, begannen sie , die Haschrijeh , ein Begräbnislied , zu singen , in welchem der jüngste Tag beschrieben wird . Es beginnt : » Ich preise die Vollkommenheiten dessen , der alles geschaffen hat , was Gestalt besitzt . Er unterwarf seine Diener dem Tode , welcher alle Geschöpfe samt den Menschen zur Vernichtung bringt . « Als dieser in widerlich klingenden Fisteltönen vorgetragene Gesang beendet war , wühlten sie , etwas entfernt von ihrem jetzigen Platze , mit ihren Händen in dem lockeren Sande eine Grube auf holten den Toten und legten ihn hinein . Dann knieten sie den Vorbeter ausgenommen , dort nieder . Dieser blieb stehen und rief : » Kommt herbei , ihr Gläubigen denn ich habe das Leichengebet über den verstorbenen Muslim , welcher hier anwesend ist , zu sprechen ! « Diese Aufforderung ist Vorschrift . Wir gingen zwar nicht hin , standen aber auf , weil es nach den Regeln des Islam eine unverzeihliche Sünde gewesen wäre , sitzen zu bleiben . Jetzt erhob er die Hände bis zum Kopfe , berührte mit den Daumen die Ohren und rief : » Gott ist groß ; Gott ist sehr groß . « Die Mekkaner wiederholten diese Worte laut . Er recitierte hierauf die Fathha , das erste Kapitel des Kuran , rief nochmals » Gott ist sehr groß « , was wiederholt wurde , und fügte hinzu : » O Gott , sei günstig unserm Herrn Muhammed , dem der Schrift unkundigen Propheten , auch seiner Familie und seinen Gefährten , und behüte sie ! - - - - Gott ist sehr groß ! « Nachdem auch dieser Ruf wiederholt worden war , betete der Ghani : » O Gott , wahrlich , das ist dein Diener und der Sohn deines Dieners . Er ist weggegangen aus dem Schlafe der Welt und ihrer Geschäftigkeit und von allem , was er liebte , und von denen , die ihn hier liebten , in die Finsternis des Grabes und zu dem , was er erfährt . Er bekannte , daß es keinen Gott giebt , als dich allein , daß du keinen Genossen hast , und daß Muhammed dein Diener , dein Gesandter sei , und daß du hinsichtlich seiner allwissend seiest . O Gott , er ist hingegangen , zu wohnen bei dir , denn du bist der beste , bei dem man wohnen kann . Er bedarf deines Erbarmens , und du bedarfst seiner Strafe . Wir sind zu dir gekommen , flehend , daß wir für ihn eintreten möchten . O Gott , wenn es einer war , der Gutes that , so rechne ihm seine guten Thaten an ; wenn er aber einer war , der übel that , so rechne ihm seine bösen Thaten nicht an ! Gewähre in deinem Erbarmen , daß er deinen Beifall finde , und spare ihm die Prüfung des Grabes und dessen Qual ; mache ihm sein Grab weit , und halte ab die Erde von seinen Seiten , und gewähre in deinem Erbarmen , daß er Sicherheit finde vor deiner Qual , bis du ihn wohlbehalten sendest zu deinem Paradiese ! O du Erbarmendster unter denen , die sich erbarmen ! - - - Gott ist sehr groß ! - - - O Gott , verweigere uns nicht unsern Lohn für den Dienst , den wir ihm erwiesen , und führe uns nicht zur Prüfung nach ihm ! Vergieb uns und ihm und allen Moslemin , o Herr aller Geschöpfe ! « Nach diesem Schlusse des eigentlichen Gebetes verneigte er sich nach rechts und nach links und sagte dabei zweimal : » Friede sei über euch und das Erbarmen Gottes ! « Dieser Gruß gilt den Engeln , welche nach muhammedanischem Glauben unsichtbar zu beiden Seiten stehen . Dann forderte er seine Leute nach der Vorschrift auf : » Gebt euer Zeugnis über diesen Toten ! « » Er war einer von den Tugendhaften , « antworteten sie . Als nun der Tote mit Sand bedeckt worden war , folgte die Fathha wieder und hierauf das Schlußgebet , welches aus den drei letzten Versen der Sure Bagarah besteht : » Alles , was im Himmel und auf Erden ist , gehört Gott . Er wird euch über das , was sich in eurem Herzen befindet , mögt ihr es veröffentlichen oder verheimlichen , zur Rechenschaft ziehen . Er verzeiht , wenn er will , und er bestraft , wenn er will , er , Gott , der über alle Dinge mächtig ist . Der Prophet glaubt an das , was ihm von Gott offenbart worden ist , und alle Gläubigen glauben an Gott , an seine Engel , an seine Schrift und an seine Propheten . Wir machen keinen Unterschied zwischen seinen Propheten . Sie sagen : Wir hören und gehorchen . Dich aber , o Herr , bitten wir um Gnade , denn zu dir kommen wir einst . Gott zwingt niemanden , über seine Kräfte zu thun , aber den Lohn dessen , was man Gutes oder Böses gethan hat , wird man erhalten . O Herr , bestrafe uns nicht , wenn wir ohne oder mit Absicht gesündigt haben ! Lege uns nicht auf das Joch , welches du denen auferlegtest , die vor uns lebten . Lege uns nicht mehr auf , als wir tragen können . Verzeihe uns ; vergieb uns ; erbarme dich unser ; du bist unser Beschützer ! Hilf uns gegen die Ungläubigen ! « Hiermit war die Ceremonie beendet , die bei Begräbnissen in bewohnten Orten natürlich eine ganz andere ist . Nun schickte El Ghani einen seiner Leute mit einem leeren Wasserschlauch zu uns , den wir füllen ließen ; dann rüsteten sie sich zum Aufbruche . Als sie die Kamele bestiegen hatten , ritten die andern fort , ohne uns zu beachten ; El Ghani aber lenkte das seinige nahe zu uns heran und rief uns zu : » Ihr habt nicht laut