sprang in die Flut . Aber freilich , das war die Heidenzeit . « Rauthgundis blieb nicht unbewegt . » Ich liebe mein Volk , « sprach sie , » und seit von Athalwin nur diese Locke übrig , « sie wies auf die Kapsel , » glaub ' ich , gäb ' ich mein Leben für mein Volk . Sterben will ich - ja , « rief sie , » aber leben und diesen Mann meines Herzens in andrer Liebe wissen - nein . « » In andrer Liebe ! « rief Witichis , » wie redest du mir so ? Weißt du ' s denn nicht , wie ewig dies gequälte Herz nur nach dem Wohlklang deines Namens schlägt ? Hast du ' s denn nicht empfunden , noch nicht , an dieser Urne nicht , wie ewig unsre Herzen eins ? Was bin ich , ohne deine Liebe ? Reißt mir das Herz aus der Brust , setzt mir ein andres ein : dann etwa laß ' ich von dieser Seele . Ja , wahrlich , « rief er den beiden Männern zu , » ihr wißt nicht was ihr tut und kennt euren Vorteil schlecht . Ihr wißt nicht , daß meine Liebe zu diesem Weib und dieses Weibes Liebe das Beste ist am armen Witichis . Sie ist mein guter Stern . Ihr wißt nicht , daß ihr zu danken ist , ihr allein , wenn etwas euch an mir gefällt . An sie denk ' ich im Getümmel der Schlacht und ihr Bild stärkt meinen Arm . An sie denk ' ich , an ihre Seele , klar und ruhig , an ihre makellose Treu , wenn ' s gilt , im Rat das Edelste zu finden . - O , dieses Weib ist meines Lebens Seele , nehmt sie hinweg und ein Schatte ohne Glück und Kraft ist euer König . « Und in leidenschaftlicher Erregung schloß er Rauthgundis in die Arme . Sie war erstaunt , selig erschrocken . Noch nie hatte der stete , ruhige Mann , der sein Gefühl gern scheu in sich verschloß , so von ihr , von seiner Liebe gesprochen . Nicht , da er um sie warb , wie jetzt , da er sie lassen sollte . Aufs mächtigste erschüttert sank sie an seine Brust : » Dank , Dank , Gott , für diese Schmerzensstunde « , flüsterte sie , » ja , jetzt weiß ich , dein Herz , deine Seele sind ewig mein . « » Und bleiben dein , « sagte Teja leise , » wenn auch eine andre seine Königin heißt ! Sie teilt nur seine Krone , nicht sein Herz . « Das schlug tief in Rauthgundis ' Seele . Sie sah , ergriffen von diesem Wort , mit großen Augen auf Teja . Hildebrand erkannte es wohl und sann darauf , jetzt seinen Hauptschlag zu führen . » Wer will , wer kann an eure Herzen rühren ? « sprach er . » Ein Schatte ohne Glück und Kraft - das wirst du nur , wenn du mein Wort verwirfst und brichst deinen heiligen , heiligen Eid . Denn der Meineidige ist hohler als ein Schatte . « » Seinen Eid ? « fragte Rauthgundis erbebend . » Was hast du geschworen ? « Witichis aber sank auf den Sitz und sein Haupt auf seine Hände . » Was hat er geschworen ? « wiederholte sie . Da sprach Hildebrand , langsam jedes Wort in die Seele der Gatten zielend . » Wenige Jahre sind ' s. Da schloß ein Mann , in mitternächtiger Stunde , mit vier Freunden einen mächtigen Bund . Unter heiliger Eiche ward der Rasen geritzt , und er tat einen Eid bei der alten Erde , dem wallenden Wasser , dem flackernden Feuer und der leichten Luft . Und sie mischten ihr rotes Blut zu einem Bund von Brüdern auf immer und ewig und alle Tage . Sie schworen den schweren Schwur , zu opfern alles Eigen : Sohn und Sippe , Leib und Leben : Waffen und Weib dem Glück und Glanz des Geschlechtes der Goten . Und wer von den Brüdern sich wollte weigern , den Eid zu ehren mit allen Opfern , des rotes Blut solle rinnen ungerächt wie dies Wasser unter den Waldwasen . Auf sein Haupt solle die Himmelshalle niederdonnern und ihn erdrücken . Und wer vergißt dieses Eides und wer sich weigert , alles zu opfern dem Volk der Goten , wenn die Not es gebeut und ein Bruder ihn mahnt , der soll verfallen sein auf immer den dunkeln Gewalten , die da hausen unter der Erde . Gute Menschen sollen mit Füßen schreiten über des Neidings Haupt und sein Andenken verschlungen sein spurlos in die Tiefe : - oder wer seiner gedenkt , gedenke sein mit Fluchen : und verdammt soll sein seine Seele zu ewiger Qual . Und ehrlos soll sein sein Name , so weit Christenleute Glocken läuten und Heidenleute Opfer schlachten , so weit der Wind weht über die weite Welt . So ward geschworen in jener Nacht von fünf Männern : von Hildebrand und Hildebad , von Totila und Teja . Wer aber war der fünfte ? Witichis , Waltaris Sohn . « Und - rasch streifte er dem König das Gewand über den linken Knöchel zurück . » Sieh her , Rauthgundis , noch ist die Narbe des Blutschnitts nicht verwischt . Aber der Schwur ist verwischt in seiner Seele . So schwor er damals , als er noch nicht König war . Und als ihn die Tausende von gotischen Männern auf dem Feld von Regeta auf den Schild erhoben , da tat er einen zweiten Schwur : Mein Leben , mein Glück , mein Alles , euch will ich ' s weihn , dem Volk der Goten , das schwör ' ich euch beim höchsten Himmelsgott und bei meiner Treue . Nun , Witichis , Waltaris Sohn , König der