schieden sie mit weisen Sprüchen auseinander , Güldenkamm kam wie aus einem Triumphzuge aus allen Kneipen der Stadt zurück ; ganz behangen mit Kränzen und Bändern wie eine Festtagskerze , schüttelte er sich sehr ärgerlich , als Anton ihm anzeigte , daß er Rüstung und Pferde gekauft habe , um mit dem anderen Morgen nach Waiblingen zu ziehen . Desto froher war Susanne , ein geheimer Kummer mußte sie in der Stadt beschwert haben , ihre Freude war heftig , sie sprang gegen ihre Gewohnheit hoch auf und rief : » Nun wird alles gut , Ihr kehret heim zu Eurer Hausfrau , lebet treu und ehrlich und ich kann ungekränkt in Eurer Nähe mich in allem unterrichten lassen . « - » Nein liebes Mädchen « , sagte Anton , » du hast meinen Fluch gehört , jenes Glück ist für mich kein Wunsch mehr , es liegt hinter mir , aber ich will seine Grabstätte noch überreiten , um seiner zu spotten , es liegt mir wie ein Balken auf meinem Haupte , daß mein Weib noch immer in sich triumphiert , wie ich in Not schmachte , als ein armer Wicht und meint mich bestraft für den unschuldigen Leichtsinn , der mich erheitert hat , sie soll es sehen , daß das Glück mir ewig treu ist , ich will ihr nichts schuldig bleiben , reichlich will ich ihr ersetzen , was sie mir geschenkt , aber wenn sie dann mich verlangt , da soll sie mich suchen und nicht finden , wie ich sie nicht gefunden habe , als ich sie suchte . « - Mit diesen Gedanken legte er sich auch ins Bette , er sah sich schon in stolzer Rüstung über den Markt reiten , ließ sein Pferd auf den Hinterfüßen tanzen , und vergaß darüber der zärtlichen Gestalt zu achten , als ein leises Pochen seine Tür erschütterte und Fräulein Gertraud zu ihm ins Zimmer trat , in einer Hand eine Blendlaterne , in der andern einen schön geschliffenen Degen . Anton glaubte im ersten Erwachen , sie komme in der Absicht ihn zu ermorden , aber ihr freundliches Niederknieen an seinem Bette , der Kuß , den sie auf eine Hand drückte , ließ ihn eher einen Liebesgruß hoffen , wozu sein Herz auch nicht unwillig sich regte . Er hoffte ein Wort von ihr zu hören , aber sie schwieg , sah ihn zärtlich an und reichte einen Degen mit dem etwas ungeduldigen Ausrufe : » Da , da ! « - » Soll der mein sein , soll ich ihn zu deiner Ehre führen ? « - Sie nickte und fing an ihn zu küssen , einerlei was sie von ihm wegriß , was Antons Begierden nicht bloß entflammte , sondern auch seine Ehre gewissermaßen , die sie in Zärtlichkeit zu überwältigen strebte . Dieser Wettstreit von Höflichkeit verwirrte ihre Lage immer mehr , war ein Kuß ungewöhnlich vertraulich , so wurde der Gegengruß frei und der dritte unzüchtig , der vierte hätte Anton zur Schändung der Ehre der schönen Verlobten veranlaßt , wenn sie nicht zurückgesprungen wäre und geweint hätte . Anton schauderte wie ein armer Sünder darüber zusammen . » Was begegnet Euch Fräulein , welch ein Unglück schwebt Euch wie ein Gespenst vor ! « - Sie aber antwortete : » Ich will allem mich unterwerfen , aber schenke mir den Degen , womit Ihr meinen Ritter überwunden habt , er wird ihn und seine wilden Launen in meine Gewalt geben , wisset , daß schon zwei Frauen durch seine Heftigkeit gestorben sind . « - » Mein Fräulein « , sagte Anton , » der Degen ist mir lieber als das teuerste Glied meines Leibes , Ihr fordert zu viel und es ist Torheit von Euch ; was der Degen wirkt , das wirkt er nur in meiner Hand , in Eurer Hand ist er eine Gerte . « » Bitte , bitte « , sagte sie kindisch , » ich brachte Euch dieses prächtige Schwert , dessen Knopf in Italien von Benvenuto Cellini in Stahl so herrlich geschnitten des Herkules Taten darstellt , seht ihn bei der Lampe , wie wunderbar , und Euer Degen dagegen , halb verrostet , der Korb zerbrochen und klappernd , wie könnt Ihr mir diese Kleinigkeit versagen , und daß ich ihn führen kann , bei Gott , das solltet Ihr gleich sehen ; wenn Ihr ihn mir geben wolltet , ich würde Euch zeigen , und damit nieder strecken und mit tausend Küssen züchtigen , macht die Probe ! « Anton konnte aus ritterlicher Gesinnung nichts dagegen einwenden , er reichte ihr seinen rostigen Flederwisch und bewaffnete sich mit dem neuen Degen . Gertraud drang lustig auf ihn ein , er vermied es erst sie zu berühren und wendete nur ihre Hiebe von sich ab , deswegen ging er einigemal zurück , der wunderliche Geist des Degens hatte sie besessen und wäre er nicht durch Zufall in sein Bette gestürzt , er möchte verloren gewesen sein . Er schämte sich und wütete in sich , mochte sich das aber nicht merken lassen ; der Befreier der ganzen Stadt von einem Mädchen überwunden , das schmerzte ihn , er suchte dies hinter Liebkosungen zu verstecken und seine Siegerin beantwortete diese in den abenteuerlichsten Abirrungen einer Romanphantasie , wollte er aber seiner Lust gemäß sich an ihr erfreuen , da drohte sie ihm mit dem Degen . Ergrimmt darüber wollte er sich in den Degen stürzen , aber sie wich vor ihm und flüchtete sich mit dem Zauberdegen von ihm fort . Seine Wut war entflammt , er ging in Konrads Nebenzimmer und fragte , warum er nicht ihm zu Hülfe gekommen sei , er sei von einem Fremden überfallen worden . Konrad kam schweißtriefend unter der Decke heraus und sagte : » Herr , das war unmöglich , erst hörte ich Degen klingen , da verkroch ich mich unter der Decke , davon kriegte ich solche Hitze und solchen