sind , dächte ich , wir erzeigten der Goltzischen Uniform die letzte Ehre . « Dabei zog er Rock und Weste aus und warf sie ins Feuer . Die Offiziere taten desgleichen . Unter lautem Gelächter folgten schließlich auch die Beinkleider . In neuer Uniform kehrte man in die Stadt zurück . Diese Szene ist charakteristisch für den Ton , der herrschte . 15 Amalthea , die Nymphe , welche den Jupiter mit der Milch einer Ziege ernährte , auch diese Ziege selbst . Also hier etwa Milchwirtschaft , Meierei . 16 Dieser von Knobelsdorff ist nicht Georg Wenzeslaus von K. , der berühmte Baumeister und Freund des Königs , sondern Karl Siegmund von K. aus dem Hause Bobersberg . Er blieb bei Chotusitz ( Czaslau ) . Georg kam allerdings 1735 auf Besuch nach Ruppin , legte den Garten an und baute den » Tempel « , der auf einer Kuppel die Statue Apollos trug . Der Besuch wird aber nur wenige Wochen gedauert haben . Anderseits wiederum , so kurz dieser Aufenthalt war , war er doch lang genug , um G. von K. 1736 von Rom aus schreiben zu lassen : » Die Instrumentalmusik hier hat mich noch nie in Verwunderung gesetzt und ich wünschte wohl , denen Römern ein Ruppinsches Konzert hören zu lassen . « 17 Chevalier Chazot , der während der Rheinkampagne ( 1734 ) im französischen Heere diente , hatte das Unglück , einen Anverwandten des Herzogs von Boufflers im Duell zu töten . Er floh deshalb in das Lager des Prinzen Eugen , zunächst nicht um in Dienst zu treten , sondern nur um ein Asyl zu finden . Beim Prinzen Eugen lernte ihn der Kronprinz kennen , dem er später nach Ruppin hin folgte . 18 Bielefeld schreibt allerdings 1754 : » Der Prinz Ferdinand hat in Ruppin , wo sein Regiment steht , kein passendes Palais gefunden , besonders für den Fall seiner Vermählung . Er kaufte daher einige Häuser und Gärten , die er vereinigte und bequem und schön einrichtete . Der Garten besonders ist freundlich , und alle Nachtigallen der Gegend scheinen darin zusammenzukommen . « Dies klingt so , als ob Prinz Ferdinand nicht das Palais bezogen hätte , das sein älterer Bruder als Kronprinz bereits innegehabt und das seit 1740 leer stand . Und in der Tat möglich ist es , daß ein Prinz-Ferdinand-Palais eigens erst eingerichtet wurde , wahrscheinlicher aber erscheint es mir , daß der Prinz das Palais bezog , das nun einmal da war . Auch stimmt die Beschreibung ganz zu der Lokalität , die der Kronprinz bewohnt hatte . 19 In eben diesem Garten hat der Besitzer einen zugespitzten , etwa sechs Fuß hohen Granitstein errichtet , der die Inschrift trägt : » Hier überdachte Friedrich der Einzige als Kronprinz die Pläne , die er als König zur Ausführung brachte . « 20 Diese Instruktion hatte speziell die Regelung des kronprinzlichen Lebens im Feldlager der vom Prinzen Eugen kommandierten Reichsarmee ( zu der der Kronprinz im Sommer 1734 abging ) vor Augen . Es darf aber wohl angenommen werden , daß die Grundsätze , die der König bei dieser Gelegenheit aussprach , ebensowohl für den unmittelbar voraufgehenden und unmittelbar folgenden Ruppiner Garnisondienst wie für den Kriegsdienst am Rheine galten . 21 Boyen hat auch in bezug hierauf eine etwas prosaischere Version . Er schreibt : » Günther zog sich früh aus dem Treiben der Welt und der Gesellschaft zurück . Was ihn zu dieser Zurückgezogenheit bestimmte , ob es schmerzlich zerrissene Lebensverbindungen waren ( also unglückliche Liebe , aber nichts von einem Keuschheitsgelübde ) mag dahingestellt bleiben . « Auch der » Gewaltigkeit seines Körpers « erwähnt Boyen nicht ; vielmehr spricht er viel von der Kränklichkeit des Generals , die nur in dessen moralischer Kraft ihr Gegengewicht gefunden habe . Er war auch hierin ganz dem alten Zieten verwandt , der bekanntlich immer leidend und zu Zeiten völlig hinfällig war . 22 Goethe war überhaupt voller Anerkennung für Schinkel . 1820 war letzterer in Gesellschaft von Rauch und Friedrich Tieck in Weimar auf Besuch , und Goethe , dem vorzugsweise diese Reise gegolten hatte , schrieb über diese schönen Tage : » Von Jugend auf war meine Freude mit bildenden Künstlern umzugehen , Herr Geh.-Rath Schinkel machte mich mit den Absichten seines Theaterbaues bekannt und wies zugleich unschätzbare landschaftliche Federzeichnungen vor , die er auf einer Reise in ' s Tyrol gewonnen hatte . Die Herren Tieck und Rauch modellirten meine Büste , ersterer zugleich ein Profil von Freund Knebel . Eine lebhafte , ja leidenschaftliche Kunstunterhaltung ergab sich dabei , und ich durfte diese Tage unter die schönsten des Jahres rechnen . « 23 Es scheint fast , daß alle hervorragenden Künstler die oft ans Wunderbare grenzende Gabe besitzen , das allerflüchtigst Wahrgenommene auf viele Jahre hin , um nicht zu sagen für immer , in ihrer Vorstellung zu bewahren . Das Geschaute fällt wie ein Lichtbild in ihre Seele und fixiert sich daselbst . William Turner sollte zu einer bestimmten Gelegenheit die » Landungsbrücke von Calais « malen , und man erwartete , er werde hinüberfahren , um das Bild nach der Natur anzufertigen . Er war aber ein oder zwei Jahre vorher nach Paris gereist , und hatte sich , auf dem Dampfschiffe stehend , ohne die geringste Ahnung davon , daß ihm solche Aufgabe jemals zufallen würde , die Szenerie von Calais ( bloß dadurch , daß sein Auge einen Moment darauf ruhte ) so vollständig eingeprägt , daß er das bestellte Bild in frappantester Naturwahrheit aus dem Kopfe malen konnte . – Ein anderes Mal zeichnete er mit raschen Strichen einen Dreimaster aufs Papier , den er länger als zwanzig Jahre vorher auf der Reede von Spithead hatte tanzen sehen . Das Schiff existierte noch in Portsmouth oder Plymouth und man verglich die Zeichnung damit . Zum Staunen aller ergab sich , daß Turner sogar die Zahl und Stellung der Stückpforten völlig richtig wiedergegeben hatte .