des Wortes . « » Sind Sie denn büchergelehrt ? « fragte sie gleich darauf . » Ja , sehr ! « » Aber Sie sind doch niemals in einer Pension gewesen ? « » Ich war acht Jahre hindurch in einer Pension . « Sie riß die Augen weit auf . » Und dann können Sie sich nicht einmal selbst erhalten ? « » Ich habe mich selbst ernährt und hoffe , es sehr bald wieder zu können . Was wollen Sie denn mit diesen Stachelbeeren machen ? « fragte ich , als sie einen Korb dieser Früchte herbeitrug . » Kuchen davon backen . « » Geben Sie sie mir , ich will sie auslesen . « » Nein , Ich mag nicht , daß Sie etwas thun . « » Aber ich muß mich doch mit irgend etwas beschäftigen ! Geben Sie sie nur her ! « Endlich willigte sie ein und brachte mir sogar ein reines Handtuch , um es über mein Kleid zu breiten , » damit es nicht schmutzig werde , « wie sie sagte . » Sie sind wohl nicht an Hausarbeit gewöhnt gewesen ; das sehe ich an Ihren Händen , « bemerkte sie . » Wahrscheinlich sind Sie Schneiderin . « » Nein , Sie irren . Und nun kümmern Sie sich nicht um das , was ich gewesen bin ; zermartern Sie Ihren Kopf nicht länger über meine Angelegenheiten ; sondern sagen Sie mir , wo ich mich eigentlich befinde , wie dieses Haus heißt . « » Einige Leute nennen es Marsh-End , andere nennen es Moor-House . « » Und der Herr , welcher hier wohnt , heißt Mr. St. John ? « » Nein , er wohnt nicht hier ; er hält sich hier nur für einige Zeit auf . Wenn er zu Hause ist , dann ist er in seinem eigenen Hause , und das ist der Pfarrhof von Morton . « » Das Dorf einige Meilen von hier ? « » Ja , ja . « » Und was ist er ? « » Er ist Prediger . « Mir fiel die Antwort der alten Haushälterin im Pfarrhofe ein , als ich gebeten hatte , mit dem Prediger sprechen zu dürfen . » War denn dies das Haus seines Vaters ? « » Ja , ja . Der alte Mr. Rivers wohnte hier , und sein Vater und sein Großvater , und sein Urgroßvater vor ihm . « » Der Name dieses Herrn ist also Mr. St. John Rivers ? « » Ja , ja . St. John ist so etwas wie sein Taufname . « » Und seine Schwestern heißen Diana und Mary Rivers ? « » Ja . « » Ihr Vater ist tot ? « » Vor drei Wochen gestorben . Schlagfluß . « » Sie haben keine Mutter ? « » Die ist schon lange Jahre tot . « » Sind Sie schon lange in der Familie ? « » Ich bin schon dreißig Jahre hier , Hab ' ja die drei Kinder allein auferzogen . « » Das beweist , daß Sie eine treue und ehrliche Dienerin sein müssen . Die Gerechtigkeit will ich Ihnen doch widerfahren lassen , obgleich Sie mich eine Bettlerin genannt haben . « Wieder sah sie mich ganz erstaunt an . » Am Ende glaube ich doch , daß ich mich in meinen Gedanken über Sie ein bißchen geirrt habe , « sagte sie dann ; » aber Sie müssen mir doch vergeben , denn es gehen ja so viele Betrügerinnen umher , daß man gar nicht vorsichtig genug sein kann . « » Und , « fuhr ich in ziemlich strengem Ton fort , » Sie wollten mich von der Thür fortjagen , in einer Nacht , wo Sie nicht einmal einen Hund hätten hinausjagen dürfen . « » Na ja ! Es war hart , – aber was kann der Mensch thun ? Ich dachte ja doch mehr an die Kinderchen , als an mich selbst . Die armen Dingerchen ! Für sie sorgt niemand als nur ich . Muß ich da nicht so ängstlich sein ? « Für einige Minuten hüllte ich mich in ernstes Schweigen . » Sie dürfen aber nicht allzuschlimm von mir denken , « fing sie dann wieder an . » Aber ich denke doch schlimm von Ihnen , « sagte ich , » und ich will Ihnen sagen weshalb . Nicht so sehr , weil Sie sich weigerten , mir Obdach zu geben oder mich für eine Betrügerin hielten , sondern weil Sie mir eben noch einen Vorwurf daraus machten , daß ich kein Haus und kein » Kupfer « habe . Einige der besten Menschen , die jemals auf dieser Erde gelebt haben , sind ebenso arm gewesen wie ich es bin ; und wenn Sie eine gute Christin wären , dürften Sie Armut nicht für ein Verbrechen halten . « » Nein , das dürft ich nicht , « sagte sie . » Mr. St. John sagt mir das auch immer , und ich sehe ein , daß ich Unrecht hatte – aber jetzt , meiner Seel , denke ich auch anders von Ihnen als früher . Sie sehen ja wirklich aus wie eine anständige kleine Person . « » Das ist genug – jetzt vergebe ich Ihnen . Geben Sie mir die Hand . « Sie legte die schwielige , mehlige Hand in die meine ; wieder zog ein Lächeln – diesmal sehr herzig und gutmütig – über ihr rauhes Gesicht , und von diesem Augenblick an waren wir Freunde . Hannah liebte es augenscheinlich sehr zu schwatzen . Während ich die Beeren auslas , und sie den Teig zu dem Kuchen machte , fuhr sie fort , mir allerhand Einzelheiten über ihren verstorbenen Herrn und seine Gattin und die » Kinderchen « mitzuteilen , wie sie die jungen Leute unabänderlich nannte . Der alte Mr. Rivers , sagte sie , sei ein einfacher