tiefes » U - u - u - uh « zu verstehen , daß er das auch sehe , und griff derart aus , daß ich glaubte , ihn zügeln zu müssen . Wieder im Duar angekommen , ließ er schnell nach , ging in hohem parierendem Galopp am Landeplatz vorüber und kam dann , gemächlich schreitend , bei der Tribüne an . Wie gönnte ich ihm den brausenden Jubel , dessen Bedeutung er gar wohl verstand , wie mir seine spielenden Ohren verrieten . Aber der Kuß , den ich ihm gab , sobald ich abgestiegen war , schien ihm doch lieber zu sein , denn er küßte mich wieder , auf die Wange , fuhr mir in das Haar , nahm bald meine eine , bald meine andere Hand in das Maul , kurz , zeigte mir auf alle mögliche Weise , daß er nur für mich da sei , für nichts Anderes . Und doch war er es , auf dem Aller Augen bewundernd ruhten , nicht etwa auf mir , und das war auch ganz selbstverständlich und richtig ! Und da kam nun auch Ahriman mit dem Teufel , oder vielmehr der Teufel mit Ahriman , denn er ging mit ihm durch ; infolge der Hiebe mit der Peitsche . Die Zügel hingen vorn herunter ; die Bügel waren leer ; der Reiter lag nach vorn und klammerte sich am Halse fest . Aber dieses Durchbrennen war kein gewöhnliches . Es geschah nicht etwa in vollem Jagen und ging auch nicht stets in derselben Richtung , sondern das Pferd verfolgte die sehr bemerkbare Absicht , den Reiter aus dem Sattel und unter die stampfenden Hufe zu bringen . Es bockte und schlingerte , sprang bald nach rechts , bald nach links , rannte dann eine Strecke geradeaus , blieb stehen , um mit gefletschten Zähnen nach rückwärts zu beißen , lief wieder fort , kehrte um , drehte sich im Kreise , kurz , es wollte den Mirza herunterhaben , um sich zu rächen . Den Grund sahen wir , als es sich uns näherte . Es hatte nur noch ein gesundes Auge . Das andere hing aus der blutenden Höhle . Ahriman hatte es ihm ausgeschlagen ! Er befand sich in ganz derselben Stimmung wie sein Teufel : Scham , Wut , Rache ! Als er uns erreichte , stand die Schecke für einen Augenblick still , um eine neue Tücke vorzubereiten . Da richtete er sich auf und rief : » Der Chandschar ist verloren , und so sei es denn dieser Satan auch ! Ihr habt ihn gewonnen . Wohlan , da nehmt ihn hin ! Aber nur als Aas für den Schinder ! « Er zog die Doppelpistole aus dem Gürtel , spannte die Hähne , hielt die Läufe an die zwischen den Nickwirbeln liegende Stelle und gab die beiden Schüsse rasch hinter einander ab . Er hätte jetzt schnell abspringen müssen , war aber in seinem Rachedurste für die Vorsicht blind . Der Iblis zuckte unter den Kugeln . Das übrig gebliebene Auge schloß sich ; der Kopf sank niederwärts , und die Kniee schienen brechen zu wollen . Da aber sammelte sich seine sterbende , dämonische Kraft . Er warf den Kopf empor , ging mit allen Vieren in die Luft , faßte wieder Boden , warf sich aus freier Hand grad auf den Rücken , sprang wieder auf und packte den nun an der Erde liegenden Peiniger mit den Zähnen , und zwar am Kopfe , dessen oberer Teil in dem weit , weit geöffneten Rachen ganz verschwand . Dabei überkam ihn ein Zittern , welches über seinen ganzen Körper lief . Den Kopf des Prinzen festhaltend , brach er zusammen - - - er war tot ! Man eilte hin . Die schreckliche Gruppe war vor den hilfeleistenden Menschen für einige Zeit nicht zu sehen . Dann teilte sie sich . Man hatte Ahriman aus den Zähnen der verendeten Bestie befreit . War es Besinnung oder etwas Anderes , daß er sich aus seiner Ohnmacht halb aufrichtete , um zu sprechen ? Er hob die geballte Faust empor , schüttelte sie und rief : » Mein Kopf , mein Kopf ! Immer nur mein Kopf , mein Kopf ! Das war der Chodem wieder , der Chodem , der mich aufgegeben hat ! Ich soll verrückt werden , verrückt , verrückt ! Ich habe gekämpft mit ihm - - - von der Mauer der Vergeltung an bis hierher ! Vergeblich ! Er empörte den Teufel gegen mich - - - er warf mich unter ihn nieder - - - er faßte mein Gehirn mit des Satans Zähnen - - - der Biß ging durch und durch - - - durch den Geist und durch die Seele - - - es ist aus ; es ist aus ; es ist aus ! « Mit einer letzten , großen Anstrengung aufspringend , schrie er , indem seine Stimme überschnappte : » Freut Euch , Ihr Dschamikun , denn hört , was ich Euch sage - - - der Fürst der Schatten ist von jetzt an nur ein Aas - - - ein verwesendes Aas für den Schinder - - - - - - genau wie der Satan hier - - - schleppt uns fort ; schleppt uns fort - - - alle Drei , alle Drei - - - nicht nur die Aase , sondern auch den Verrückten ! « Er ließ den erhobenen Arm sinken , schüttelte sich wie vor innerem Grauen und fiel dann , wieder ohnmächtig , auf den scheckigen Kadaver des Teufels nieder . Auch uns graute ; wir wendeten uns ab . Schakara ' s Augen aber strahlten in glänzender Freude . Sie reichte mir den gewonnenen Chandschar des Mirza und sagte : » Nimm sie hin , die Waffe der Feinde , die sich von nun an nur gegen sie selbst zu richten hat ! Sie ist in unsere Hand geraten , doch wollen