Euch , Herr Herzog , rief Richmond schnell und warm , mäßigt Eure Ausdrücke , daß sie ein Edelmann ertragen kann , der wehrlos gemacht ist durch den Dienst für den König . - Und Ihr haltet es für möglich , im Dienst des Königs mir mit einem Worte entgegen sein zu dürfen . Ihr glaubt , Euer Wort , das Wort von ganz England , die Worte der Welt , die Worte des Königs und aller Könige der Erde würden Buckingham hier wegtreiben , wenn er einzutreten denkt ? Noch einmal , verlaßt diesen Platz und hindert keinen Augenblick länger mich in meinem Vorsatz , oder , bei Gott ! Ihr werdet es bereuen in Eurer Unwissenheit , wie ich noch zu Eurer Entschuldigung es nehmen will , hier gewesen zu sein ! - Entschuldigt mich mit nichts , Mylord , entgegnete Richmond , als mit meinem Willen , hier auf diesem Platz zu bleiben ; ich will von Euch nicht entschuldigt sein , denn ich bedarf es nicht ! Ha , Trotz ! rief Buckingham , Du stößt die Nachsicht zurück , die ich habe , so fühle denn ! Wüthend rannte er gegen die Thür und schlug mit dem Griff seines Degens auf das Schloß . Aber eben so sicher und gewandt unterlief Richmond den Herzog , und hielt ihn ruhig und eisern mit steifem Arm von der Thür ab . Zieh und vertheidige Dich ! schrie Buckingham , seinen Degen ziehend ; aber Richmond löste sein Degengehänge und schleuderte es mit dem Degen in die Mitte des Zimmers . Ich versprach , nicht zu ziehn , sagte er fest , jetzt steht es Euch frei , einen Mord zu begehen ; aber dieser erst eröffnet Euch den Eingang . Er schlug seinen Mantel von einander und stand so mit unbeschützter Brust vor Buckingham , der von so viel Festigkeit einen Augenblick überrascht ward , aber dann , von dem Gedanken des Widerstandes wie wahnsinnig gemacht , gegen die Thür und Richmond rannte . Buckingham war für einen Riesen an Kraft bekannt , und der Jüngling hatte seine volle Gewandtheit nöthig , den Herzog zu pariren und seinen Posten zu behaupten ; doch im selben Augenblick öffneten sich von Innen die Flügel , und der Prinz von Wales zeigte sich in der offenen Thür . Im Namen des Königs Frieden ! rief er dem erbosten Herzog entgegen und winkte ihn zurück , der auf nichts sinnend , als die Thür zu erreichen , sich sogleich hineinwerfen wollte . Der König , Herr Herzog . fuhr der Prinz gegen Buckingham fort , ist erstaunt , Euch noch in London anwesend zu hören ; er hatte geglaubt , daß die gestrige Audienz keinen Zweifel über Eure schnelle Abreise zuließe . Seine Majestät , entgegnete Buckingham überrascht , wird den Wunsch nicht verkennen , ihn noch ein Mal zu sehen , und da seine Majestät schon so früh Audienz gaben , setzte er höhnisch hinzu , den Marquis und Bristol hinter dem Prinzen gewahrend , durfte ich nicht zweifeln , auch ich würde empfangen worden sein , hätte hier nicht ein Unberufener die Rolle eines Thürwarts übernommen . Des Prinzen Auge streifte an Richmond , der sich tief verneigte . Dies hat mit dem Wunsche des Königs für Eure glückliche Abreise nichts gemein , sagte der Prinz , ich füge den meinigen hinzu und hoffe Euch unter glücklichern Umständen wieder zu sehn . Buckingham erstarrte vor Wuth . Er hatte die Anwesenheit des Prinzen nicht gewußt , er wagte nie , ihn so zu reizen , wie den König , da der Prinz seine Würde wohl kannte und sie , war er einmal entschlossen , vollkommen zu behaupten verstand . Auch legte der Marquis ihm Zwang auf , und nur sein lang genährter Uebermuth konnte ihn noch an Widerstand und Bosheit denken lassen . Ich weiß die Befehle dieses Mundes zu achten , hob er an , und bitte nur um die Gnade , mich in dem Schutze des Herrn Marquis wegbegeben zu dürfen , da ich in Wahrheit mir keine bessere Sicherheit in diesem von jungen Raufbolden bewachten Palast denken kann . Dies soll Euch gewährt sein , sprach der Prinz sehr ernst . Herr Marquis , ich entlasse Euch ! Mylord von Bristol lebt wohl ! Ich denke , wir werden uns wiedersehn . Seid indessen sicher , daß ich die Worte meines königlichen Vaters nicht überhört habe , und Ihr , Lord Richmond , folgt Eurem Verwandten . Ich verkenne nicht , daß Ihr die ersten Zierden eines männlichen Karakters , Muth und Mäßigung , in sehr jungen Jahren heute vereinigt habt . Nehmt Euren Degen auf , Ihr wußtet besser , wo er in dem Palast des Königs hingehört . Herr Marquis , wir werden den Grafen von Bristol mit unserm Gefolge aus Euerm Palaste abholen lassen , und er mag sich dann desselben bis zu seinem eigenen Schlosse bedienen . Der Prinz grüßte stolz und ging voran durch die jetzt mit Hofleuten angefüllten Säle , gefolgt von den so mühsam bezähmten Parteien ; er hielt , den Herzog grüßend , den Marquis mit einigen Worten zurück , bis jener mit seinem Gefolge über den Schloßhof sprengte . Noch saß die Herzogin von Nottingham , nachdem sie sich für die Nacht zurückgezogen hatte , träumend der allmälig sinkenden Glut ihres Kamins gegenüber und suchte der Sorge zu wehren , die für den geliebten Vater , je länger , je mehr ihr Herz erfüllte . Da öffnete sich die Thür hinter ihrem Rücken ; herein trat Lord Bristol und weckte die Sinnende mit leis aufgelegter Hand . Es war eine ernste , tief empfundene Freude der beiden schwer Geprüften , und Lord Bristol fühlte erst recht den Umfang des Erlebten in der Mittheilung an seine Tochter . Ich bin für immer von meinem königlichen Herrn geschieden , Arabella , so schloß er seine lange Erzählung , aber das Schwerste war mir , ihn von sich selbst geschieden