Mark , Gentzrode auf 300000 Mark berechnet worden , so daß Herr Paul Höpffner noch einen Zuschlag von 200000 Mark empfing . Dies war im Januar 1887 . Schon im Juni 1888 entäußerte sich Herr Paul Höpffner seines Gentzroder Besitzes wieder und verkaufte denselben , und zwar für die Summe von 300000 Mark an den früheren bremensischen Konsul in Argentinien , Herrn F.W. Nardenholz . Dieser gedenkt das Gut zu halten und in dem Geiste weiterzuführen , der es vor grad einem Menschenalter ins Leben rief . Es soll aufhören , ein Spekulationsobjekt zu sein , sondern umgekehrt wieder ein Gegenstand des Pflanzens , der Passion , des landwirtschaftlichen Versuchs werden . Alles wie dereinst unter den Begründern , Gentz Vater und Sohn . Konsul Nardenholz will hier leben , nicht erwerben , er will entstehen sehen und sich des Entstehenden freuen . * Und nun noch ein Schlußwort . Der Reiz , den diese Gentzroder Schöpfung von Anfang hatte , wird ihr noch auf lange hin verbleiben , der Reiz , daß hier alles erst im Werden ist . Unsere Teilnahme haftet am Unfertigen . » Was wird sich bewähren , was nicht « , » wie wird sich ' s entwickeln ? « Das sind die Fragen , die , von alters her , uns an Menschen und Dingen am meisten interessiert haben . Die ganze landwirtschaftliche Welt unsrer Provinz verkehrt in Gentzrode oder fährt hier vor , um den in einen Eichwald umgewandelten Dünensand nach Art eines » interessanten Falls « zu studieren . Und vieles in der Tat ist hier zu lernen , auch seitens derer , die hier anderen Fragen nachsinnen , als denen der Agrikultur . Eine neue Macht hat sich etabliert : das intelligente , dem Mittelalterlichen ab- , dem Fortschrittlichen zugewandte Bürgertum , das , aus Überlieferung und Vorurteil gelöst , um dieser Welt willen lebt und das Glück im Besitz und in der Verklärung des Diesseitigen sucht . Ob es erreicht werden wird ? Es wird bejaht und bestritten . Aber wie immer auch die Antwort auf diese Frage lauten möge , wir haben uns zunächst einer natürlich fortschreitenden Entwicklung alles Lebenden um uns her zu freuen , ungetrübt durch die Betrachtung , ob diese Fortentwicklung ein Schritt aufwärts zu höherem Dasein oder ein Schritt abwärts zu Tod und Auflösung ist . Das Wachsende , gut oder nicht , tritt an die Stelle des Fallenden , um über kurz oder lang selber ein Fallendes zu sein . Das ist ewiges Gesetz . Fußnoten 1 In dem schönen , höchst anmutig gelegenen Schloßgarten von Wustrau befindet sich bis diesen Augenblick , und zwar nur wenige Schritte vom See entfernt , das ehemalig Rohrsche Herrenhaus , ein alter Fachwerkbau , der jetzt teils als Gärtnerwohnung , teils als Orangeriehaus dient . Das Haus ist interessant , einmal dadurch , daß es uns zeigt , wie schlicht und anspruchslos der Landadel früher lebte , andererseits durch die Ornamentierung , die Graf Zieten eben diesem Hause gegeben hat . Als nämlich der Perleberger Dom im ersten Drittel dieses Jahrhunderts restauriert und der alte Schmuck desselben beseitigt wurde , kaufte Graf Zieten allerhand Glasmalereien und Holzschnitzwerk , namentlich Heiligenbilder und Engelsfiguren auf und begann mit Hilfe derselben die Fassaden und Fenster des alten Rohrschen Herrenhauses zu schmücken . Im ersten Stocke desselben befindet sich eine Rüst- und Antiquitätenkammer von sehr ungleichem Wert , Gleichgültiges und Alltägliches steht neben wirklichen Raritäten . Das Sehenswerteste ist ein kleiner Holzaltar vielleicht von vier Fuß Höhe , der zwischen seinen beiden Säulchen ein ziemlich gut gemaltes Heiligenbild trägt . Wahrscheinlich stellt es eine heilig gesprochene schlesische Fürstin ( die heilige Hedwig ) dar , denn dies Frauenbild , voll schöner Milde im Ausdruck , hält in der Linken einen Krummstab , während ihre rechte Hand auf einer Grafen- oder Fürstenkrone ruht . Dieser Altar befand sich in einem schlesischen Kloster , wo bald nach der Schlacht von Hohenfriedberg der damalige Generalmajor von Zieten Quartier genommen hatte . Bei Tische saß er im Refektorium des Klosters diesem Bilde gegenüber und sah lange zu ihm auf . Die Äbtissin , die von Zietenschen Husaren nicht das Beste erwarten mochte , nahm Anstoß daran und es kam zu einem Gespräch zwischen ihr und dem General . Er sagte ihr unbefangen , daß er das Bild betrachte , weil es ihn Zug um Zug an seine geliebte Frau , fern daheim am Ruppiner See erinnere , und das Gespräch nahm nun eine freundliche Wendung . Bald darauf erfolgte der Weitermarsch . Einige Tage später bemerkte Zieten eine riesige Kiste auf einem seiner Gepäckwagen und begann zu schelten . Da hieß es denn zur Entschuldigung : » Die Nonnen hätten die Kiste aufgeladen und Vorsicht eigens zur Pflicht gemacht , denn sie gehöre dem General Zieten , der sie mit heim nehmen wolle nach Wustrau . « Nun befahl Zieten die Kiste zu öffnen und man fand – Altar und Altarbild . 2 Außer diesem einfachen Husarensäbel existieren noch zwei Zietensche Prachtsäbel , von denen er den einen 1762 vom Kaiser Peter III. von Rußland , den anderen , einen » türkischen « , schon vorher 1746 von König Friedrich II. zum Geschenk erhielt . Von diesem erhielt er auch gegen Ende seines Lebens einen Krückstock . Die Krücke desselben ist von Elfenbein und ein eigenhändiges Schreiben des Königs läßt sich in gemütvoller Weise darüber aus , warum sie von Elfenbein und nicht von Gold sei . Stock und Handschreiben befinden sich beide in der Großherzoglichen Bibliothek zu Weimar . Der von Peter III. herrührende Prachtsäbel ist im Besitze des Zietenschen Husarenregiments . Zietens Tigerdecke , sowie seine Zobelmütze mit dem Adlerflügel befanden sich früher in der Berliner Kunstkammer und sind jetzt , wenn ich nicht irre , im Hohenzollernmuseum in Schloß Monbijou . 3 Von Bernhard Rode rührt auch das große , zur Verherrlichung des alten Husarengenerals gemalte Ölbild her , das sich , neben den Bildern anderer Helden des Siebenjährigen Krieges ( alle