mich zerkratzen ! Doch sehnsuchtsvoll singst Du Sirenen-stimmig , Als sehne sich Dein Herz nach reinerm Fühlen . Folgt ' ich Dir aber , würdest Du mir grimmig Das Herz zerreißen , um damit zu spielen . Gleich wie mit zartem Pfötchen sich ein Kätzchen Ein Mäuslein fängt als Spielzeug - wie possirlich ! So würdest Du mich Stück für Stück , mein Schätzchen , Zerfleischen - doch wie zierlich und manierlich ! Du echtes Weib ! Das Weib schon eine Sphinx ist , Liebe im Auge , Wollust in den Adern . Und wer im Bann des Liebeszauberrings ist , Soll mit der Fee , die ihn behext , nicht hadern . Sie übt nur ihr Metier , wer will drob schmälen ? Und das , mein Kindchen , euch am meisten kitzelt , Selbst wenn ihr wiederliebt , die Lieb ' zu quälen . Das Mündchen seinen eignen Kuß bewitzelt . Denn wenn auch wahre Leidenschaft euch schmeichelt Und ihr sie sucht und anfacht , so verlogen Ist die Kokette , daß sie Kälte heuchelt , Bis es zu spät ist und der Traum verflogen . Mein flammend Herz das ist ein Tabernakel , Zu Weihrauch dort verbrennen Deine Mängel : Aus dieser Gluth , abschmelzend allen Makel , Ein Phönix , neuverjüngt , rein wie ein Engel , Wirst Du entsteigen , die Du aus dem Schlamme , Wie Venus aus dem Meere stieg , entstiegen Mit keuscher Anmuth . Meiner Liebe Flamme Soll zu dem Scheine noch die Wahrheit fügen . Denn wer versteht unschuldig noch zu scheinen , Wer äußerlich den schönen Schein bewahrte , Wird innerlich , daß es nur Schein , beweinen . Und , wenn sich wahre Liebe offenbarte , Weit klarer ihre Lieblichkeit erkennen . Dem Christus folgt zuerst die Magdalene , Denn Er vergiebt . Wo seine Küsse brennen , Da trocknet die nutzlose Reuethräne . Reue ? Warum ? Blieb lauter nur die Seele Und kann sie nur zur Liebe sich erheben , So schwinden alle äußern Sündenfehle . Wer viel geliebet , dem wird viel vergeben . Frohsinn wird dann verschönen Deine Züge , Aus Thränen sprießen blumenreine Triebe . Verbanne von den Lippen jede Lüge Und glaube was Du ahnst : Daß ich Dich liebe ! Die unverdiente Schmach erdulden müssen Und selbst verdiente ist wohl bittre Pein . Und bitter , an des Grames schwarzen Flüssen Umirrend , fern dem Quell des Trostes sein . Vom Heim und seinen Lieben fortgerissen , Das Meer durchmessen einsam und allein , Zu suchen Sicherheit am fremden Porte , Nie zu betreten mehr vielleicht der Heimath Pforte . Es ist wohl bitter , wenn ein König Dich , Ein Volk , dem Du Dein bestes Blut geschenkt , Mit einem Tritt fortschleudert . Sicherlich Des Undanks Wort und That Dich bitter kränkt . Und Haß , der in des Freundes Herz sich schlich , Durch grundlose Verleumdung nur gelenkt , Ist bitter , bitter höhnende Verachtung , Und einem stolzen Sinn noch bittrer : Nichtbeachtung . Gekränkte Ehre bitter einem Ritter , Und in des Kriegers Brust das kalte Erz , Der mit sich fallen sieht sein Land und bitter Um ein zertretnes Vaterland der Schmerz . Und bitter , wie ein luftversperrend Gitter Den Kranken und Gefangnen , quält das Herz Der falsche Stolz , der , wenn ' s nach Liebe ringt , Aus eitlem Eigensinn und Trotz sich selbst bezwingt . Verkannt zu werden bitter und noch mehr ; Verstanden nicht zu werden . Bitter Tod Im Kern des Lebens . Bitter einem Seh ' r Vorauszusehen seines Volkes Noth . Bitter , stirbt eine Sendung stolz und hehr Mituns , zu sterben . Bitter ist das Brot Der Armuth , bittrer noch ist Sündengeld . Verschmähte Liebe scheint das Bitterste der Welt . Und dennoch Dinge giebt ' s , die bittrer sind Für Seelen stark und fest , wenn auch nicht rein , Und edel , wenn auch kalt . Wie Schauer rinnt , Dies bitterste Gefühl durch Mark und Bein . Lieben und nicht geliebt zu werden find ' Ich eine Wonne neben solcher Pein . Was ist vom Bittern übrig denn geblieben ? Es ist : Geliebt zu werden und nicht wieder lieben Wenn taufendfach ich umdräut von Weh , Wenn rastlos steigt der Leidenssee Und zur Krisis drängt das Lebensfieber , So ist mir wahrlich dies noch lieber , Als wenn ein einzeln nagender Kummer Vergiftet den zufriedenen Schlummer . Wie ich Dich liebe kann ich nimmer sagen , Nie habe mein Geheimniß ich gebrochen : Ich will es ohne Klagen weiter tragen , Der Gram bleibt ungeheilt und ungesprochen . Denn Scham muß ein Bekenntniß mir verwehren : Ich würde vor mir selber mich entehren . Ich halte nächtlich Dich im Traum umfangen , Ich kühle meine Gluth an Deinen Lippen Und schmieg ' an meine Deine blassen Wangen , Am Necktar höchster Wonne darf ich nippen . Doch Morgens ließ der Traum mir nichts als Thränen Und ungestilltes unzähmbares Sehnen . O knisterndes flammendröthliches Haar , O schwüle Farbe der Wangen ! Dein Rehaug ' blickt so klug und klar , Als kenne es kein Verlangen . Der Geist so herrlich entfaltet und Die Rede so weise-gemessen ! Wir schließen wahrhaftigen Seelenbund , Der Leib wird fast vergessen . Das äugelt so keusch , das girrt so sanft , Doch unter den Wimpern es lodert , Und die Scham wird plötzlich zu Boden gestampft Und fleischliche Opfer gefodert . Hingebende Wuth , die einander trutzt ! O rasende Sehnsucht der Sinne ! Bald hast Du Simson abgenutzt , O Astaroth der Minne ! Begierde ist ein Fieber-Rausch : Mein Fieber Austobte im Delirium Und kalt durchfröstelt es mich drum . Ach , rationelle Heizung wär mir lieber ! Der innere Verbrennungsprozeß Wird delirium tremens durch Exceß . Man sagt , dem Säufer schlage zur Kehle Heraus die Flamme vom Alkohole , - O schlüge die Flamme aus meiner Seele