und vergeblich um Raum zur Rechtfertigung flehend . Ja , ich wiederhole es noch ein Mal , Graf Archimbald Glanford brachte in meinem Namen drei Mal dieselbe Bitte vor ; meinen König hat sie nicht erreicht . Nein , nein ! rief Jakob , es ist so , Carl ; ich habe nichts erfahren , zu meinem großen Leidwesen ! - Da gab ich mich endlich dem großmüthigen Mitleiden des erhabenen Monarchen hin , der bald durch die heiligsten Bande dem Interesse Englands verwandt sein wird und jetzt schon mit wahrer Freundschaft ihm ergeben ist . Die Zerstörung der einst vortheilhaft genannten Pläne , die den mit niederriß , der sie in treuer Absicht eingeleitet , sie war der Anfang eines Glücks für Frankreich , worauf es zu viel Werth legt , als daß es nicht milde und theilnehmend für den fühlen sollte , der darunter gelitten . Der Herr Marquis hat sich lange vergeblich bemüht , Gehör zu finden ; die gestrige Audienz machte es ihm möglich , während er um die Gnade bat , den Grafen Richmond einzuführen , der für seinen Großvater um Gerechtigkeit flehte , Euer Majestät ein Papier einzuhändigen , welches von den vergeblich gemachten Versuchen benachrichtigte und diese Audienz für den Herrn Marquis erbat . Ja , ja , sagte der alte König , das ist Alles so . Ein wenig auffallend war der Schritt , den mein lieber Marquis that ; aber wahr ist es , und wir hatten nichts dagegen , auch ohne den Fußfall des jungen Lords , Deines Enkels , mein Bristol , hätten wir eingewilligt . Aber diese Scene , sagte der Prinz , zum Marquis etwas bitter lächelnd , maskirte vortrefflich die Uebergabe Eurer Depesche . Der Marquis lächelte , so unbefangen und höflich sich verneigend , als ob der Prinz ihm eine Galanterie gesagt hätte , und zeigte blos mit der Hand auf den entgegengesetzten Eingang des Zimmers , welcher nach dem Vorzimmer des Königs führte . Der Marquis hatte allein den wachsenden Sturm eines Streites vernommen , welcher von daher immer heftiger sich hören ließ , und den er nicht ungern bisher von den drei lebhaft angehört Sprechenden überhört sah . Doch jetzt schien die Sache auf dem Punkte , wo er nicht sehr wünschen konnte , die Unterredung verlängert zu sehen ; denn das Interesse Frankreichs an dem Grafen durfte nicht über die leichte Theilnahme menschenfreundlichen Wohlwollens hinausgehend erscheinen , und ein heftiger Schlag gegen eine Thür des Vorzimmers unterbrach jetzt Alle zugleich . Da haben wir es , schrie der König ganz außer sich , das ist Buckingham ! O mein Gott , ich armer , alter Mann , muß ich so gequält werden ! Macht Euch gefaßt , er wird wüthend sein . Bristols Namen durfte ich nicht nennen , und nun ist er selbst hier . O , Bristol , wie kannst Du verantworten , mich in eine so unangenehme Lage zu stürzen ! Mit welchen Empfindungen auch bisher der Prinz und Bristol sich gegenüber standen , schnell vereinigte sie das Gefühl der Beschämung über das Betragen des alten Königs . Ja , der Prinz mochte , dem edeln und treuen Bristol gegenüber , vielleicht mit minderer Wärme an den Diener denken , dessen Einfluß auf seinen Vater er unmöglich billigen konnte , wenn er sah , zu welcher kindischen Furcht seine fernste Annäherung ihn verdammte . Euer Majestät , sagte der Prinz rasch vortretend , wird mir gewiß den Befehl geben , den unanständigen Streit , den man wagt in die Zimmer meines königlichen Vaters zu verlegen , augenblicklich zu beendigen . Wenn Euer Majestät unterdessen den Grafen von Bristol beurlauben wollen , wird der Herr Marquis die Hinterthür wohl wieder finden , die sich vorher seinen Wünschen aufthat . Ich danke Euer Königlichen Hoheit ! erwiederte der Marquis schnell , dem Gesandten Frankreichs sollte hier jeder Weg offen stehen . Uebrigens muß ich bedauern , daß ein Zufall denjenigen gerade jetzt versperrt , den ich vorzog zu kommen . Die Thür jenes Kabinets ist verschlossen , wie ich eben untersucht habe . Doch wenn Seine Majestät den Grafen Bristol beurlauben , so darf ich wohl nicht zweifeln , daß er durch jenen Ausgang an meiner Seite Eurer Königlichen Hoheit ungehindert folgen darf . Der Prinz drückte die Lippen ein , und es war sichtlich , daß er sich keineswegs dem Herzog gegenüber so sicher fühlte , wie der Marquis in seiner plötzlich stolzen Haltung ihm aufnöthigen wollte . Aber es war hier ein schneller Entschluß nöthig . Denn theils brannte der Prinz vor Begierde , dem Marquis den Anblick des Königs zu entziehen , der Alles , was gesprochen ward , mit Klagen bekleidete , welche die grenzenlose Gewalt des Herzogs andeuteten , theils mußte der Prinz fürchten , der Herzog erzwinge den Eingang , und vor dem Bette des Königs könnten sich Scenen ereignen , die er zu fürchten hatte . Herr Graf von Bristol , sagte er daher plötzlich mit der stolzen Fassung , die ihm so wohl stand , bittet den König , Euch zu beurlauben . Stumm kniete Bristol vor dem Bette nieder , und dieser Augenblick , der ihn für immer von seinem königlichen Freunde trennte , ward ihm erleichtert durch die Ueberzeugung , daß , wie auch wenige Augenblicke vorher ihr ruhiges Beisammensein noch einige Symptome seines frühern edlen Geistes geweckt , doch der , für dessen Beifall er so gern gelebt und gewirkt , längst von Krankheit , Alter und fremder Anmaßung unterdrückt war . Ja , geh nur , sagte der König , ihm grämlich die Hand gebend , ich will es Dir verzeihn , daß Du mich so beunruhigst ; aber Du hättest es wohl lassen können und abwarten , bis Karl König ist , der Deine Angelegenheiten dann besser ausfechten mag , als ich . O , entlassen mich Euer Majestät nicht so ! rief Bristol schmerzlich ; ich kam nur , um einen Blick der alten Gnade zu empfangen