Dort hatten sie mit einer gleichen Zahl gotischer Männer , die den Bräutigam geleiteten , die Nacht zu verbringen : so wollt ' es die gotische Sitte . Mataswintha überschritt die Schwelle mit einem Ausruf des Staunens . » Aspa , « rief sie , » das hast du schön gemacht - zauberisch ! « - Die Afrikanerin kreuzte selig die Arme über die Brust und beugte den Nacken . Sie an sich ziehend , flüsterte die Braut : » Du kanntest mein Herz und seine Träume ! Aber , « fuhr sie aufatmend fort , » wie schwül ! Deine glühenden Blumen berauschen . « » In Glut und Rausch nahen die Götter ! « sprach Aspa . » Wie schön jene Violen : und dort die Purpurlilie ; mir ist , die Göttin Flora flog durchs Zimmer und dachte einen Liebestraum und verlor darüber ihre schönsten Blumen . Es ist ein ahnungsvolles Wunder , das ich hier erlebe . Es durchrieselt mich heiß . - Es ist schwül . - Nehmt mir den schweren Prunk ab . « Und sie nahm die goldne Krone aus dem Haar . Aspa strich ihr die vollen , dunkelroten Flechten hinter das feine Ohr und zog die goldne Nadel heraus , die sie am Hinterkopf zusammenhielt : frei wallte das Haar in den Nacken . Die andern Sklavinnen lösten die Spange , die in Gestalt einer geringelten Schlange den schweren Purpurmantel mit seinen reichen Goldstreifen auf der linken Schulter zusammenhielt . Der Mantel fiel und zeigte die edle , hochschlanke Gestalt der Jungfrau in dem ärmellosen wallenden Unterkleid von weißer persischer Seide . Ihre schimmernden Arme umzirkten zwei breite , goldne Armreife : - Erbstücke aus dem alten Schatz der Amalungen : grüne Schlangen von Smaragden waren darin eingelegt . Mit Entzücken schaute Aspa auf die Gebieterin , wie diese vor den in den Marmor eingelassenen Metallspiegel trat , das lose Haar mit goldnem Kamm zu schlichten . » Wie schön du bist ! wie zauberschön ! - wie Astaroth , die Liebesgöttin - nie warst du so schön , wie in dieser Stunde . « Mataswintha warf einen raschen Blick in den Spiegel . Sie sah , noch mehr , sie fühlte , daß Aspa recht hatte : und sie errötete . » Geht , « sagte sie , » laßt mich allein mit meinem Glück . « - Die Sklavinnen gehorchten . Mataswintha eilte ans Fenster , das sie rasch öffnete , wie um ihren Gedanken zu entfliehen . Ihr erster Blick fiel auf Witichis , der unten vom Schein der Hängelampen im Garten voll beleuchtet war . » Er ! Wieder er . Wohin entflieh ' ich vor ihm , dem süßen Tod ? « Sie wandte sich rasch : da an der Wand , gerade dem Fenster gegenüber , glänzte im Ampellicht eine weiße Marmorbüste . Sie kannte sie wohl : Aspa hatte den Areskopf nicht vergessen , den treuen Begleiter lang harrender Sehnsucht . Heute aber schlang sich ein Kranz von weißen und roten Rosen um sein Haar . » Und wieder du ! « flüsterte die Braut , süß erschrocken , und legte die weiße Hand vor die Augen . » Und schließ ' ich die Augen und wend ' ich sie nach innen , so seh ' ich wieder sein Bild , sein Bild allein im tiefsten Herzen . Ich werde noch untergehn in diesem Bilde ! Ach , und ich will ' s ! « rief sie , die Hand fallen lassend und dicht vor die Büste tretend : » ich will ' s ! Wie oft , mein Ares , wann der Abend kam , hab ' ich zu dir aufgeblickt , wie zu meinem Stern , bis Frieden und Ruhe aus deinen klaren , großen Zügen drang in die schwanke Seele . Wie wunderbar hat dieses Ahnen , dieses Sehnen , dieses Hoffen sich erfüllt ! Wie er einst dem weinenden Kinde die Tränen getrocknet und die Ratlose nach Hause geführt , so wird er auch jetzt all mein Klagen stillen und mir die wahre Heimat bauen in seinem Herzen . Und durch all ' diese öden Jahre , durch all ' die letzten Monate voll Gefahr und Angst trug ich in mir das sichere Gefühl : Es wird ! Dir wird geschehen , wie du glaubst ! Dein Retter kommt und birgt dich sicher an der starken Brust . Und , o Gnade , unaussprechliche reiche Gnade des Himmels : - es ward . Ich bin sein ! Dank , glühenden , seligen Dank , wer immer du bist , beglückende Macht , die über den Sternen die Bahn der Menschen lenkt mit weiser , mit liebender , mit wunderbar segnender Hand . O ich will ' s verdienen , dieses Glück . Er soll im Himmel wandeln . Sie sagen , ich bin schön : ich