Rennen warte ab ! « fuhr der Perser auf . » Wir verfügen über Pferde von so adeligem Blute , wie - - - « Da fiel der Pedehr schnell ein : » Von so adeligem Blute , wie eure Freunde , die Massaban , besitzen , die Mörder , Räuber und Diebe sind , von denen wir das Land befreien mußten ! Jetzt sage ich dir , was du uns soeben sagtest : Durch diese Freundschaft habt ihr euch verraten . Wir haben euch erkannt ! Ihr seid noch größere Massaban als die , welche der Schah-in-Schah nach der Hölle des Südens schickte ! Nehmt euch in acht , daß ihr ihnen nicht zu folgen habt ! « » Scheik - - - ? Drohst du uns ? ! « erklang es schnell und giftig . » Ja ! « antwortete er . » Der Ustad hatte für dich und euch nur Liebe . Er kann nichts anderes haben . Du lachtest über seine offene Hand des Segens , welche er deiner Faust entgegenhielt . Du nanntest ihn furchtsam , einen Schwächling . So wisse denn : Die geballte Faust , die du von ihm erwartet zu haben scheinst , wird sich dir sicher zeigen , sobald er es für nötig hält ! Ich bin diese Faust ! Wenn ich meine Finger , die Tausende von Dschamikun , zusammenziehe , so giebt das einen Schlag für euch , der euch wohl noch ganz anders treffen würde , als wir jene unglücklichen Massaban getroffen haben , welche nur die Werkzeuge waren , während ihr die Thäter seid . Du hast gehöhnt , daß der Ustad sich ohne Liebe hilflos fühle . Er ist nicht ohne Liebe . Wir alle lieben ihn ; das ist genug ! Und er ist der Gebieter dieser Faust , auf deren Stärke er sich stets verlassen kann ! Ich habe vorhin den Multasim gewarnt ; jetzt warne ich dich : Zwinge mich nicht , mein Wort zurückzunehmen ! Du selbst wirst es mir brechen , sobald du abermals beleidigend wirst . Hüte dich , so weiter wie jetzt aus deiner eingebildeten Höhe zu uns herabzusprechen ! Thust du das noch einmal , so stecken wir euch zu euren edlen Kavalleristen , die jedenfalls ebenso adeligen Blutes sind wie die Massaban und auch ihr ! « Man sah Ahriman Mirza an , daß diese Rede des Pedehr aufregend auf ihn wirkte ; aber die Sorge , daß dieser seine Drohung wahrscheinlich ausführen werde , veranlaßte ihn , sich zu beherrschen . Er fuhr mit den beiden Daumen hüben und drüben hinter seinen Gürtel und krallte die übrigen Finger um die in demselben steckenden Waffen . Dadurch wurde das Gürtelschloß frei , welches ich bis jetzt entweder nicht gesehen oder nicht beachtet hatte . Nun aber zog es meine Aufmerksamkeit derart auf sich , daß ich mir Mühe geben mußte , sie geheimzuhalten . Auf dem goldenen oder vergoldeten Grunde dieses Schlosses war nämlich ein silberner Ring angebracht , der ein Sa und ein Lam umschloß , welche beiden Buchstaben über sich das Verdoppelungszeichen hatten . Ahriman gehörte also zu den Sillan , und wie es schien , bekleidete er in dieser geheimen Verbindung einen hohen Rang , vielleicht gar den allerhöchsten ! Ich hatte dieses Zeichen bisher nur an Fingerringen gesehen . Daß er es so groß und deutlich an dieser augenfälligen Stelle trug , konnte keinen anderen Grund als den angegebenen haben . Hatte ich ihn bisher schon an sich für einen ungewöhnlichen Mann halten müssen , so war er nun auch in besonderer Beziehung zu den Sillan zu distinguieren . Freilich ließ er mir nicht Zeit , diesen meinen heimlichen Betrachtungen nachzuhängen , denn er sprach jetzt weiter , und zwar schnell ; in abgerissenen Sätzen , denen man es anhörte , daß er so rasch wie möglich zu Ende kommen und nicht gegen die Warnung des Pedehr verstoßen wolle . Eigentümlicherweise gebrauchte er jetzt nicht mehr die erste Person der Mehr- , sondern der Einzahl . Er verriet hierdurch den Druck , den die Drohung des Scheikes auf ihn ausübte und gegen den sich sein Selbstbewußtsein so gern aufgebäumt hätte und aber doch nicht konnte . » Ich durfte das nicht länger dulden , « sagte er . » Ich beschloß , selbst hierher zu gehen . Ich mußte diesen fremden Ustad sehen . Ich hatte zu erfahren , wie es bei euch steht . Ich wollte vor allen Dingen nach eurer Liebe suchen . Ich brauchte dazu keine lange Zeit . Ein kurzer Besuch genügte . Meine Augen sind scharf . Es entgeht ihnen nichts ! Ich nahm mir vor , euch zu - - - « Hier hielt er inne . Er hatte wohl etwas sagen wollen , was er nun mitten im Satze als eine Unvorsichtigkeit erkannte . Dann sprach er weiter , immer nur im Ich : » Ich kam zu den Kalhuran . Ich hörte , was dort geschehen war . Ich erfuhr , daß die Mörder zu euch seien . Ich sah eure Boten und sprach mit ihnen . Ich richtete es so ein , daß wir eher wieder abritten als sie . Ich erfuhr , daß ihr den Mördern des Muhassil Schutz gewährt . Ihr fürchtet euch nicht , dies zu thun . Ist das die gewöhnliche Liebe , die kein Opfer bringt ? Auf alle Fälle aber war es kühn von euch ! Ich hörte von euren fremden Gästen . Ihr habt sie aufgenommen und wochenlang gepflegt . Die Krankheit war ansteckend , außerordentlich gefährlich für euch . Ist das die Liebe , die kein Opfer bringt ? Wir kamen hier an . Ich sah euer Hohes Haus , euer Beit-y-Chodeh . Ich hörte eure Musik und eure Lieder . Ich spreche nicht davon . Dieses Geplärr ist mir zuwider ! Ich redete mit diesem lächerlichen Tifl . Das kleine Kind ließ mich auf die Erwachsenen schließen . Was ich noch sah und hörte ,