wir den Frieden . Stecke sie in die Scheide ! Nimmt man diesen Frieden aber nicht an , so fährt sie wieder heraus . Dann aber gibt es kein spielendes Rennen wie heut , nur um dem Volke den Satan figürlich zu zeigen , sondern wir machen das Spiel zum tödlichen Ernst ! Wen unser Rennen nicht warnt , weil er den Geist nicht besitzt , zu begreifen , was es bedeutet , der treibe die Feindschaft weiter , sich selbst zur schließlichen Schande ! « Man räumte den Teufel aus dem Wege und schaffte auch Ahriman fort . Als ich nach den Sitzen der Khanum Gul und des Scheik ul Islam hinüberschaute , waren Beide verschwunden . Die gewonnenen Pferde wurden in Sicherheit gebracht , doch verständigte der Ustad den Scheik der Dinarun und den Takikurden Ibn el Idrak davon , daß sie heut Abend die ihrigen und ebenso auch ihre Kamele heimlich zurückbekommen würden . Die Gegner wurden von jetzt an unsichtbar , einer nach dem andern . Es versteht sich von selbst , daß wir uns unsers Sieges freuten , am meisten aber wohl mein kleiner Hadschi Halef . Er strahlte geradezu vor Glück . Sein Kara ein mehrfacher Sieger ! Und gar auch Hanneh , die » lieblichste Blume der Frauen « , ein großes Rennen gewonnen ! Das ging ihm über Alles , was er bisher erlebt hatte , sogar auch über das Ehrengewand vom Beherrscher des persischen Reiches ! Großen Jubel gab es , als die Kärna ertönte und dann der Ausrufer verkündete , daß jetzt das gestern verregnete , lustige Rennen beginnen werde . Während dieses vorbereitet wurde , trat die Dschemma mit den Preisrichtern zu einer schnellen Beratung zusammen , um noch mehrere bedeutende , aber friedliche Rennen zu veranstalten , zu denen sich nur Freunde melden durften . Kara bat mich hierzu um den Assil und bekam ihn natürlich sehr gern . Ich aber ritt den Syrr nach Hause , nicht ohne befriedigt über die Worte zu sein , welche Dschafar mir mitgab . Er hatte nicht gewußt , daß Syrr mir gern gehorchte , und war daher auf das Heftigste erschrocken , als ich den Glanzrappen gegen den Teufel stellte . Umso größer aber war nun sein Entzücken über den Sieg , und er nahm sich vor , dem Beherrscher sehr ausführlich Bericht zu erstatten . Es war rührend , wie wohl sich Syrr fühlte und wie deutlich er seine Freude äußerte , als er aus der Menschenmenge herauskam . Auch ich bin am liebsten allein , und so beschloß ich , bei ihm zu bleiben und mir die nun noch folgenden Ereignisse des Tages von oben anzuschauen . Auf der Pferdeweide angekommen , sattelte ich ab , gab ihm Wasser und Gerste , holte ein Gericht Aepfel für ihn und setzte mich neben ihn dahin , wo ich eine gute Aussicht über das Tal hatte . Später gesellte sich Schakara zu mir . Um es kurz zu machen , sei gesagt , daß der Ustad mit der Sahm einen Preis gewann und Kara mit Assil und Ghalib auch je einen . Das war mehr als genug . In und bei den zwei herrschaftlichen Zelten drüben in den Ruinen war es während des ganzen Nachmittages sehr still . Der Scheik ul Islam ließ sich nicht sehen und die Khanum Gul auch nicht . Hier und da ritt ein Bote zwischen ihnen und Ahriman Mirza hin und her . Das Gefolge schien nach auswärts gegangen zu sein , jedenfalls um bei der Vorbereitung zu der morgenden Umzingelung mit tätig zu sein . Gegen Abend kam der Ustad und fragte mich , ob ich ihn zu einer genauen Wiederholung unsers Sonntagsrittes begleiten wolle . Es gelte aber heut nicht , die Posten zu revidieren , sondern die erwähnte , berühmte Umzingelung wieder zu umzingeln . Ich war natürlich sofort und gern bereit . Syrr wurde von Neuem gesattelt , und dann ging es , der Ustad auf der Stute , abermals den Berg zum Alabasterzelte hinan . Als wir da oben ankamen , blieben wir betroffen , ja beinahe erschrocken halten . Die Wucht und Masse des gestrigen , langen Regens war hier von unheilvoller Wirkung gewesen . Sie hatte das ganze Erdreich von der zurückliegenden Bergeskuppe herabgeschwemmt und , mit schweren Steinen vermischt , in eine Art von Moräne verwandelt , welcher das abschüssige Terrain keinen Stillstand erlaubte . Man sah an der glatten Bahn dieses Rutsches ganz deutlich , welchen Weg er bereits zurückgelegt hatte . Es war zwar noch ziemlich weit von ihm bis zu dem schon wiederholt erwähnten , gefährlich lockern Steingeröll ; aber wenn er es erreichte , so mußte sein Druck sofort die Katastrophe herbeiführen , welche der Ustad am Sonntage nicht nur erwähnt , sondern sogar befürchtet hatte . Jetzt freilich war hier nichts zu unterehmen , denn der Abend nahte schon ; aber für morgen früh nahm sich der Ustad vor , dem Weiterschreiten der Moräne schnellsten Einhalt zu tun . Wir mußten von hier oben fort , um noch vor Nachts hinüber auf die Nordebene zu kommen . Das gelang uns auch . Genau an derselben Stelle , wo wir den Boten von Marah Durimehs Hilfstruppen gefunden hatten , erwarteten uns diese , angeführt von dem unternehmenden Scheik von Schohrd , der sich herzlich freute , mich wiederzusehen . Seine Truppen waren mehr als genügend , die Ultra-Taki von hinten zu packen . Er erhielt die nötigen Weisungen für alle möglichen Fälle und dazu das Versprechen , daß wir ihm den uns freundlich gesinnten Taki Ibn el Idrack schicken würden . Dann ritten wir weiter . Im Norden standen die dortigen Dschamikun nicht mehr zerstreut , sondern schon festgeschart . Sie hatten Fühlung mit dem Scheik von Schohrd und mit den Kalhuran im Osten . Als wir diese erreichten , fanden wir sie in zwei Treffen geteilt , um die von den Kundschaftern bereits erspähten Massaban und Schatten hindurchzulassen und sich dann hinter