Das Sein vergällen , dem nicht Ruhm noch Minne Den Sinn verrücken , der ins Erdenthal Herniederlächelt von der Weisheit Zinne , Den auch der Andern Sündenschmerz zumal Zu Mitleid nicht erregt und edlem Zorn : In ihm selbst quölle noch des Leidens Born . Zwischen zwei Polen schwebt das Menschenloos : Ein wirklich Weh und eingebildet Leiden . Nicht nur der Schiffer im Orkangetos Bebt auf der See , die Riffe zu vermeiden . Falsch ist ' s , daß in des Hafens sicherm Schoos Die Sicheren sich an fremder Mühsal weiden , Sie beben auch in ahnungsvollem Graus , Die Phantasie malt größere Schrecken aus . Die Eifersucht ist aller Schmerzen Quelle , Ob um ein Weib sie Dir das Sein vergälle , Ob Dich im Ruhmkrieg kränke ein Rival . Ruhm , Macht , Genuß , Gold , Liebe , Alles schal . Verwirf sie alle , Tod heißt jede Wahl . Mann , Weib und Thier verfallen allzumal Dem Weltprinzip und dies Gesetz heißt Qual . Wen sie verschont , der schafft sie sich zur Stelle , Denn ohne Qual sinkt in das Nichts das Sein . Das All und Nichts sind schmerzenlos allein . Doch Wiege ähneln sich und Totenschrein , Zum Leben selber führt des Leidens Schwelle . Und weil ein höheres Sein der Genius , Noch höhere Qualen er erdulden muß . Wenn der Gedanke , fern von Tageshelle , Selbstmord verübt in seiner dunklen Zelle . Wohl lehrte die Erfahrung schon von je , Daß was Euch Schuld bedünkt , nur eitel Weh . Doch ist ' s noch mehr : Ein unbewußtes Ahnen Führt Sündenlose auf der Sünde Bahnen . Und Weise , über Nichtiges erhaben , Versuchen sich an Nichtigem zu laben Und Epimetheus müht sich um Pandoras Gaben . Denn schwach und zärtlich ist der Künstlergeist , Leicht das Gewebe seines Innern reißt . Drum möge er , zum Kampfe sich zu stählen , Das Irdische dem Himmlischen vermählen . Die Sehnsuchtthränen nach dem Ideale Verschlucke Du und opfre mit dem Baale ! Taugt stets Dir Alpenluft ? Sei Mensch im Erdenthale ! Du denkst des Sterns , der einst die Wüste Dir erhellt . Doch Der verhüllte sich in Wolkennacht . Und einsam nun Dein Herz im Dunkel wacht . Der Reue Schakalschrei Dich ruhelos umgellt . In einer Wüste stehst Du ohne Quell und Thau . Es grinsen rings auf frührer Lebensbahn Gerippe manch verschollner Karawan ' . Dein wunder , müder Fuß tritt Kiesel hart und rauh . Weh dem , der opfern will die flüchtige Gegenwart Der Zukunft , schwanger stets mit neuem Plan ! Doch unheilbaren Siechthums Unterthan Ist , wer mit trübem Blick stets nach Vergangnem starrt ! Anno Buchsbaum . Schnitzel aus dem Schuldbuche der Zeit . Still , Krähen ! Denn der Löwe brüllt . Die Tatzen Zeigt er Euch , Minnesänger-Miesekatzen . Von meiner Feder hofft nicht Degenstöße , Nur Tatzenhiebe ziemen Eurer Blöße . ' s ist Mai . Ein wunderschöner Monat , gelt ? Ja , alle Gaben , die herniedergießt Aus vollem Horn der Frühling auf die Welt , Mein frommer Sinn andächtig mitgenießt . Mit Eimern regnet es vom Himmelszelt Und alles Unkraut wunderherrlich sprießt . Ach ! Ueber ' s Wachsthum bin ich schon hinaus , Obwohl ich hutlos wandle aus dem Haus . Damit der Frühlingsregen salbe mir Das Köpfchen und mir neues Wachsthum sende . Denn aufwärts , wie man wähnet , streben wir , Wenn uns das Haar durchnäßt die Himmelsspende . O Streberthum ! Was war die Frucht der Gier ? Der radikalste Schnupfen nur am Ende ! Doch freilich ( o Mirakel ! ) wächst mein Bart ! Ja , weil seit Tagen er rasirt nicht ward . So zeigt sich falsch doch jeder Ammenglaube : Zu jedem Ding natürlich ist der Grund ! ( Gelt , weise ? ! ) Wie im malerischen Staube Das Meer der Gärten fluthet grün und bunt ! Und wie die Wolke fliegt gleich einer Taube Entlang die Himmelkuppel blau und rund ! Auch Fröschehallelujah hin und wieder Und wie berauschend duftet frischer Flieder ! Mit neuem Flieder stets geheimnißvoll ( Ich ahne irgend einen Magnetismus ) Ein neu Gefühl der Brust erblühen soll . Wodurch ? ' s ist jedenfalls ein Ding auf ismus . Schon fühlt ' ich ' was , mein Bein vor Rührung schwoll , Da merkte ich , es war Herr Rheumatismus . Und das Gefühl saß nicht im Herzen , nein , Der Frühling regte sich in meinem Bein . Dies Klima überhaupt ! Frau Sonne heut Glotzt frech vom Himmel , daß wir derbe flehen , Sie möge haben die Gewogenheit , Uns etwas weniger im Licht zu stehen Und einmal glänzen durch Abwesenheit ! Was dann ? Nun will sie gar für immer gehen ! So übelnehmerisch ? Heißt das ertragen Die deutsche Grobheit ? ( Gradheit , wollt ich sagen . ) Nur Euch , Ihr oft besungnen Maiennächte , Euch will ich nicht bekritteln . Ihr , Ihr seid Voll mystischer naturgewalt ' ger Mächte . Ja , greint der Kater sein unnennbar Leid , Das ist das Urmotiv , das wahre , echte . Schauer-Romantik ! Himmel , wie er schreit ! Das ist die Sehnsucht nach der blauen Blume , Nach » Unbewußtem « und nach Dichterruhme ! Jüngst schrie ' s vor meinem Lager . Gräßlich war Das Mordgezeter . Haar , sträub ' dich empor ! Erwürgt man nächtlich eine Kinderschaar Ruchlos und grauenhaft vor meinem Thor ? Ein Kindermord von Bethlehem wohl gar ? Ha , schaudernd ich entschlossen Rache schwor : Ich griff den Knecht des Stiefels - heiliger Vater Fortschlich als Missethäter scheu ein Kater ! Ich schleuderte das Holz ihm schwungvoll nach , Dann setzt ' ich mich , in tiefer Rührung weinend . Der Tag herein mit trüben Schauern brach , Der Nachtwind heulte . Kurz , sich graus vereinend , All die Symptome da