. » Denn diese ernsten , finstern Römer wissen ebensowenig wie die rauhen Goten , dem schönsten Weib der Erde das Brautbett zu bereiten : in Afrika , im Land der Wunder , lernt man das . « Und wohl war ihr ' s gelungen , wenn auch im Sinn der schwülen , phantastischen Üppigkeit ihrer Heimat . Sie hatte das enge und niedre Gemach wie zu einem kleinen Zauberkistchen umgeschaffen ! Wände und Decke waren von glänzend weißen Marmorplatten gefügt . Aber Aspa hatte den ganzen Raum mit drei- und vierfach aufeinandergelegten Gehängen von dunkelroter Seide verhüllt , die in schweren Falten von den Wänden niederfloß , sich über die Getäfeldecke wie ein Rundbogen wölbte und den Marmorboden so dicht verhüllte , daß jeder Tritt lautlos drüber hinglitt und alles Geräusch sich im Entstehen brach . Nur an der Fensterbrüstung sah man den schimmernd weißen Marmor sich prachtvoll von der Glut der Seide heben . Das Fenster von weißem Frauenglas war mit einem Vorhang von mattgelber Seide verhangen und alles Licht in dem kleinen Raum strömte aus von einer Ampel , die von der Mitte der Decke aus niederhing : eine Silbertaube mit goldnen Flügeln schwebte aus einem Füllhorn von Blumengewinden : in den Füßen trug sie eine flache Schale aus einem einzigen großen Karneol , der , ein Geschenk des Vandalenkönigs , in den aurasischen Bergen gefunden , als ein seltenes Wunder galt . Und in dieser Schale glühte ein rotes Flämmchen , genährt von stark duftendem Zederöl . Ein gebrochenes , träumerisches Dämmerlicht ergoß sich von hier aus über das phantastische Doppelpfühl , das , halb von Blumen verschüttet , darunter stand . Aspa hatte sich das bräutliche Lager als die aufgeschlagnen Schalen einer Muschel gedacht , die an der innern Seite zusammenhängen , zwei ovale muschelförmige Klinen von Citrusholz erhoben sich nur wenig von dem Teppich des Bodens . Über die weißen Kissen und Teppiche hin war eine Linnendecke von orangegoldnem Glanz gegossen . Aber der eigenste Schmuck des Gelasses war die Fülle von Blumen , welche die Hand der Numiderin mit poesiereichem , wenn auch phantastischem Geschmack über das ganze Gemach verstreut und über die Wände , Decken , Vorhänge , die Türe und das Lager verteilt hatte . Ein Bogen von starkduftigen Geißblattranken überwölbte laubenartig die einzige Türe , den schmalen Eingang . Zwei mächtige Rosenbäume standen zu Häupten des Lagers und streuten ihre roten und weißen Blüten auf die Teppiche . Die Ampel hing , wie erwähnt , aus einem kunstvoll gewundnen Füllhorn von Blumen herab . Und überall sonst , wo eine Falte , eine Biegung der Teppiche das Auge zu verweilen lud , hatte Aspa eine seltene Blume glücklich angeschmiegt . Der Lorbeer und der Oleander Italiens , die sizilische Myrte , das schöne Rhododendron der Alpen und die glühenden Iriazeen Afrikas mit ihren reichen Kelchen : alle lauschten je am gelegensten Ort und doch , wie es schien , vom Zufall hingeworfen . - Schon standen die Sterne am Himmel . Es dämmerte draußen : im Gemach hatte Aspa die Flamme in der veilchendunkeln Schale entzündet und war nur noch beschäftigt , hier und da eine Falte zu glätten , indes sie eine römische Sklavin anwies , in den Silberkrügen auf dem Bronzekredenztisch den Palmwein mit Schnee zu kühlen , eine andre , das Gemach mit Balsam zu durchsprengen . » Reichlicher die Narden , reichlicher die Myrrhen gesprengt ! So ! « rief Aspa , eine volle Libation über das Lager spritzend . » Laß ab , « mahnte die Römerin , » es ist zu viel ! Schon der Duft der Blumen betäubt : die Rose und das Geißblatt berauschen fast die Sinne : mir würde schwindeln hier . « » Ah , « lachte Aspa , » wie singt der Dichter : Nüchternen nimmer nahet , das Glück : nur in seligem Rausche . Laß uns jetzt das Fenster schließen . « - » Nur ein wenig noch laß mich lauschen , « bat eine dritte junge Sklavin , die dort lehnte . » Es ist zu schön ! Komm , Frithilo , « sprach sie zu einer gotischen Magd , die neben ihr stand , » du kennst ja all ' die stolzen Männer und Frauen : sage , wer ist der zur Linken der Königin mit dem goldnen Schuppenpanzer ? er trinkt dem König zu . « - » Herzog Guntharis von Tuscien , der Wölsung . Sein Bruder , Graf Arahad von Asta ... - wo mag der sein zu dieser Stunde ? « » Und der Alte neben dem König , mit dem grauen Bart ? « » Das ist der Graf Grippa , der die Goten in Ravenna befehligt . Er spricht die Fürstin an . Wie sie lacht und errötet ! Nie war sie so schön . « - » Ja , aber auch der Bräutigam - welch ' herrlicher Mann ! Der Kopf des Mars , der Nacken des Neptun . Aber er sieht nicht fröhlich - vorhin starrte er lange sprachlos in seinen Becher und furchte die Stirn : - die Königin sah es : - bis der alte Hildebrand , gegenüber , ihm zurief . Da sah er seufzend auf . Was hat der Mann zu seufzen ? neben diesem Götterweib . « » Nun , « sprach die Gotin , » er hat dann doch nicht ein ganz steinern Herz . Er denkt dann vielleicht an die , die sein rechtes Weib vor Gott und Menschen , die er verstoßen . « » Was ? wie ? was sagst du ? « riefen die drei Sklavinnen zugleich . Aber urplötzlich fuhr Aspa zwischen die Mädchen : » Willst du wohl schweigen mit dem dummen Gerede , Barbarin ! Mach ' , daß du fortkommst ! Ein solches Wort : - eine Silbe , daß es die Königin hört , und du sollst der Afrikanerin gedenken . « Frithilo wollte erwidern . » Still , « rief eine