zwei bis drei Fuß hohen Schwirren liegt , geschlagen , auf den er aufrecht mit Lehm angeklebt wird . Etwa zwanzig Schritte weit vor dem Sparren wird die Fronte des Raumes bezeichnet , innerhalb welchem der Hurnuß fallen oder abgetan werden muß . Dieser Raum oder dieses Ziel ist an der Fronte auch ungefähr zwanzig Schritte breit , erweitert sich nach und nach auf beiden Seiten , hat aber keine Rückseite , sondern ist in seiner Längenausdehnung unbegrenzt ; so weit die Kraft reicht , kann der Hurnuß geschlagen werden . Innerhalb dieses Zieles muß nun der sehr rasch fliegende Hurnuß aufgefaßt , abgetan werden , welches mit großen hölzernen Schaufeln mit kurzen Handhaben geschieht . Fällt derselbe unabgetan innerhalb des Zieles zu Boden , so ist das ein guter Punkt . Wird er aber aufgefaßt oder fallt er dreimal hintereinander außerhalb der Grenzen zu Boden , so muß der Schlagende zu schlagen aufhören . Die zwei Partien bestehen aus gleich viel Gliedern und schlagen und tun wechselseitig den Hurnuß ab . Haben alle Glieder einer Partie das Schlagrecht verloren , indem der Hurnuß entweder abgefaßt worden oder außer das Ziel gefallen , so zählen sie die guten Punkte und gehen nun ins Ziel , um den Hurnuß aufzulassen , den nun die andere Partie schlägt , bis auch alle Glieder das Schlagrecht verloren . Welcher Partie es gelungen ist , mehr Punkte zu machen , den Hurnuß ins Ziel zu schlagen , ohne daß er abgetan wird , die hat gewonnen . Nun muß man wissen , daß dieser Hurnuß fünfzig bis siebzig Fuß hoch und vielleicht sechs- bis achthundert Fuß weit geschlagen wird , und doch gelingt es bei geübten Spielern den Partien oft nicht , einen einzigen Punkt zu machen , höchstens zwei bis drei . Es ist bewunderungswürdig , mit welcher Sicherheit gewandte Spieler dem haushoch über sie hinfliegenden Hurnuß ihre Schaufel entgegenrädern , wie man zu sagen pflegt , und ihn abtun mit weithin tönendem , hellem Klang , mit welcher Schnelligkeit man dem Hurnuß entgegenläuft oder rückwärts springt , um ihn in seinen Bereich zu kriegen . Denn je gewandter ein Spieler ist , ein desto größerer Raum wird ihm zur Bewachung anvertraut . Je gewaltiger einer den Hurnuß zu schlagen vermag , um so mehr müssen die Auflassenden im Ziel sich verteilen , so daß große Zwischenräume zwischen ihnen entstehen und auf den geflügelten Hurnuß eine eigentliche Jagd gemacht werden muß . Dieses Spiel ist ein echt nationales und verdient als eins der schönsten mehr Betrachtung , als es bisher gefunden hat . Daß es ein nationales ist , beweist das am besten , daß ein ausgezeichneter Spieler durch eine ganze Landschaft berühmt wird und die Spieler verschiedener Dörfer ordentliche Wettkämpfe miteinander eingehen , wo die verlierende Partie der gewinnenden eine Ürti zahlen muß , das heißt ein Nachtessen mit der nötigen Portion Wein usw. Zur Zeit , als die Erdöpfelkofer und die Brönzwylerer mit einander hurnußen wollten , war noch der Dorfhaß in vollem Leben . Es war nämlich eine Zeit im Kanton Bern , wo jedes Dorf das andere haßte , jedes Dorf seinen Spottnamen hatte , wo dieser Haß bei jedem Tanz , an jedem Markte und zwischendurch im Jahr noch sehr oft mit Blut neu besiegelt wurde , daher nie veraltete , sondern in seiner gleichen Schärfe von einem Geschlecht zum andern überging . Damals schlug man sich mehr als jetzt , es floß mehr Blut als jetzt ; aber damals war es ein nationales Schlagen mit Scheitern , Stuhlbeinen , Zaunstecken , und die harten Bernergrinden wurden wohl sturm davon , aber brachen nicht ein . Jetzt aber ist es mehr ein banditenmäßiges Morden , ein unnationales Messerbrauchen , und je stumpfer das Schwert der Gerechtigkeit wird , desto schärfer werden die Messer , und je feiger die Richter sind , desto frecher wird das Pack . Ach Gott , wenn doch so ein Richter durch seine vermeintliche Popularität hindurch sehen könnte , wie geehrt und beliebt er sich durch seine Feigheit macht , wie hoch ihn die Mit- und Nachwelt schätzt , wenn er jedem Spitzbuben , jedem Vieh herauszuhelfen sucht , ja dadurch so recht eigentlich zu ihrem Helfershelfer sich macht , er würde zittern und schlottern vor Angst und Scham und doch vielleicht nicht anders können , von wegen seinen natürlichen Anlagen . Schon lange hatten sie sich gegenseitig ausgeboten und verhöhnt , schon manches Loch in die Köpfe war geschlagen worden , ehe man dazu kam , einen Tag zum Wettkampf an , zusetzen . Nun entstund in beiden Dörfern ein reges Leben , jede Abendstunde wurde zur Vorübung benutzt . Die Alten brummten über viele Zeitversäumnis , sagten voraus , das wer - de eine schöne Geschichte absetzen , und doch nahmen sie eifrig teil an allem , nahmen selbst noch die Schaufeln zur Hand und probierten die Schlagstecken , wie sie sich in die Hand schickten und was für einen Zug sie hätten , bis sie sich nicht enthalten konnten , den Hurnuß auch zu schlagen . Zugleich führten sie die Jungen aus , wie sie gar nichts mehr könnten und wie die Andern ihnen den Marsch machen werden , und doch ließen sich noch einige alte Berühmtheiten mit fast weißen Haaren erbitten , am eigentlichen Kampfe teilzunehmen . Die Auswahl der Spielenden geschah mit der größten Sorgfalt und nach langem Prüfen und Wägen , denn die Ehre des Dorfes stund auf dem Spiele , und es war lustig anzusehen , wie die Auserwählten sich ordentlich in die Brust warfen , die Nichterwählten aber sich klein machten und demütig zu den Andern aufschauten . Unter den Auserwählten sollte auch Uli sein , denn für so ein Junger war er ein Meister , und wenn ihm schon im Schlagen noch hie und da ein Streich fehlte , so war er doch im Abtun , wo es Springen und Werfen galt , einer der Tüchtigsten . Sein Meister riet ihm ab , die Wahl