Füß glegen , ' s Gwehr hat er zwischen die Knie ghabt , und allweil schaut er in Boden eini . Und gahlings schlagt er d ' Händ vors Gsicht und fangt zum heulen an wie a wehleidigs Kindl . Dös hat mich packt , ich weiß net wie . Die Büchs hab ich aus ' m Anschlag gnommen , bin auf ihn zu in aller Ruh und sag : Gib dich , Lump ! Da schaut er mich an . Nachher schnauft er und sagt : Da hast mich ! Eiskalt geht ' s mir übern Buckel . Gleich fallt mir d ' Schwester ein . Jesus ! Bruckner ? Du ! Mehr hab ich net aussibracht . Ja , sagt er , ich ! Und steht auf , will mir ' s Gwehr hinbieten und sagt : Gegen dich gibt ' s für mich kein Wehren net ! Da kracht ' s übern Lahner her . Und jetzt erst fallt mir wieder der zweite ein , von dem der Schipper verzählt hat . Ich mach an Sprung auf d ' Seiten . Drüben fliegt ' s Pulverwölkl auf , und zwischen die Latschen blitzt der Lauf kerzengrad gegen mich her - « » Jesus ! « keuchte die Horneggerin und bedeckte die Augen . » Aber ich war mit der Büchs noch net im Gsicht , da fallt neben meiner der zweite Schuß . In die Latschen drin überschlagt sich einer , sei ' Büchs kugelt aussi über d ' Wand , und neben meiner sagt der Bruckner : Für dein ' Vater , Franzl ! Heut is Zahltag gwesen ! Da greift er mit der Hand an d ' Seiten , und ' s Blut rinnt ihm übern Schenkel . Sei ' Büchs , die noch graucht hat , fallt ihm aus der Faust . Und wie der Baum im letzten Hieb , so schlagt er auf d ' Steiner nieder . Ich spring ihm z ' Hilf . Fehlt ' s weit ? frag ich . Ja , sagt er , wird wohl Zeit sein , daß ich beicht - ' s Heutige druckt mich net , aber ' s Alte möcht ich mir vom Gwissen laden ! - Mutter , Mutter , was hab ich hören müssen ! « Mit langsamen , hölzernen Worten wiederholte Franzl , was ihm der Sterbende gebeichtet hatte . » Schier hat er nimmer reden können . Verzeihst mir ? hat er noch gfragt . Ja , sag ich , derbarmen tust mich ! Da schaut er mich an und hat sich gstreckt . Und Netterl , mein Netterl ! Und aus und gar is gwesen . Und beten hab ich müssen . Und hab net glauben können , daß er der Schuldig is ! Zwei Kugeln sind geflogen am Johannistag , eine bloß hat troffen . Mutter , da leg ich d ' Hand ins Fuier : es war dem Schipper die seinig ! Die ganzen Jahr her hab ich ' s gspürt in mir und hab ' s net verstanden . Es war sein Gwissen , dös sich gwehrt hat gegen mich ! Und die letzte Lug am gestrigen Weg ? Und wie er mich ghetzt hat , daß ihn mei ' Kugel vom andern erlösen sollt ! Und wie sich der Bruckner gutwillig geben will , schießt er ihm hinterrucks die Kugel auffi . Warum denn ? Weil er gforchten hat , der Bruckner könnt reden . Und die ander Kugel hätt er mir durch ' n Schädel gjagt , daß ich kein Zeugen mach . Er hat sich verrechnet . Und der Bruckner hat zahlt für mich . Wie ich eingstiegn bin in d ' Latschen , und der Schipper is daglegen , mit die Fäust in der Luft und im käsigen Gsicht noch allweil sein giftiges Lachen - Mutter , da hat ' s bei mir kei Frag nimmer braucht . Jetzt leg ich d ' Hand ins Fuier : der Schipper war ' s ! « Von Grauen geschüttelt , bekreuzte sich die Försterin . » Unser Herrgott soll ihm gnädig sein ! Ich hab verziehen . « Sie umklammerte den Sohn . » Sie christlich , Bub ! Vergib ! « Franzl schüttelte den Kopf , und seine Stimme war hart wie Eisen . » Ich bin a guter Christ . Aber da drin liegt d ' Mali . Ich hab bloß an einzigs Denken : daß mich unser Herrgott die Stund erleben laßt , in der ich dem Madl sagen kann : Tu dich trösten , der Schipper war ' s , und deim Bruder verdank ich mein Leben . « Der Doktor kam aus der Kammer . » Kopf hoch , lieber Hornegger ! « Er winkte der Försterin und trat mit ihr vor das Haus . » Ihnen muß ich die Wahrheit sagen . Nervenfieber und schwere Lungenentzündung . Das kann Bäume werfen . « Die Horneggerin mußte sich erst in der Küche ausweinen , ehe sie die Kammer wieder betreten konnte . Franzl saß zu Füßen des Bettes und hielt die glühenden Hände der Kranken umklammert , die regungslos in den geblumten Kissen lag , mit dunklen Rosen auf den Wangen . » Mutter ? « Das klang wie ein Hauch . » Meinst net , sie schaut schon besser aus ? « » Aber ja ! Gwiß ! Viel besser ! « Franzl atmete auf und erhob sich . » Es kommt mich hart an - aber ich muß Rapport machen . Bleibst bei ihr ? « » Tag und Nacht ! « » Und tust alles , was der Doktor gsagt hat ? « » Alles ! Verlaß dich auf mich ! Aber zieh dich um , tropfst ja am ganzen Leib ! « » Dös kühlt mich grad . « Scheu rührte er mit den Fingerspitzen an Malis glühende Wange ; dann schlich er zur Tür . » Was ich sagen will - am Heimweg könnt