, um ein Mal mir sagen zu können : Ich blieb immer treu , unwandelbar . Ja , ja , rief der König , das bestreite ich auch nicht ; aber sieh , daran habe ich nie gezweifelt , und darum hättest Du nicht zu kommen brauchen , aber nun thue mir die Liebe und geh . Leb ' wohl , leb ' wohl ! Es ist Alles gut , Alles gut zwischen Dir und Deinem König . Bristol gab jeden weiteren Versuch auf ; stumm küßte er noch einmal die Hand , womit der König nun unablässig zum Weggehn winkte und , sich gegen die Wand wendend , jede Unterredung abschnitt . Vor den Zimmern des Königs hatte sich Lord Richmond ruhig vor die Thür gestellt , die sich nach dem letzten Zimmer vor dem Schlafgemach des Königs öffnete , mit dem festen Vorsatze , hier die Zusammenkunft seines Großvaters mit dem Könige vor Störungen zu sichern . Doch , eingedenk der Warnungen des Marquis , hatte er den Degen unter dem Mantel , entschlossen , sich jeder Reizung gegenüber fest zu halten , und hoffend , sie werde ihm erspart bleiben . Doch was konnte früh oder spät in dem Palaste von Whitehall geschehen und dem verborgen bleiben , der seine besoldeten Aufseher in jedem Winkel desselben hatte . Richmond blieb , als er den Herzog von fern hörte , kein Zweifel , in welcher Absicht er komme . Schon im Vorzimmer hörte er das Bestreben , den dienstthuenden Kämmerer zu ängstigen und die Miene sorgloser Unbefangenheit anzunehmen . Nun , mein Kind , rief er dem alten Manne entgegen , wie steht es da drinnen ? Bist Du ungestört auf Deinem Platze geblieben ? Befand sich mein königlicher Herr ganz wohl diese Nacht ? Ohne die leise Antwort zu beachten , fuhr er fort : Ich hoffe den alten Herrn durch meinen frühen Besuch , den er nicht mehr erwartet , angenehm zu überraschen . Sieh , ich hatte Clervon mit seiner Harfe schon um sechs Uhr an meine Thür bestellt , um , so erweckt , in der rosigsten Laune von der Welt mein erstes Frühstück unter Jakobs Pantoffeln und ledernen Nachtwämsern zu verzehren . Na , so lache doch , bin ich denn nicht sehr spaßhaft , Alter ? Sehr , sehr , Euer Gnaden ! stotterte der alte Mann , von Buckinghams Hand sich etwas erleichternd , die , wie eine eiserne , den alten Mann fast zu Boden drückte . Nun , nun , lachte Buckingham , geh und laß Dir einen Morgentrank geben ; die Zunge klebt Dir am Gaumen . Oeffne mir die Thür , ich will Dich nicht aufhalten . Dies war das , was der alte Mann nicht durfte , denn der König hatte ihm sagen lassen , sie nicht früher zu öffnen , als bis er es ihm befehlen ließe . Seine Majestät - stammelte der alte Mann . Es ist schon gut , schrie Buckingham mit steigender Wuth , denn er wußte nun , daß ihm der Eingang versagt war ; schon gut , ich brauche Deinen Bericht nicht mehr , öffne mir die Thür , der König wird mir selbst das Weitere sagen . Eben Seine Majestät haben jeden Eingang verboten . - Verboten ? lachte Buckingham , ja , ganz recht ; aber was , denkst Du , daß mich das angeht ? - Seine Majestät haben keine Ausnahme befehlen lassen . - So will ich Dir über Deine Bedenklichkeiten weghelfen ; aber ich werde es Dir gedenken , daß Du mir gegenüber sie haben konntest ; und fort schleuderte er den alten Mann und stieß mit den Füßen die Thür auf . Voll Erstaunen gewahrte er hier die nächste Thür wieder bewacht , und das von seinem Widersacher vom vergangenen Tage . Dies überstieg seine Erwartung . Wer zum Könige gekommen , wußte er nicht , nur , daß der Marquis mit im Spiele sei , ahnete er , ohne sein Interesse für Bristol möglich zu halten . Bei Richmonds Anblick durchzuckten ihn zuerst unbestimmte Ahnungen , worüber er sich nähere Aufklärung zu verschaffen entschlossen war . Ohne Richmonds Stellung zu bemerken , ging er auf die Thür zu , als könne ihm kein Widerstand begegnen . Als er im Begriff war , die Hand an das Schloß zu legen , trat Richmond vor . Herr Herzog , sprach er , sich verneigend , der König hat für Jedermann den Eingang untersagt . Der Herzog trat zurück und betrachtete spöttisch den Grafen . Ach , sagte er , sich verneigend , ein neuer Page ? Ja so , das wußte ich nicht ; gab man Dir gestern Abend die Achselbänder , daß Du heute Morgen noch so laut krähst ? Sieh Kind , Du bist neu , darum habe ich Lust , Dir einen Rath zu geben : Ich bin der Herzog von Buckingham , für mich existirt nie ein Verbot der Art , als Du auswendig gelernt . Ich kenne den Herzog von Buckingham , sprach Richmond kalt , und habe ihn nicht nöthig zu erinnern , daß ich Degen und Sporen führe , also nicht Page bin . Aber beauftragt bin ich von Seiner Majestät , hier auch für den Herrn Herzog von Buckingham keinen andern Bescheid zu haben , als den vernommenen . Ich will Euch der Verantwortlichkeit überheben , diese Thorheit zu wiederholen , sagte Buckingham erbittert ; ich befehle Euch zurück zu treten , ich verlange den Eingang zum König . Der Herr Herzog sind zerstreut , erwiederte Richmond , hier ist nicht Buckinghams Palast , hier ist Whitehall , und dieß sind die Gemächer des Königs , worin nur ein Wille gilt , den ich Euch genannt , und den ich zu vertreten habe . Was ist das ? schrie Buckingham jetzt auf , soll das Wahrheit sein ? In diesen Räumen , vor dieser Thür , wagt ein Knabe mir den Weg zu verwehren ? Ich bitte