Schweiß , daß wenn ich aufgestanden wäre , ich mich sicher erkältet hätte , die Nächte werden wahrhaftig schon kalt . « Anton konnte über den armen Teufel nicht lachen , er hätte sich gerne Luft gemacht , seine Unruh ließ ihn nicht zum Schlaf kommen , gern hätte er den Schimpf vergessen , aber er durfte nicht laut schimpfen ; er hoffte auf das zärtliche Gespenst , um seine Galle dagegen auszuspeien Aber auch das blieb aus und nachdem er die Stunden auf und nieder schreitend in seinem Zimmer gemessen hatte , wurde es hell , da wurde es ihm wehmütig in seinem Herzen , er ließ sich auf ein Knie nieder und betete zu dem Gestirn , das in alle Naturen Klarheit gösse , ihn von diesen grauenvollen Wunderlichkeiten , die ihn umdunkelten , zu erheben , in die Arme der einen ewig einigen Liebe zu legen , die einst im gemeinsten Leben ihn so sicher und fest , so erfüllt von einem , so erheitert von allem in ruhiger Tätigkeit geduldet hatte , » vorher aber « , rief es in ihm , » räche mich an dem Weibe , das mich in diesen Abgrund von Zweifeln durch Geiz und Zank gestürzt hat , laß sie erblinden , daß du der Welt nicht dein strahlendes Auge entziehen mußt . « Susanna trat jetzt zierlich gerüstet herein , sie sagte , daß alles auf sei , und eine Schar der edelsten Bürger habe beschlossen ihn zu begleiten . Anton sah sie nicht an , er mußte die Augen niederschlagen , ein Ekel vor der Nacht schlug ihn selbst nieder und als sie nach dem Zauberdegen fragte , da wußte er kaum , was er antworten solle . Er zwang sich zum Lachen und sprach : » Sieh , ich habe gut getauscht , was hältst du von dieser damaszierten Klinge , von dem herrlichen Gefäße ? « » Recht schön « , sagte Susanna , » dieser trägt seine Schönheit außerhalb , jener hatte sie in sich . « Anton schwieg , er fühlte , daß sie recht habe , er hätte heute den ganzen Tag schweigen mögen und still und einsam seinen Weg fortreiten , aber nun mußte er noch so viel Grüße , so viel Feierlichkeiten ausstehen , schon stand der Haufen reitender Bürger in einer Reihe vor dem Hause , die Trompeter schmetterten lustig in die Morgenluft , die Pauker wirbelten und ließen ihre Paukenhämmer durch die Luft spielen , die Fahne wehte und die Glocken läuteten . Jetzt gab ein Schießen mit kleinen Gewehren das Zeichen der Feierlichkeit , die Bürgerschaft rückte von allen Seiten an , der Ratsherr trat in sein Zimmer und bereitete ihn auf ein feierliches Lebehoch , das ihm von den Einwohnern , verbunden mit den fremden Badegästen gegeben werden sollte . Er trat mit ihm ans Fenster , der Ratsherr wollte das Fenster ausheben , konnte aber damit nicht fertig werden , Anton griff zu und hob es mit einem Drucke aus den Angeln , welche Freundlichkeit der ganzen Bürgerschaft ungemein wohlgefiel . Jetzt begannen die Zünfte mit ihren Ehrenzeichen den Zug vor dem Fenster ; da trugen die Zimmerleute ein gezimmertes kleines Haus mit bunten Bändern geziert , die Maurer alle Säulenordnungen in großen Modellen , die Bäcker ließen ihren weiß angezogenen Fahnenschwinger durch eine große Brezel springen , kurz jedes Gewerk trug sein eigenes Zeichen mit Pracht und Zierlichkeit , jedes machte ein eigenes Geschenk und jedermann nahm an dem geretteten Wohlstand der Stadt einen gemeinschaftlichen Anteil , einen Ausdruck mit allen , der allen ein neues Band gegenseitigen Vertrauens wird . Nachdem sich alle Zünfte im Kreise gestellt , rief der Ritter Blaubart , wegen des ausgezeichneten Mutes , den er am Tage der Bestürmung bewiesen , dem tapfersten und weisesten Führer , Ritter Grafen von Stock , sein dreifaches Lebehoch , alles rief dreimal mit , daß Pauken und Trompeten kaum zu hören waren . Alle waren entzückt , nur Anton sah mit innerer Scham seinen guten alten Degen in den Händen des Ritters , und seufzte in sich nach Gelegenheit ihn mit offener Gewalt wieder zu gewinnen . Seine Pferde wurden jetzt vorgeführt , sowohl die mit eignem Gold und Geschenken aller Art beladenen , als auch die Ritterpferde , da gab es ein Anstaunen der Pracht , er nahm einen herzlichen Abschied von seinem Hausherrn und hing ihm eine goldne Kette um , auch Gertraud zeigte sich ihm ganz unbefangen und fröhlich , als sähe sie ihn zum ersten Mal , aber es war ihr noch eine Beschämung zugedacht und die blieb nicht lange aus . Der arme Konrad hatte ihre Stimme in der Nacht recht wohl vernommen , er meinte einen seiner bäurischen Späße an ihr vollbringen zu können und hatte ihr im Vorbeigehen , wo er ihr den Rock zu küssen schien , einen Faden hindurch gezogen , den gab er so geschickt über seine Schulter mit den Zügeln in Antons Hand , daß dieser , indem er sein Pferd anspringen ließ , die Röcke des Fräuleins emporhob , die jetzt als ein Bild der Unzüchtigkeit allgemein verlacht wurde . Dabei tat er aber so eifrig , diesen Faden abzureißen , daß er das Übel noch vermehrte , ehe er es fortschaffen konnte . Ritter Blaubart , unentschlossen , ob er selbst zuspringen und den Vorhang herunter lassen sollte , oder ob dies die Verwirrung nur vermehren möchte , vielleicht auch etwas angezogen von dem Anblicke , bewegte er seinen Degen aus Verlegenheit in derselben Art , wie er mit den Trompetern verabredet hatte , wenn er ihnen das Zeichen des Tusches geben wollte , die Trompeter gehorchten im Augenblicke und der Tusch wurde hellaut geblasen und erstickte und vermehrte das Gelächter . Wütend schrie der Vater des Fräuleins , indem er seinen Mantel über die Tochter deckte , zu den Trompetern : ob jetzt der Tusch sein sollte . - Das ward zum Sprüchwort unter den lustigen Gesellen und jeder