seine hochinteressanten Worte . Also bitte , fragt den Sejjid , aber laßt ihn so antworten , daß er keine eigenen Gedanken beimischt ! « » Werde es tun , « versprach ich . » Liest Waller noch ? « » Ja . Gestern wurde er mit Am Jenseits fertig . Ihr könnt gar nicht ahnen , was Eure Beschreibung der Todesstunde für einen Eindruck auf ihn hervorgebracht hat ! Heut will er die hervorragenden Stellen des Buches zum zweiten Male lesen . Auch will er bitten lassen , Yins Paradies sehen zu dürfen . Fang hat nichts dagegen , daß ich ihn in die Gemäldehalle tragen lasse . Er hat seit gestern einen förmlichen Riesensprung zur Besserung getan . Wenn das so fortgeht , hoffe ich , ihn schon nach kurzer Zeit vom Bette trennen zu können . Uebrigens weiß er schon ebenso wie wir , daß Ihr der Verfasser seid , dessen Bücher er früher verboten hat . « » Und nun ? Was sagt er jetzt dazu ? « fragte John . » Es ist ganz eigentümlich , wie er sich hierüber hören läßt . Gestern abend , als der letzte Satz von Am Jenseits gelesen worden war , lag er lange Zeit in stillem Nachdenken . Dann sagte er zu Mary : Mein Kind , ich bin sehr grausam gegen dich gewesen , indem ich dir verbot , aus diesem Brunnen zu trinken . Und du hattest doch so großen Durst ! Ich hielt es für Brandy und Julep , und es war doch das reinste , das lauterste Wasser ! Ich weiß , daß ich krank gewesen bin , lange Zeit . Es war Dysenterie , mit fürchterlichem Verfall der Körperkräfte . Aber ich muß auch vorher nicht recht gesund gewesen sein , nämlich da , da , im Kopfe . Das scheint mir so ! Denn wer solch eine Lektüre verbietet , der kennt sie entweder nicht , und dann handelt er unehrlich , oder sein Gehirn leidet an jener andern Art der geistigen Armut , welche selbst ein Christus niemals seligpreisen würde ! Diese andere Art scheint mir allerdings sehr wohlbekannt zu sein ; ich muß mich nur besinnen ! Das war es , was er sagte , und obgleich ich nicht der Verfasser dieser Bücher hin , hatte ich mich doch darüber zu freuen , weil es erwarten läßt , daß die innere Heilung ebenso wie die äußere vor sich gehen wird , ohne Rückstände zu hinterlassen . Was und wie er aber über Euer Gedicht denkt , das mag er Euch selbst sagen . Nun reitet fort , und grüßt mir meine Shen , für welche ich - - - « » Für welche Ihr « , unterbrach ich ihn , » schon damals in Penang so viele Sitze in Eurer Wohnung hattet ! « » Ah , die vielen Stühle , die bei mir standen , sind Euch aufgefallen ! « lachte er . » Ja , das war für die Beamten der Shen , die ich zu inspizieren hatte . Und da Ihr wißt , daß nicht nur ich , sondern auch mein Vater in Europa war , so brauche ich Euch wohl gar nicht erst zu versichern , daß es auch dort schon Orte gibt , wo Stühle für sie stehen . « Er ging , und nach einiger Zeit ritt ich mit John , hinter uns der Sejjid , durch das Dorf und nach dem Spießtannenwald hinüber . Zwischen dem Dorfe und der Schloßmeierei gab es ein erst seit heut früh gezimmertes , hoch aufstrebendes Gerüst , welches noch nicht fertig war . Als ich Raffley nach dem Zweck desselben fragte , sagte er : » Können Sie sich ein chinesisches Fest ohne Feuerwerk denken ? Bekanntlich sind die Chinesen Meister in Allem , was die Pyrotechnik betrifft , und mein Oekonom hat es sich nicht nehmen lassen , für heut abend irgend Etwas vorzubereiten . Was , das weiß ich selbst auch nicht . « Hoch oben , auf der Kuppe , hinter der Kapelle , stand auch ein Gerüst und auf den Höhen rechts und links davon ebenso je eines . Man hatte also etwas vor , was weit in das Land hinaus gesehen werden sollte . Raffley-Castle war mit allen möglichen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet . Gas gab es nicht ; es fehlten dazu die Kohlen . Dafür aber hatte man elektrisches Licht . Ein Wasserfall in der Nähe lieferte die hierzu nötige Kraft . Darum wunderte es mich nicht , als John im Laufe des Gespräches erwähnte , daß eine Illumination des ganzen Schlosses in Aussicht genommen sei . Als wir das Einkehrhaus erreichten , war Fu noch nicht da ; es dauerte aber nicht lange , bis er kam . Weil er sein Pferd ein wenig ruhen lassen wollte , ritten wir nicht sogleich weiter , sondern blieben ein Weilchen sitzen . Hierbei erzählte er , daß heute früh eine Dschunke von Ocama nach Schanghai unter Segel gegangen sei , und diese Gelegenheit habe er benutzt , sich des Kapitäns und der Mannschaft der verbrannten » Exzellenz « zu entledigen . Sie hätten sich zwar gegen diesen Zwang gesträubt , aber selbstverständlich doch gehorchen müssen . Der Kapitän hatte mit schwerer Rache , mit Anzeige bei der Regierung und mit der Klage auf Ersatz des Dampfers und der ganzen Ladung gedroht und hierbei die Bemerkung fallen lassen , daß er sich keineswegs in dieser Weise zu fügen brauchte , wenn Dilke nicht so verrückt gewesen wäre , ganz plötzlich den Kopf zu verlieren . Er habe doch bewiesen , daß er sich Leutnant nennen dürfe ; woher da so ganz unvorbereitet die Behauptung , daß er nicht Offizier , sondern Missionar sei . » Sonderbar ! « sagte John . » Ist das nun bloß Geschwätz oder hat es wirklich Grund ? « Der Sejjid stand ganz in unserer Nähe bei den Pferden , mit denen er sich beschäftigte , und hörte