sagte ich ' s voraus , das ist ein Junge , der wird ' s zu was bringen . Ich hatte vorgestern wieder das Vergnügen , mit Ihrem Herrn Vater zu sprechen . Da müssten Ihnen die Ohren geklungen haben . « » Mein Vater , wissen Sie - « » S ' ist ein kluger Mann . Die Jugend muß ihre tollen Hörner ablaufen , hat er gesagt . Ich Dummkopf glaubte , daß man seinen Sohn zum Studiren auf die Universität schickt , hielt meinen deshalb kurz . Und der Junge war nur zu gehorsam , er büffelte , gab zu wenig aus , und nahm zu viel ein , nämlich fixe Ideen , sagte der Herr Vater . Nun haben wir die Bescherung . Das tolle Feuer , was ' raus schwären sollte , steckt noch drin , und ' s bricht an der unrechten Stelle los . Dem Jungen mache ich keine Vorwürfe , mir mache ich sie . « » Und der Herr Pathe legten gewiß ein freundlich Wort ein . Will man mich vielleicht noch ein Mal auf die Universität schicken , um das Versäumte nachzuholen ? « » Erlauben Sie mir , ich sagte ihm : das Leben ist ja auch eine Universität . Er kann ja auch hier seine Hörner abstoßen ; je toller er drauf los geht , um so eher wird er stumpf . Wie ist er da beim Minister angelaufen . Wird auch noch öfters anlaufen ! Sind nicht alle Minister so human , daß sie die Rappelköpfe nach Karlsbad schicken . ' s ist Mancher eingesperrt worden , der sich die Zunge verbrannt hat . Schadet auch nichts . Der Sohn vom Geheimrath Bovillard , wie oft hat er gesessen ! Man kann ' s gar nicht zählen . Der Vater war so klug , hat sich nicht um ihn gekümmert ; nun ist er von selbst zu Kreuz gekrochen . Ist kirr geworden , um den Finger zu wickeln ; lässt sich vom Vater parforce schicken , wohin es ist , und wenn er sich müde geritten hat , dann giebt ihm der Vater ' ne kleine Stelle , sucht ihm ' ne Frau aus , die ein bischen Geld hat . Zuerst in ' ner kleinen Stadt , wo er über den Akten schwitzen muß ; ist froh , wenn er nach Hause kommt , ' ne Pfeife raucht bei ' nem Glase Bier , ein Partiechen ; Kinder kommen dann auch , die schreien , ein Vater hat doch auch ein Herz . Ach Gott ! darüber vergisst er alle krause Ideen ; ist froh , wenn ' s nur bei ihm zu Hause gut geht , und denkt nicht mehr daran , den Staat besser machen zu wollen . Und geben wir Acht , mit dem Walter wird ' s auch so kommen . « » Verdanke ich das alles Ihnen , Herr Pathe ? « rief Walter mit wachsendem Erstaunen . » Wir saßen so traulich bei Herrn Kämper zusammen , wir sechs oder sieben , alles respektable Bürger . « » Was ! ein Kollegium , um über meine Besserung zu berathen ! « » Wo hat nicht Jeder ' nen faulen Fleck im eignen Hause ! Wenn man so beim Bier sitzt , ein Pfeifchen im Munde , spricht man sich gegenseitig Trost zu . Der hat ' nen Sohn , der spielt . Das ist beinahe am allerschlimmsten . Da waren wir Alle einig . Das thut mein Pathe nicht ; alles , was Recht ist . Er trinkt auch nicht , er läuft auch nicht den Mädchen nach . Na , Jugend hat keine Tugend , darüber sind wir weggegangen . Aber das Theater , was hat das ehrbaren Familien Kummer und Noth gebracht . Erst alle Abend der Herr Sohn ins Parterre . Das kostet Geld , die jungen Leute machen Schulden . Ist aber viel schlimmer , wenn ' s kein Geld mehr kostet , wenn sie ' s umsonst haben ; dann haben sie Konnexionen hinter den Coulissen , das sind die schlimmsten und theuersten Konnexionen . Und die Truppe ist einmal abgereist , und der Herr Sohn ist verschwunden . Ja , ja , das ist manchen Eltern so gegangen . Den Kummer haben Sie Ihrem Herrn Vater nicht gemacht . Wissen Sie aber , Einige meinten , das wäre immer noch nicht so schlimm , als wenn ein Bürgersohn sich mit der Politik abgiebt . Da kann man noch mal Direktor werden , wie der Herr Iffland ; der war auch anständiger Leute Kind . Auf dem großen Welttheater aber - « » Ist für uns nichts zu holen , « fiel Walter ein . » Ihre ehrbaren Bürger haben Recht . Erfuhren Herr Pathe sonst noch etwas ? « sprach er , zum Abschied die Hand reichend . » Mancherlei ! Man wird Heirathsannoncen lesen , über die man sich wundern soll . Mancher Herr Offizier lässt sich in aller Schnelligkeit kopuliren . Lieber Gott , wenn ' s ins Feld geht , will man den Kindern doch einen Vaternamen hinterlassen ; das Gewissen schlägt auch unterm blauen Rock . Seine Majestät sind sehr damit zufrieden . - Ach , und wissen Sie schon vom Kriegsrath Alltag ? « » Was ? « » Wird Geheimer Tresorier des Königs , Titel Geheimrath . Da ist auch nur eine Stimme : Der hat ' s verdient ! Mit seiner Demoiselle Tochter wird er nun auch höher hinaus wollen . Wer verdenkt es ihm ? « » Adieu . Herr Pathe ! « Der Pathe hielt seine Hand fest . Sein schlaues Lächeln schien noch ein Geheimniß zu verstecken . » Heraus damit ! « » Ich sehe einen verlornen Sohn - « » Wo ? « » Im Comptoir seines Vaters . « » Und was brachte ihn dahin ? « Der Kastellan hielt beide Hände wie ein Sprachrohr an seines Pathen Ohr ,