der Weg von Teheran nach Isfahan ! So , das mußte ich dir sagen , weil wir dich lieben und achten und es nicht dulden können , daß ein Fremder glaubt , seine Prinzessin genüge den Ansprüchen , die unser Tifl machen kann ! Mit solchem Köder fängt man keinen Dschamiki ! - - - Ich erkläre die Dschemma für beendet ! Die Versammlung der Aeltesten ist nicht da , um Albernheiten anzuhören ! Zugleich aber erinnere ich noch einmal daran , daß ich diesen Fremden nur so lange Sicherheit biete , als sie jedes beleidigende Wort vermeiden . Tifl , nimm vierzig Krieger , die sich bewaffnen mögen , und schaffe die ungeladenen Perser bis jenseits des Hasenpasses ! Ich wähle dich dazu , damit sie sehen , daß selbst der , den sie für den Allerdümmsten von uns halten , zum Befehlshaber einer ganzen Reiterschar geeignet ist ! « » Unser Kind « eilte freudestrahlend fort . Einen solchen Ausgang der Verhandlung und eine solche Beantwortung seines Vorschlages hatte Ahriman Mirza nicht erwartet . Er kochte vor Grimm ; das war ihm anzusehen . Aber er sah ein , daß er , wenigstens für jetzt , seinem Hasse keinen Ausdruck geben dürfe . Er hatte von seiner raffinierten Intelligenz geglaubt , daß sie der naiven Klugheit der Dschamikun über sei , und mußte sich nun doch als der von ihr Geschlagene fühlen . Er zwang seine Wut hinunter , aber sie bebte in dem Klange jedes Wortes , als er , indem die Aeltesten alle aufstanden , laut ausrief : » Ich soll niemand beleidigen , werde aber selbst als dumm bezeichnet ! Wir rechnen später hierüber ab ! Uebrigens habe ich nicht verlangt , daß ihr euch schon heut entscheiden sollt ! « » Wir haben es aber trotzdem gethan , « antwortete der Pedehr . » Ich nehme es nicht an ! « » Um deine Niederlage nicht einzugestehen ! « » Schweig ! Es bleibt bei dem , was ich gesagt habe : Ich gebe euch Zeit bis zum Tage des Rennens . « » Wir werden dann nichts anderes zu sagen haben als heut . « » Warte es ab ! Man weiß nicht , was inzwischen geschieht . Was die Wette betrifft , so werden wir dich zwingen , an ihr festzuhalten ! « » Ich habe keine Ursache , zurückzutreten . « » Wir kommen alle , alle Zwölf ! « » Uns ist das gleich . Aber wißt ihr auch , was ihr damit thut ? « » Nun - was ? « » Der Tag des Rennens ist ein Freudentag für alle Dschamikun und ein Ehrentag für unsern Ustad . Wir feiern ihn seinetwegen . Wenn ihr euch an dieser Feier beteiligt , so ehrt ihr ihn . Das mußte ich euch sagen . « Da stieß Ahriman Mirza ein häßliches Lachen aus und antwortete : » Die Muhammedaner feiern ihren Freitag und die Christen ihren Sonntag , beide Allah und Gott zur Ehre . Aber ich sage euch , daß der Teufel , indem er sich an dieser Feier beteiligt , seine besten Ernten hält . Kein anderer Tag bringt der Hölle soviel ein , wie solche Feiertage , all denen der Mensch von wem ? - von wem ? gezwungen wird , sich aus den schützenden Armen der segenbringenden Arbeit zu reißen . Hat er sie aus der Hand gelegt , so gehe er , wohin er will , er wird vom Teufel gepackt und hat keinen anderen Schutz und Schirm als nur sich selbst und jenes mir verhaßte Haus , in welchem er sich doch nicht den ganzen Tag verbergen kann ! Wenn wir kommen , so kommen wir nicht eures Ustad willen , sondern aus ganz anderen Gründen . Versteckt euch in euer Beit-y-Chodeh oder thut sonst , was ihr wollt , wir packen euch doch ! Der Alte hat mich gesegnet . Nun segne auch ich euch . Wie ich es meine , und was mein Segen bringt , das werdet ihr erfahren ! « Er wollte sich abwenden und gehen , da nannte Hanneh seinen Namen : » Ahriman Mirza , noch ein Wort ! « » Was ? « fragte er , indem er sie verwundert ansah . » Du wirst es gleich sehen . Ich muß dir jemand zeigen . « Wer sich in der Nähe befand , der schaute wegen der sich auflösenden Dschemma jetzt her zu uns . So auch Pekala . Darum konnte Hanneh , ohne ihren Namen nennen zu müssen , ihr winken , herbeizukommen . Pekala gehorchte . Ihre ganze schneeweiße , rotblühende und wohlgenährte Erscheinung war ein neugieriges Fragezeichen , was sie wohl bei den Aeltesten und Fremden zu schaffen haben werde . Hanneh nahm sie bei der Hand , führte sie zu dem Mirza und sagte da zu ihr : » Schau dir diesen Irani an ! Er verlangte , daß Tifl Scheik der Dschamikun werde ! « » Warum nicht ? « fragte die Festjungfrau ganz ernsthaft . » Er hat ganz das Geschick dazu ! Der Tag der Wahl muß ja früher oder später eintreten . Da schlage ich ihn vor ! « Diese Antwort hatte Hanneh freilich nicht erwartet ! Sie fuhr fort : » Er soll eine persische Prinzessin heiraten ! « » Welche ? « » Dieser Irani weiß es . Er will sie ihm bringen . « » Warum nicht ? Für meinen Tifl ist die Tochter des Schah-in-Schah grad gut genug ! Wenn sie kommt , werde ich sie erziehen . Vor allen Dingen hat sie unserm Ustad und meinem Tifl zu gehorchen . Andere Gepflogenheiten gelten bei mir nicht . Er mag sie bringen . Ich werde sie mir ansehen . Paßt sie mir nicht , so mag er sie in seine eigene Küche stecken . Für ihn ist sie dann wohl noch viel zu gut ! « Jetzt nun erklärte Hanneh dem Perser , indem sie