? « » Ja . Es ist sogar eine sehr vernünftige . « » Gut , so sehen wir sie uns an ! Ich soll dich nämlich bitten , zum Frühstück zu kommen . Dann reiten wir nach Shen-Fu . « » Wer hat das gesagt ? « » John Raffley . Ich habe dir bereits mitgeteilt , daß er dort Bürgermeister ist . Er muß hin und läßt dich bitten , ihn zu begleiten . Ich darf auch mit . Ich werde nicht den Fez aufsetzen , sondern einen Turban machen , denn das schickt sich bei einer Rebellion . Die Arekanuß und die Betelnuß , die stecke ich vorn , ganz oben , fest . Man soll sehen , daß ich schon zur Shen gehöre . Gegen die kommt kein Empörer auf ! « Selbstverständlich ging ich zu John , der mich mit der Nachricht empfing , daß die Aufschiebung des heutigen Festes wahrscheinlich zurückgenommen werden müsse , weil die Anhänger der » Shen « nicht gewilligt seien , sich die Freude durch ein paar hundert Rebellen verderben zu lassen . Er fuhr fort : » Es gehen aus allen Orten Bitten bei mir ein , jedenfalls auch bei Fu , und ich habe mir schon überlegt , ob ich nicht vielleicht besser - - - « Er hielt inne , denn er wurde unterbrochen . Fu , der soeben Genannte , rief ihn an den Apparat , welcher sich in einem andern Zimmer befand . Da wurde er längere Zeit festgehalten , weil er das , was ihm jetzt von Ocama her gesagt wurde , an verschiedene andere Orte weiterzugeben hatte . Als er dann wiederkam , erfuhr ich , um was es sich handelte . Er war mit Fu einig geworden , den Festtag für heut doch bestehen zu lassen und diesen Entschluß überall hin kund zu geben . Das ging per Draht sehr schnell . Von jetzt an in zwei Stunden hatten wir im Einkehrhaus am Scheidewege mit ihm zusammenzutreffen , um von da aus nach Schen-Fu zu reiten , wo der Hauptort war , nach welchem Jedermann strebte . Während wir hierüber sprachen , stellte sich Tsi bei uns ein , um sich nach den Dispositionen für den heutigen Tag zu erkundigen . Als er von John unterrichtet worden war , gab er denen , die sich nicht stören lassen wollten , vollständig Recht , bat uns aber , auf ihn zu verzichten . Waller sei heut früh zum ersten Male gleich mit vollem Bewußtsein aufgewacht . Es scheine äußerlich sowie auch innerlich ein voller , heller Sonnentag werden zu wollen , und so fühle er als Arzt sich verpflichtet , dafür zu sorgen , daß dieser so lange herbeigesehnte Himmel durch nichts getrübt werden könne . Heut falle die Entscheidung für die ganze Zeit , die Waller noch zu leben habe . Vor allen Dingen sei zu verhüten , daß der alte , von ihm gewichene Geist wieder über ihn komme , der starre , blutleere Geist der Wallerschen Familie , welcher den Inhalt einer alten , bigotten Hauspostille hoch über das herrliche Gotteswort der Bibel setze und die ganze Menschheit zwingen wolle , in den engen , harten , mit geistigem Fischtran eingeschmierten Wasserstiefeln einer vollständig unbekannten , schrullenhaften Sippe nach den erhabensten Zielen unseres gegenwärtigen Daseins wettzurennen ! Während er dieses sagte , war ihm anzusehen , daß ihm im Sprechen ein Gedanke kam . Er richtete sein Auge dabei auf mich , und dann auch seine Worte : » Ich habe da einen Gedanken , der diesen Geist betrifft . Er ist nicht mehr da . Wo ist er hin ? Wann wich er von Waller ? Er wurde gezwungen , ihn zu verlassen ; aber er tat dies nur widerwillig , nur nach und nach . Noch vorgestern bemerkte ich Spuren von ihm . Nun höre ich , daß ein Verwandter von Waller anwesend ist , ein Neffe von ihm , genau in demselben hartnäckigen , unduldsamen Geiste erzogen und mit sogar noch größerer Strenge dressiert , so daß er es nicht mehr aushalten konnte und seinen Peinigern davongelaufen ist . Diese Beiden , Onkel und Neffe , sind einander hier noch nicht begegnet , nämlich körperlich . Auf geistigem Gebiete liegt das jawohl ganz anders . Der Onkel wußte von der Anwesenheit des Neffen nichts ; wir verschweigen sie ihm sogar noch jetzt . Der Neffe aber hörte von Eurem Sejjid Omar , daß sein Oheim sich auf Ocama befinde . Dieser Umstand ist mir im höchsten Grade wichtig . Wollte ich selbst den Sejjid fragen , so würde das seine Unbefangenheit stören . Darum bitte ich Euch , es Euch noch einmal erzählen zu lassen . Es kommt mir darauf an , zu erfahren , was für ein Gesicht und was für Bewegungen Dilke machte , als er von Waller hörte , und ob und was für Worte er dabei sagte . Nämlich , es ist ungefähr drei Uhr nachmittags gewesen , da ist Waller plötzlich aus tiefster Ruhe emporgefahren und hat gerufen , doch ohne die Augen zu öffnen : Old Saint nennt er mich noch immer ! Und kommen will er mir ! Well , so werde ich ihm kommen , und Old Saint soll nicht wieder von ihm gehen ! Sein Neffe hat ihn nämlich gehaßt und gegen Andere stets nur als den alten Heiligen bezeichnet . Ist das nicht im höchstem Grade interessant ? « » Natürlich ! « antwortete ich . » Sogar so interessant , daß ich frage , warum ich das erst jetzt erfahre ! « » Ich habe es ja auch nicht gewußt . Mary hat es für ein ganz gewöhnliches , bedeutungsloses Traum- oder Gedankenbild gehalten , wie so häufig , wenn er während seiner Krankheit sprach , ohne wach zu sein . Erst als ich ihr heut , vorhin , ganz dasselbe sagte , was ich Euch mitgeteilt habe , wurde sie aufmerksam und berichtete mir diese