darin und eine , « flüsterte sie , ihn auf die Stirn küssend und das Medaillon umhängend , » und eine von Rauthgundis . Leb wohl , du mein Leben ! « Er richtete sich auf , ihr ins Auge zu sehen . Da trieb sie das Pferd an : » Vorwärts , Wallada , « und sprengte hinweg : Wachis folgte im Galopp , Witichis stand regungslos und sah ihr nach . Da hielt sie , ehe die Straße sich ins Gehölz krümmte : - nochmals winkte sie mit der Hand und war gleich darauf verschwunden . Witichis lauschte wie im Traum auf die Hufschläge der eilenden Rosse . Erst als diese verhallt , wandte er sich . Aber es ließ ihn nicht von der Stelle . Er trat seitab der Straße : dort lag jenseit des Grabens ein großer moosiger Felsblock : darauf setzte sich der König der Goten , und stützte die Arme auf die Kniee , das Haupt in beide Hände . Fest drückte er die Finger vor die Augen , die Welt und alles draußen auszuschließen von seinem Schmerz . Tränen drangen durch die Hände , er achtete es nicht . Reiter sprengten vorüber , er hörte es kaum . So saß er stundenlang regungslos , so daß die Vögel des Waldes bis dicht an ihn heran spielten . Schon stand die Sonne im Mittag . Endlich - hörte er seinen Namen nennen . Er sah auf : Teja stand vor ihm . » Ich wußt ' es wohl , « sagte dieser , » du bist nicht feig entflohn . Komm mit zurück und rette das Reich . Als man dich heut ' nicht in deinem Zelte fand , kam ' s gleich im ganzen Lager aus : du habest , an Krone und Glück verzweifelnd , dich davongemacht . Bald drang ' s in die Stadt und zu Guntharis : die Ravennaten drohen einen Ausfall , sie wollen zu Belisar übergehn . Arahad buhlt bei unserm Heer um die Krone . Zwei , drei Gegenkönige drohn . Alles fällt in Trümmer auseinander , wenn du nicht kommst und rettest . « » Ich komme , « sagte er , » sie sollen sich hüten ! Es brach das beste Herz um diese Krone ; sie ist geheiligt , und sie soll ' n sie nicht entweihn . Komm , Teja , zurück ins Lager . « Zweite Abteilung . Erstes Kapitel . Im Lager angelangt , fand König Witichis alles in höchster Verwirrung ; gewaltsam riß ihn die drängende Not des Augenblicks aus seinem Gram und gab ihm vollauf zu tun . Er traf das Heer in voller Auflösung und in zahlreiche Parteiungen zerspalten . Deutlich erkannte er , daß der Fall der ganzen gotischen Sache die Folge gewesen wäre , hätte er die Krone niedergelegt oder das Heer verlassen . Manche Gruppen fand er zum Aufbruch bereit . Die einen wollten sich dem alten Grafen Grippa in Ravenna anschließen . Andre zu den Empörern sich wenden , andre Italien verlassend über die Alpen flüchten . Endlich fehlte es nicht an Stimmen , die für eine neue Königswahl sprachen : und auch hierin standen sich die Parteien waffendrohend gegenüber . Hildebrand und Hildebad hielten noch diejenigen zusammen , die an des Königs Flucht nicht glauben wollten . Der Alte hatte erklärt , wenn Witichis wirklich entflohen , wolle er nicht ruhen , bis der eidbrüchige König wie Theodahad geendet . Hildebad schalt jeden einen Neiding , der also von Witichis denke . Sie hatten die Wege zur Stadt und nach dem Wölsungenlager besetzt und drohten , jeden Abzug nach diesen Seiten mit Gewalt zurückzuweisen , während auch bereits Herzog Guntharis von der Verwirrung Kunde erhalten hatte und langsam gegen das Lager der Königlichen anrückte . Überall traf Witichis auf unruhige Haufen , abziehende Scharen , Drohungen , Scheltworte , erhobene Waffen : - jeden Augenblick konnte auf allen Punkten des Lagers ein Blutbad ausbrechen . Rasch entschlossen eilte er in sein Zelt , schmückte sich mit dem Kronhelm und dem goldenen Stab , stieg auf Boreas , das mächtige Schlachtroß , und sprengte , gefolgt von Teja , der die blaue Königsfahne Theoderichs über ihn hielt , durch die Gassen . In der Mitte des Lagers stieß er auf einen Trupp von Männern , Weibern und Kindern - denn ein gotisches Volksheer führte auch diese mit sich - der sich drohend gegen das Westtor wälzte . Hildebad ließ die Seinen mit gefällten Speeren in die Tore treten . » Laßt uns hinaus , « schrie die Menge , » der König ist geflohen , der Krieg ist aus , alles ist verloren , wir wollen das Leben retten . « - » Der König ist kein Tropf wie du , « sagte Hildebad , den Vordersten zurückstoßend . - » Ja , er ist ein Verräter , « schrie dieser , » er hat uns alle verlassen und verraten um ein paar Weibertränen . « » Ja , « schrie ein andrer : » er hat dreitausend von unsern Brüdern hingeschlachtet und ist dann entflohn . « » Du lügst , « sprach eine ruhige Stimme , und Witichis bog um die Lagerecke . » Heil dir , König Witichis ! « schrie der riesige Hildebad , » seht ihr ihn da ! Hab ' ich ' s nicht immer gesagt , ihr Gesindel ? Aber Zeit war ' s , daß du kamst - sonst ward es schlimm . « Da sprengte von rechts Hildebrand mit einigen Reitern heran : » Heil dir , König , und der Krone auf deinem Helm . - Reitet durch das Lager , Herolde , und kündet , was ihr saht : und alles Volk soll rufen : Heil König Witichis , dem Vielgetreuen . « Aber Witichis wandte sich schmerzlich von ihm ab . - Die Boten schossen wie Blitze hinweg ; bald scholl aus allen Gassen der donnernde Ruf : » Heil König Witichis