den Kopf zwischen die emporgezogenen Achseln und ging murrend nach der Türe . » Gute Nacht , Vater « , rief Toni und sah ihm verstohlen schmunzelnd nach . Der Alte ging nach seiner Schlafkammer , die nichts enthielt als ein Nachtkästchen , zwei Stühle und ein Bett mit eisernem Gestelle ; da hält sich kein Ungeziefer , und auf Strohsack , Roßhaarpolster und unter rauher Kotze schläft sich ' s am gesündesten , das hatte dem Sternsteinhofbauer einer versichert , der bei den Soldaten gewesen und trotz ausgestandener Strapazen hundert Jahre alt geworden war , und so weit hoffte er es auch zu bringen . Er dachte , daß er noch lange nicht ins Ausgeding müsse und an den » unbsinnten Stückeln « seines Sohnes immer eine gute Ausrede haben werde , wenn er vor der Zeit und zu dessen Gunsten auch nicht wolle . Das hätte der Toni wissen sollen ; ihm würde über seinen nachsichtigen Vater das Lachen vergangen sein . VI Am Morgen des zweiten Tages darnach lehnte der Toni vom Sternsteinhof an der Bretterwand einer Scheuer und schmauchte sein Pfeifchen . Er sah hinab nach dem Häuschen des Kleebinder-Muckerl , der sich im Vereine mit dem alten Tagwerker Gregori mühte , eine große Kiste heraus und auf einen Schiebkarren zu schaffen ; nachdem sie das fertiggebracht , bückte sich der Alte , um das Scheibband , das ihm von den Achseln herabbaumelte , an die Handhaben zu legen , dann spuckte er in die Fäuste , griff zu und fuhr des Weges . Die Helen , die unter ihrer Türe gestanden hatte , kam jetzt herzu , Muckerl faßte sie an der Hand , und beide schritten plaudernd langsam hinterher . Die alte Kleebinderin lief in das Vorgärtel , nickte und sah ihnen lange nach . Die Dirne ging mit bloßem Kopfe , sie wird also den Holzschnitzer nur eine Strecke und nicht allzuweit begleiten . Toni paffte in kurzen , hastigen Stößen Rauchwölkchen aus seiner Morgenpfeife , während er den beiden da unten wandelnden , immer kleiner werdenden Gestalten mit den Augen folgte , bis er sie ganz am oberen Ende des Ortes , nicht größer wie Krähen im Schnee , hinter der Wegkrümmung verschwinden sah . Er blickte um sich , und da er niemand in der Nähe merkte , machte er sich eilig davon , legte , fast laufend , die Strecke bis zur Brücke zurück , dort lehnte er sich ans Geländer , verschnaufte ein wenig und ging dann langsam zum Dorfe hinaus . Er schritt bedächtig immerzu , bis er auf Helene traf , die gerade unter dem Busche stand , wo sie sich damal verstohlenerweis mit Muckerl zusammengefunden . » Grüß dich Gott , Dirn « , sagte der Toni . » Auch soviel « , entgegnete Helen . » Wohin ' s Wegs ? « » ' n Muckerl hab ich begleit , jetzt geh ich wieder heim . « » So , ' n Muckerl ? Is das dein Schatz ? « » Ich wüßt nit , warum ich dich in dem Glauben irrmachen sollt ; er wird schier so was sein . « » Wundert mich . « » Daß ich ein Schatz hab ? « » Dös nit . Eine wie du kann zehn für ein habn , wann s ' will . « » Na , jetzt weißt , ebn wenn ' s afs Wollen ankommt , da taugn mir die zehne für ein schon gar nit ; da wär mir schon einer wie zehne lieber . « » Ja , aber so einer wie zehne is doch der Muckerl nit ! « » Das sag ich auch nit , aber laß mir ' n in Fried . Daß er mir mehr gilt wie ein anderer , mag dir völlig gnügen , um wie viel mehr , kann dir gleich sein . « » Nein , das is mir ebn nit gleich , das möcht ich wissen , du , als d ' Schönst « - - » Schwätz du nit von der Schönsten ! Lang bevor ihr anghoben habt , mich als dieselbe auszschreien , hab ich ihm schon dafür golten . Vielleicht verstehst , daß er dadurch schon gegn andere voraushat ; vielleicht auch nit , jednfalls erspar ich ' s Erklären . « » Verstünd ' s eh , wann er nur wie unsereiner und kein so Halbmandl wär , oder du eine , die sich mit jedem zfriedengebn müßt , das is aber nit , und zu dir paßt ein Säuberer . « » Ah , mein , dem frag ich grad nach ! Säubrigkeit hab ich für mich selber gnug , und von einm andern seiner laßt sich nichts hrunterbeißen . « » Freilich nit , aber es könnt sich ja einer finden , der mehr hat wie der Muckerl , wovon mer hrunterbeißen kann , und da wurd doch nit schaden , wenn der nämliche ein wengerl leidlicher zun anschaun wär ? « Die Dirne sah den Burschen mit zugekniffenen Augen von der Seite an . » Natürlich , weißt du mir auch gleich ein solchen ? « » Könnt sein « , schmunzelte Toni , » und am End is er gar nit weit von da . « » Wann d ' ihm begegnest , so sag : ich ließ ihn schön grüßen und meinthalbn möcht er nur bleiben , wo er is . « » Ich werd ihm ' s sagen , glaub aber nit , daß er sich daran kehrt . « » Das is sein Sach . Und jetzt , bhüt Gott ! « » No , eil nit , ich ging gern noch mit dir - « » Kannst ja , wann mer ein Weg haben . « » Daß mer sich ausreden , aber da durchs Ort - « » Dir zlieb werd ich doch kein Umweg machen ? ! Ich wüßt nit , warum und wozu . Was ich von dir