zusammengelaufenes Gesindel gehalten , welches der Muhassil angeworben hat ? « » Ja . Das sind sie auch ! « » Nein . Sie sind Milizen , die seinem Vater , dem Multasim , vom Sipahsalar167 , geliefert worden sind . Ihre Uniformen haben sie abgelegt , weil sie einstweilen aus dem Dienste des Krieges in den der Finanzen traten . Ihre Anführer sind wirkliche Offiziere , welche dich beim Sipahsalar verklagen werden , und er wird dich bestrafen lassen . Du hast trotz der Unterschrift des Schah-in-Schah , welche sich nur auf eure Rechte und auf eure eigene Gerichtsbarkeit bezieht , nicht die Erlaubnis , dich an Soldaten zu vergreifen , welche von einem ganz Andern zu richten sind ! « » Ich richte sie nicht . Ich bestrafe sie nicht . Ich weiß genau , wie weit meine Rechte gehen . Ich habe diese Menschen eingesperrt , weil es in diesen meinen Rechten liegt . Dein Multasim mag mir die vom Sipahsalar unterzeichnete Beglaubigung bringen , daß sie wirklich Soldaten sind ! Wir werden mit diesem Zeugnisse zum Beherrscher gehen und ihn fragen , ob seine Offiziere und Soldaten etwa vorhanden seien , um gegen friedliche Bewohner seines eigenen Landes Krieg zu führen , oder ob diese Bewohner nur zu dem Zwecke Soldaten werden , um wie verachtete Massaban gegen ihre Mitunterthanen losgelassen zu werden . « » Das wage nicht ! « » Ich habe dir schon einmal gesagt : ich wage nicht ! Die Ausübung heiliger Rechte ist kein Wagnis ! « » Die Rechte Ghulams , des Multasim , sind ebenso heilig ! « » Seine Rechte ? Und auch nur vielleicht ! Aber wie er sie ausübt , das ist nichts weniger als heilig ! Das hat der Herrscher nicht gewollt , als er sie ihm verlieh ! Oder - - - sind sie ihm etwa gar nicht vom Schah-in-Schah verliehen ? Ich habe gehört , sein Kontrakt sei damals von zwei Ministern unterzeichnet worden . Befindet sich auch das allerhöchste Siegel dabei ? « » Das geht dich nichts an ! « » Es geht jeden an , der hier im Lande wohnt . Und uns geht es gar doppelt an , weil dieser Multasim es wagt , mit den Waffen in der Hand unser Gebiet zu betreten , um hier den Herrn zu spielen ! Ich bin der Scheik der Dschamikun . Mir ist ihr Glück und der Frieden ihres Landes anvertraut . Es ist meine Aufgabe , in diesem Frieden für die Wohlfahrt des Landes , welches ihnen gehört , zu sorgen . Wir wollen auch mit Andern in demselben Frieden leben . Wir haben es gethan . Wir sind es nicht , die ihn jemals brechen werden . Aber sollten sie das zu thun wagen , dann wehe ihnen ! « » Wehe ! « lachte der Mirza . » Willst du es nicht gleich dreimal ausrufen ? Ein solches Wehegeheul aus einem Munde , der sich der Friedfertigkeit und der Nächstenliebe rühmt , muß ja , wenn es zum Himmel eures Chodeh aufgestiegen ist , von den Lippen aller Seligen , die dort wohnen , lobpreisend widerhallen ! Liebe und Wehe ! Hier hast du dich ebenso entlarvt , wie vorhin euer frommer Ustad sich verriet ! « » Und du bist ganz derselbe Verdreher der Ursachen und der Folgen gegen mich wie gegen ihn ! Als du dich aufmachtest , um zu uns zu reiten , hattest du vergessen , die Ueberlegung zu Rate zu ziehen . Und weder unterwegs noch hier an deinem Ziele bemerktest du , daß du die Vorsicht daheim gelassen hast . Du behauptetest , so große Macht zu besitzen , daß wir uns vor dir zu fürchten hätten . Bist du denn so thöricht gewesen , zu glauben , daß sich diese Macht auch über uns erstreckt ? Hast du angenommen , daß es uns nicht einfallen werde , nach ihr zu forschen , um sie kennen zu lernen ? Du prahlst ebenso wie der Multasim mit der Gewalt , die euch gegeben worden sei . Wohlan ! Wir werden thun , was jeder Kluge thun würde . Wir schlagen nicht blind auf sie los , sondern ganz so , wie du zu uns gekommen bist , so werden wir dorthin gehen , woher sie zu stammen hat , wenn sie keine angemaßte ist . Und wenn - - - « » Also Spione ! « unterbrach ihn der Perser . » Nein ! Ein Spion sagt dem Feinde nicht mit dieser meiner Ehrlichkeit , was er zu thun beabsichtige . Und grad diese Ehrlichkeit hast du außer Berechnung gelassen . Was wird der Schah-in-Schah sagen , wenn er erfährt , daß du dich rühmst , mächtiger zu sein als er ! Was wird er thun , wenn er hört , daß es euer wohlerworbenes Recht sei , ihn als eine Puppe zu behandeln , der ihr von allem Reichtume und allen Erzeugnissen des Landes nur den billigen Weihrauch streut , um alles andere in den eigenen Säckel stecken zu können ! Was wird er beschließen , falls er vernimmt , daß ihr diejenigen seiner Unterthanen mit Vernichtung bedroht , welche nur allein ihm gehorchen wollen und sich also weigern , euch als Götzen zu betrachten , vor denen man anbetend niederzusinken hat ! - Diese Folgen deines Rittes hast du nicht bedacht . Du hast dir angemaßt , hierher zu kommen , um uns kennen zu lernen . Es hat uns nur einer zu kennen , der Schah-in-Schah , vor dem unsere Herzen offen liegen . Aber eure Herzen ? Ihr seid so unvorsichtig gewesen , sie vor uns zu öffnen , während ihr sie gegen ihn verschlossen hieltet . Nun wird sein Blick in ihre tiefsten Tiefen gehen , und was sich ihm dann offenbart , das kann nichts anderes als das Wehe sein , welches ich dir zugerufen habe . Dieses Wehe stammt also nicht von mir ; es wohnt