, so bist du in Österreich « , antwortete der Mann . » Ich bin bei meiner Mutter und der Frau Markgräfin auf dem Kahlenberge « , entgegnete Witiko . » Ich weiß es « , sagte der Mann , » und mußte dich im Zuge mit den Augen herausstechen , wie man eine Lerche an den Pfeil heftet . « Nach diesen Worten trieb er sein Pferd vorwärts , bis er neben Witiko war . » Und wie bist du denn nach Österreich gekommen ? « fragte Witiko . » So wie du in die Welt gegangen bist « , antwortete der Ritter vom Kürenberge . » Als der alte Regimar tot war , und als du fort warest , ritt ich von Passau hinweg . Ich bin in vielen Gebieten und Burgen gewesen , und dann bin ich an den Hof der Markgrafen von Österreich gezogen . Als der Krieg kam , der zwischen dem Markgrafen von Österreich und dem Herzoge von Baiern war , zogen wir nicht in den Krieg , es zog mein Vater nicht , die Ritter von Rohre zogen nicht , der alte Heinrich von Oftering zog nicht , der unser Nachbar ist , die Herren von Wilheringen zogen nicht , der Ritter von Traun zog nicht , und viele nicht , die um uns waren . Wir halfen aber auch dem Markgrafen von Österreich nicht . Ich ritt zu meinem Vater auf den Kürenberg , und blieb auf dem Kürenberge . Als der Krieg geendiget war , und als der Ruf ging , daß wir nach Böhmen ziehen werden , um die mährischen Fürsten zu züchtigen , so kamen wir aus den Gauen der Traun und der Enns und der Donau zusammen , und zogen mit unseren Fähnlein den bayrischen Wald hinan , und vereinigten uns bei dem Orte Furth mit dem Könige Konrad . Und als die Sache aus war , und als ich von Prag wieder auf den Kürenberg gekommen war , ritt ich eine Weile zu Erlustigungen nach Linz und nach Wels und nach Eferdingen und nach Enns und nach Kremsmünster und nach Rohre , und dann ritt ich nach Wien an den Hof Heinrichs , des Markgrafen von Österreich ; denn die Babenberge sind doch anders als die Welfe , und das Herzogtum Baiern ist jetzt ledig , und weil der Markgraf Heinrich der Stiefbruder des Königs Konrad ist , so wird er von dem Könige Konrad mit Baiern belehnt werden , und wenn er auch damit nicht belehnt wird , so kann das bayrische Land zwischen der Enns und dem Inn losgetrennt und zu Österreich gefügt werden , und der Markgraf Heinrich wird dann der erste Herzog von Österreich sein , und wir werden Mannen des Herzoges von Österreich sein . « » Ich habe Zdik , den Bischof von Olmütz , der auf der Flucht ist , von Böhmen nach Passau geleitet « , sagte Witiko , » und bin dann auf einem Schiffe die Donau herab nach Wien gefahren , und da ich gegen Linz kam , habe ich auf den Wald des Kürenberges geschaut , und habe deiner gedacht . « » Hast du meiner gedacht ? « rief der Ritter vom Kürenberge , » nun so habe meinen Dank dafür . Auf der Burg des Kürenberges sitzt nun mein Vater allein . Er reitet nicht mehr an den Hof . Es ist kein Hof in Baiern , und zu dem Hoflager des Königs reitet er nicht , und an den Hof des Markgrafen auch nicht . Er waltet mit den Knechten , streicht die Fiedel , läßt noch seine Stimme erschallen , gibt Rat , tröstet meine Mutter , wenn sie ein Leid hat , und sendet mir Botschaften . Unten an dem Kürenberge , wo die kleinen Föhren gegen die Stadt Wels hingehen , sitzt auf dem ebenen Boden der alte Heinrich von Oftering , der noch manchen Streitsang hegt . Er ist der Vater des jungen Heinrich von Oftering , der mit uns ein Knabe bei dem alten Regimar gewesen ist , du weißt noch die roten Wänglein und die blonden Haare . « » Ich weiß es « , sagte Witiko . » Und wie ist es denn bei euch in Prag ? « fragte der vom Kürenberge . » Der Hof des Herzogs Wladislaw ist bisher mit Sorgen und mit Krieg erfüllt gewesen « , sagte Witiko . » Der Krieg ist auch herrlich « , sprach der Ritter vom Kürenberge , » er ist nach dem Sange das Herrlichste , und gibt den Ruhm . « » Uns hat er Zerstörung und Jammer gegeben « , sagte Witiko . » Und der Ritter Gertrud und ihr Knappe Dimut sind jetzt in dem Munde aller Sänger an dem Hofe ihres Bruders Heinrich « , entgegnete der Ritter vom Kürenberge . » Das geschieht mit Recht « , antwortete Witiko , » wer ein Großes tut , dessen Name soll in Ewigkeit genannt werden . « » In Ewigkeit « , rief der Ritter , » und sein Sänger dazu . « » Es sind auch alte Helden in dem Kampfe gewesen « , sagte Witiko . » Wir wissen es , und ehren sie « , antwortete der Ritter . » Bist du nach dem Kriege in die Heimat gegangen ? « » Ich bin in die Heimat gegangen « , antwortete Witiko . » Ich habe erst von dir reden gehört , als wir auf dem Rückwege nach Deutschland waren « , sagte der Ritter . » Da ist nicht viel zu reden « , antwortete Witiko . » Sie haben hingeredet und haben widergeredet « , sagte der Ritter , » du solltest jetzt bei uns bleiben . « » Ich diene meiner Heimat « , entgegnete Witiko . » So diene ihr , wie wir im Deutschen dienen « , antwortete der Ritter , » aber du sollst recht lange in Wien bleiben . « » So