Amte gewiegte , in seinen Unternehmungen von guten Erfolgen begleitete Beamte : Herr von Asselyn ! Ich suchte Sie gestern Abend überall vergebens - mein Vater ist angekommen - in dem Drang seiner Angelegenheiten begaben wir uns sofort zu Nück - eine Viertelstunde und die Verständigung war gemacht - ich danke das ohne Zweifel Ihrer Vorbereitung ! Machen Sie meinem Vater das Vergnügen , heute im Englischen Hofe mit uns ein Frühstück einzunehmen - Auch Sie , Herr de Jonge , sind vielleicht zugegen - obgleich Sie die Nacht nicht geschlafen haben ! setzte er nach einer leichten Verbeugung lächelnd hinzu . Woher wissen Sie das ? fragte Thiebold mit nicht erkünstelter Kälte . Benno , um Reibungen zu vermeiden , hielt sich an die Ueberraschung , die ihm die Ankunft des Rittmeisters und Landraths von Enckefuß verursachte . Er wiederholte einigemal : Ich war bei meinem Vetter - im Schnuphase ' schen Hause - sieh , sieh - nun ist mir das schnelle Arrangement erklärlich ! Thiebold bereute indeß seine Aufwallung ... Um eine Coalition der Hypothekengläubiger zu sprengen , fuhr der Assessor fort , reiste Herr Kattendyk noch in dieser Nacht nach Witoborn ab - man hat Sie in aller Frühe im Bahnhof gesehen , Herr de Jonge - also vermuth ' ich , daß ich richtig errieth - indessen bis zwölf Uhr , wo uns mein guter Alter erwartet , könnten Sie noch ausgeschlafen haben und es wird Sie freuen , Herr de Jonge , ich habe ausdrücklich die Käuflichkeit der Mühle für meinen intimen Feind , Herrn Remigius Hedemann , beim Vater und bei Nück ausbedungen - auch zu dem Preise , für den sie der Gläubiger ablassen wollte ! Daß diese Sorgen hinter mir liegen , dank ' ich Ihnen , Herr von Asselyn ! Also ich hoffe , Sie kommen ! Benno schützte , wenn er ausbleiben sollte , die Abhängigkeit von Bonaventura vor . Thiebold , rasch jetzt erwärmt und versöhnt , rückte mit seinem Stuhle dem Assessor näher , zeigte ihm das auf dem Platz so zunehmende Gewühl , daß schon Militärwache berufen wurde , die Leute vom Eindringen in das Haus , wo die That begangen war , zurückzuhalten , und fragte nach seiner Ansicht über den Vorfall . Das ist eine traurige Affaire ! sagte der Assessor . Die Alte wurde mit einer Schlinge erwürgt , gerade wie man einem Stier den Hals zuschnürt und ihn dann niederzieht ! Sie muß von ihrer Stube bis hinten in die Küche geflüchtet sein , wo der Mörder sie am Feuerherd festhielt und so vollends - Und keine Vermuthung ? fragten beide Hörer zu gleicher Zeit . Gesindel haben wir genug in der Stadt ! sagte der Assessor und lehnte die angebotene Theilnahme am bescheidenen Frühstück nicht ab . Sie wissen ja von dem Knecht aus dem Weißen Roß , der in St.-Wolfgang den Sarg erbrochen ! Der Mensch soll hier in der Stadt gesehen worden sein ! Uebrigens war diese Frau berüchtigt durch ihren Geiz . Seit Jahren ging sie nicht mehr aus . Dennoch fehlte es um sie her nicht an Verkehr . Sie nannte sich eine Frau Hauptmann von Buschbeck , während ihr nur ein anderer Name gebührt - er steht in den Acten . Geldmittel erhielt sie mit großer Regelmäßigkeit von unserer Freiherrlich Wittekind-Neuhof ' schen Kameral-Verwaltung bei Witoborn . Vor vielen Jahren war sie in Diensten des alten Freiherrn von Wittekind ! Benno hörte mit beklommenem Herzen die Bestätigung der Beziehungen der Ermordeten zu Schloß Neuhof ... Die Alte , fuhr der Assessor fort , kam vor sieben oder acht Jahren hieher und brachte bald die Polizei mit sich in Berührung . Kein Dienstbote blieb länger als einige Wochen bei ihr , mancher kaum einige Tage . Sie quälte und mishandelte sie so lange , bis niemand mehr zu ihr ziehen wollte . Bei dem Geiz ihrer Lebensweise hätte sie für sich allein auskommen können , ohne Bedienung , aber wahrscheinlich hatte sie das Bedürfniß der Gesellschaft . Sie half sich zuletzt , wie ich gehört habe , durch einen Rath Ihres in allem kundigen Procurators ! Nück ' s ? fragte Benno sinnend und keineswegs erstaunt ... Die Klugheit desselben war ihm geläufig . Sie deponirte ein Testament mit Nück ' s Hülfe und bekam von ihm oder von seinem damaligen Gehülfen Hammaker - Benno bemerkte ein momentan aufblitzendes , wenn auch nur ganz kurzes Leuchten in den Augen des Assessors - Von Hammaker , glaub ' ich , den Rath , einer geistlichen Schwesterschaft ein Legat auszusetzen und sich von dieser dann die Dienstboten besorgen zu lassen . Der Vermittler ist Schnuphase - Sie kennen ihn ja - ! Daß unser gefälliger und so zartfühlender Herr Maria die Auszahlung des Legats durch eine am Halse der Alten angebrachte Schlinge hat befördern wollen , ist nicht anzunehmen ... Ebenso wenig wie von einer der durch die Schwesterschaft zugeführten Mägde ... ergänzte Thiebold mit jener aufwallenden Empfindlichkeit , die hier zu Lande bei der geringsten Reizung religiöser Beziehungen üblich ist . Meine Herren , sagte der Assessor lächelnd , ich werde Sie schonen und Ihr Ohr auch nicht mit der Ansicht beleidigen , daß die bekannte Schwesterschaft zu den Nothhelfern die Alte hat umbringen lassen ... Und fast verdrießlich lehnte er eine zweite Tasse Kaffee ab und wollte sich entfernen . Ihm genügte , die Einladung gemacht zu haben zum Frühstück mit seinem lebensfrohen und jetzt , wie es schien , ganz sorglos gewordenen Vater . Benno versicherte , daß Thiebold ohne Vorurtheile und vollkommen neugierig genug wäre zu vernehmen , welche Rolle bei diesem tragischen Vorgang die Schwesterschaft zu den Nothhelfern spielte . Meine Herren , sagte der Assessor , ich gehöre Ihrer Kirche nicht an , aber wenn Sie es hören wollen , so versichere ich Sie , daß Hamlet ' s Wort zu Horatio : » Es gibt Dinge unter dem Monde , die unsere Schulweisheit sich nicht träumen läßt ! « hier am Platze