und so die ständige Bewegung verursacht . Fest verbunden mit diesem Kolben ist eine Kolbenstange , welche die mit einem Gelenk versehene Pleuelstange aufnimmt . Diese übersetzt die hin- und hergehende Bewegung des Kolbens in eine drehende , die wiederum durch die Kurbeln auf die Schraubenwelle übertragen wird und so die Schiffsschraube in Gang bringt . Robert begriff das alles weit leichter , als er es für möglich gehalten hätte , und folgte mit großem Interesse jetzt auch seinen Begleitern durch die Maschinensäle . Es war fast vier Uhr nachmittags , als sich die beiden nach einem herzlichen Abschied von dem alten Zimmermann mit der Dampffähre wieder nach Hamburg übersetzen ließen . Robert meinte etwas kleinlaut , daß er sich vor diesen Häusermassen wirklich fürchte . Es bleibe ja für Menschen gar kein Platz mehr . Georg zog ihn am Arm mit sich fort , den Baumwall entlang bis zu den Vorsetzen . » Ich bin fast ohnmächtig vor Hunger « , sagte er . » Laß uns nur erst einmal das Wirtshaus erreichen , das ich suche . Hier herum muß es sein . « Er überflog die vielen Wirtschaftsschilder und schien es dann entdeckt zu haben . » Aha , da wäre ja der Fliegende Holländer ! « sagte er . » Komm nur , daß wir jetzt erst etwas essen . « Er führte den Jungen in eine niedere , unsaubere Gaststube , deren Besitzer hinter dem Schenktisch stand und die Groggläser füllte , die ein kleiner Kellnerjunge unablässig den spielenden und rauchenden Matrosen bringen mußte . Das Zimmer war Kopf an Kopf von Gästen besetzt , und Würfel und Karten gingen aus einer Hand in die andere . Man hörte überlautes Lachen , Flüche und Ausrufe in fremden Sprachen . Spanier , Engländer und Schwarze saßen hier , in verworrenstem Kauderwelsch durcheinander schreiend , neben den Hamburgern , die in breitem Platt mit ihren Kameraden sich unterhielten . Alles sang und lachte , fluchte und lärmte . Der Wirt war ein untersetzter Mann mit kurzem , dickem Hals und riesenstarken Armen , die in schmutzigen Hemdsärmeln steckten . Auf borstigen , fuchsroten Haaren saß im Nacken eine schmierige Mütze , und die Augen lagen lauernd in blutunterlaufenen tiefen Höhlungen . » Sieh da , auch mal wieder da ? « redete er Georg an . » Wen bringst du mir da , mein Junge ? Auch ein Früchtchen von deiner Art oder eine junge , unschuldige Landratte , die Seewasser kosten will ? Da , fangt erst mit einem Glas Genever an . « Und damit bot er Georg das Glas mit dem brennenden Getränk an , das Robert mit Widerwillen ausschlug . Der Seiler winkte dem Wirt verstohlen mit den Augen . » Ein Freund von mir , dem ich Hamburg zeigen will ; bei Ihnen wollen wir erst einmal etwas Vernünftiges essen . « Damit bestellte er bei dem Kellner zwei Portionen Beefsteak mit Kartoffeln und zwei Glas Bier , was auch sehr bald kam , und worüber sich die beiden mit dem ganzen Appetit der Jugend hermachten . Als sie satt waren , drängte Robert zum Fortgehen . Der Matrose vom » Blitz « hatte gewiß recht , wenn er ihn vor dieser Art Schenken eindringlich warnte , denn was er sah , das konnte ihm durchaus nicht gefallen , und vor dem Wirt empfand er geradezu Widerwillen . » Es ist einer von denen , die gekielholt werden müßten « , dachte er . Georg stand auf und knöpfte die Jacke zu . » Bleib noch einen Augenblick sitzen « , sagte er , » ich möchte mit dem Wirt noch ein paar Worte sprechen . Der Mann ist ein alter Freund von mir . « Robert machte große Augen . » Der ? « sagte er . » Nun , warum nicht ? « fragte mit ungewohnter Schärfe der Seiler . » Ein solcher Wirt kann nicht mit Lackstiefeln herumgehen wie ein großer Herr . Er muß häufig genug die streitenden Gäste selbst auseinanderbringen und dazu dauernd die Gläser spülen . - Peter Volland ist ein kreuzbraver Mann , sage ich dir . « Und mit diesen Worten ging Georg , um hinter dem überschwemmten Schenktisch den Wirt aufzusuchen . Robert sah , daß sich die beiden wie alte Bekannte begrüßten , und daß die Worte seines Freundes den stämmigen Schenkwirt äußerst angenehm zu berühren schienen . Ein wiederholtes Kopfnicken , eine Handbewegung und der ganze Ausdruck des Gesichtes sagten deutlich , als habe er laut ausgerufen : » Ja ! Jawohl , ganz gewiß ! « Dann folgte , halb versteckt hinter einer großen braunen Kanne , eine Fingerbewegung , die des Zählens . Jetzt nickte Georg , und die beiden Vertrauten trennten sich . Der Seiler kam wieder in das Schenkzimmer . » So « , rief er , » nun laß uns gehen , Kleiner . Jetzt sollst du auf dem Weg zum Altonaer Bahnhof noch die Läden der Schiffshändler kennen lernen . Paß nur auf , es beginnt gleich hier in der Nähe . « » Was hattest du mit dem Wirt ? « fragte Robert . » Ihr beide spracht und tatet so , als hättet ihr einen Handel abgeschlossen . « Der Seiler lachte etwas gezwungen . » Einen Handel ? Dummes Zeug , Junge . Sieh her , hast du schon einmal solche Ankerketten gesehen und solches Ölzeug ? « - Er zog Robert von Schaufenster zu Schaufenster und ließ ihn alles bewundern . Der ganze Weg neben der Hafenmauer führte an Läden und Werkstätten vorüber , die mit der Seefahrt in unmittelbarer Berührung standen . Außer den zahllosen Matrosenschenken und großen Auswandererhäusern gab es da die Niederlagen der Anker- und Kettenschmiede , Tauwerks- , Teer- und Farbenhandlungen , die Werkstätten der Blockdreher und Segelmacher , die Läden mit Schiffsproviant , Auswandererbedarf und Ölzeug , dann die Geschäfte der Makler , Agenten und Ballastlieferanten , und hundert andere mehr . An der unbebauten ,