sich bis zu einer göttlichen Verehrung durch den Erfolg vermehrt , jeder wußte von seinem wunderbaren Kampfe mit dem fahrenden Schüler zu erzählen , der allerdings ein Erzzauberer gewesen sein mußte ; jeder fragte jetzt um seine Befehle und er ließ schleunig die Tore schließen , die Brücken aufziehen und die Bürger , die endlich alle bewaffnet waren , den Wall besetzen , die Ermüdeten mit Wein aus den Ratskellern stärken , auch Speisen durch die Weiber herbeitragen . Der anziehende Haufe wurde an seiner unordentlichen Bewegung , an dem unbestimmten Blinken mannigfaltiger Waffen , an den Feuersäulen , die hinter ihm aller Orten aufgingen , für ein Bauernheer erkannt , das sich unter Anführung des armen Konrad schon seit einem Monat versammelt hatte . Bald trieb der Wind den hohen Staub über die Stadtmauer , auch klang das alte Spottlied : » Der Schwäbisch Bund kummt , die Gurr gumpt , da drunten , da droben , da kummen die Schwoben mit der kleine Gillegeia , mit der großen Gunggung . « Anton vertrieb ihnen dieses Zutrauen , indem er auf einen Wink erst alle kleine Gewehre , dann alle großen Stücke gegen sie losbrennen ließ . Diese unerwartete Anrede wendete sie in einem Augenblick allesamt um , die Getroffenen ausgenommen , die jämmerlich am Boden schrieen ; sie zogen sich in eine Entfernung , wo sie vom Geschütz nicht mehr erreicht werden konnten . Kurz darauf ritt ein Trompeter bis nahe ans Tor und begehrte eine Unterhandlung , Anton mußte auf Begehren der Ratsherren zu ihnen heraustreten . Der Abgesandte bei dem Trompeter war der arme Konrad selbst , er bot der Stadt Friede und Schonung ihrer Dörfer an , wenn man ihnen alle Freunde , die wahrscheinlich bei ihnen gefangen seien , ausliefern wolle , insbesondere erkundigte er sich nach Seger , der über alle Haufen den Oberbefehl führte . Anton sagte ihm , daß er tot sei . Da wollte Konrad schier aus der Haut fahren , er schlug sich gegen die Stirne und weinte die hellen Tränen , ein paar seiner Leute begehrten von ihm Rat , er aber sprach : » Ich bin nicht Konrad , sondern kein Rat . Der arme Konrad heiß ich , bin ich , bleib ich ! « -Anton erzählte ihm alle Greuel , wie es in der Stadt ergangen , ehe sie der Fremdlinge Meister geworden seien , Konrad redete granzend dazwischen : » Ja wär Seger nur nicht so früh gestorben , da wären wir diesen Morgen schon in der Stadt gewesen und hätten gewirtschaftet ; da er uns kein Zeichen mit dem Tuche an der Mauer gab , so schlichen unsre Kundschafter zurück und meinten alles bis morgen aufgeschoben ; was mag dem guten Bruder angekommen sein , ach gnädiger Herr , es ist mit der Mutter Maria gar nichts mehr , sonst wär es uns besser gegangen , sagt guter Herr , was habt Ihr in der Stadt für einen Patron , wir wollen uns auch darunter begeben . « » Hör du arme Seele « , sprach Anton , » du bist auch wohl zum Heerführer geworden , du weißt nicht wie ? « » Ja Herr , woher wißt Ihr das ? « sprach Konrad , » seht Ihr ' s mir an der Nase an ? ja verflucht ! - meine Nase hat mich immer verraten , seht nur , ich war ein armer Knecht des Herzogs von Württemberg in Beutelsbach und da sagte mir einmal der Seger , der Herzog sei ein Mensch wie ich ; das kam mir gar wunderlich in die Gesinnung , ich fragte den geistlichen Herrn , was jenen zum Herzog und mich zum armen Konrad gemacht habe , der sagte mir , der liebe Gott , und weil wir beide , der zum Herzog und ich zum Konrad geboren , so seien wir auch höchsten Orts dazu gewählt und müßten wir dabei bleiben . Damit war ich ruhig und wurde bald darauf von einem hitzigen Trunk sehr krank und der Geistliche sagte , ich solle mich nur drein ergeben , ich müsse sterben . Ich sagte ihm aber kecklich : Nein Herr , so geb ich mich noch nicht , und er mußte unverrichteter Sache abziehen , ohne daß er mich zum Tode vorbereiten konnte . Da wurde ich bald darauf wieder gesund , saß einen Monat nachher auf meinem Kirschbaum und pflückte mir Kirschen der geistliche Herr ging darunter weg und sah mich nicht , da ließ ich ihm ein Dutzend Kirschen auf die Nase fallen . He Konrad sprach er , seid Ihr ' s , wie geht ' s Euch ? - Recht gut , sprach ich ich bin auf einen grünen Zweig gekommen , aber sagt Herr , wo wär ich jetzt , wenn ich Euch gefolgt wäre und mich ins Sterben begeben hätte . - Seht Herr , seit dem Tage kriegte ich einen festen Mut ; was mir nicht recht war , das sagte ich und litt es nicht , wo etwas auszufechten war , da sprach ich ... « » Sprech Er nur nicht zu lange « , sagte der Trompeter zu dem Feldherrn , » ich habe meine Zeit auch nicht gestohlen ! « » Was ist Er ? « sprach der arme Konrad ; » Er ist Trompeter , also schweig Er , wenn sein Kriegsoberster redet , wie soll ich Krieg führen , wenn jeder Schliffel drein spricht . « » Recht so « , sagte Anton , » Ihr versteht ' s , das ist Kriegsordnung . « » Nun hört Er wohl « , sprach Konrad , » der Herr sagt ' s auch , immer soll ich unrecht haben , sie sehen es mir alle an , daß ich nur ein dummer Bauer bin . Sie hören mich doch noch an , was ich so in meiner Dummheit rede , aber die Ochsenpantoffel lachen mich immer aus . « Nun gnäd ' ger