Aeltere , ich weiß , er wird können , was er verspricht . - Wohlan , so zeigt uns den Weg , denn die Hintertreppen in Whitehall hat meine französische Verschlagenheit noch nicht erspäht . Aber um Gott ! lieber Marquis ! rief der alte König aus seinem Bette dem eintretenden Gesandten entgegen , ich fürchtete mich gestern nicht vor Euch , aber sehr sonderbar war es doch , daß Ihr meine Hand so öffentlich ergriffet , und zwar , wie mich dünkt , sehr gegen die Dehors , die man einem königlichen Haupte schuldig ist , obwol ich sehr geneigt bin , Euch als Repräsentanten meines nächsten Verwandten , meines Bruders von Frankreich , anzusehen . Und dieser thut hiermit für seinen ungestümen Gesandten Abbitte , sprach der Marquis ; denn mein königlicher Herr war es , der mir diesen Schritt befahl , und auf dieser Unterredung habe ich bestanden in seinem Namen . Geruhen Euer Majestät , aus meinen Händen dies Privatschreiben meines gnädigen Herrn zu empfangen . Er kniete nieder , es ihm zu übergeben . - Ich bitte Euch , mein lieber Marquis , steht auf , ich bitte Euch ; ich erlaube Euch zu sitzen und bin sehr erfreut über die Freundschaft meines königlichen Bruders , aber nicht sehr über dessen Mittheilungen hinsichtlich des armen Jungen , des Buckingham , gegen den Alle böse sind , außer mein Kronprinz und ich . Euer Zettelchen hätte mich fast böse gemacht auf Euch , und ich denke , Ihr wollt ihn selbst hören , er wird sich sehr zu rechtfertigen wissen . Denn daß er den Bristol nicht leiden kann , ist blos Liebe zu mir , weil Bristol mich betrogen , mir den Krieg gebracht , mit dem Feinde konspirirt und die beste Partie in Europa für meinen Prinzen hintertrieben , was gottlos und schändlich ist , da mir Bristol lieb war , wie mein Auge im Kopfe , und mein ältester Freund . Der König gerieth hier in ein kurzes Schluchzen , dessen erste Laute der Marquis abwartete und dann schnell in die Klagen des Königs eingriff : Euer königlichen Majestät zu beweisen , daß der Herr Herzog von Buckingham die Sache falsch angesehen hat und sehr geneigt war , diesen alten Freund Euer Majestät nicht neben sich in dem Herzen zu dulden , davon hat mein königlicher Herr unumstößliche Beweise erhalten . Es war ihm daher unmöglich , zuzugeben , daß Euer Majestät gekränkt würden durch den Verdacht gegen einen alten treuen Diener , den der Herr Herzog vielleicht aus eifersüchtiger Liebe zu Euer Majestät zu verstärken trachtete . Ja , ja , da habt Ihr Recht , sagte der alte König , nachdenkend ; Steeny , wie ich den Buckingham wohl nenne , liebt mich zu sehr , er könnte wohl ein bischen eifersüchtig sein . Aber , verstärkte der Marquis die Wirkung , wenn diese Schwäche auch um des erhabenen Gegenstandes willen verzeihlich scheint , was muß der treue Diener leiden , der von Jugend auf Euer Majestät mit Leib und Leben gedient , wenn er das Opfer dieser Eifersucht würde ? Und so ist es mit Euerm Bristol , gnädigster Herr ! Er verschmachtet , getrennt von Euch , ohne den Trost Eurer Gnade , die das Sonnenlicht seines ganzen Lebens war . O , Herr Gesandter , rief der alte König , und sein Gesicht zuckte vor Rührung , Ihr sprecht sehr gut , aber Ihr seid sehr eingenommen für den Lord . Mein Lebelang habe ich Gerechtigkeit geübt , auch war es zum ersten Male , daß Bristol gegen mich gefehlt . Ich werde Buckingham bitten , mir die Wahrheit zu sagen , und verhält es sich so , ist mein lieber alter Bristol mir treu gewesen , dann soll er seinen alten König wieder finden . Und hört , Herr Marquis , wir könnten uns viel erzählen aus der alten Zeit , gute und schlechte Tage haben wir erlebt ; hatte ich nichts , da stand Bristols Kasse offen , nachher konnte ich nicht Alles lohnen ; seht , es hat mir immer geahnet , es möchte so ein bischen von Buckingham herrühren , daß mein alter Bristol plötzlich ein Verräther sein sollte . Aber läßt er sich wohl bedeuten ? Gleich wird er wüthend , tobt und tollt , wie ein Kind , und der alte Bristol glaubt es doch nicht , daß ich ihm zürne . Mit dem Grämen , Herr Marquis , da ist es nur nichts , das bildet Ihr Euch ein , weil Ihr nicht wißt , was wir für alte Freunde sind . - Und wenn es nun doch so wäre , Euer Majestät , wenn es dem alten Lord am Leben nagte , daß sein königlicher Freund ihn nicht mehr vor sein Antlitz läßt , daß er nicht noch einmal das Wort des Vertrauens und der Güte hören soll , was von seiner Jugend her ihn ermuntert hat zum Leben und Wirken für seinen königlichen Herrn ; wenn der Gram darum sein Haupt bleicher gefärbt , als seine Jahre , und die Ruhe der Nächte sich in dem Wunsche verzehrt , noch ein Mal die Hand seines Herrn zu küssen , wie dann , Euer Majestät ? O , ich bitte Euch , lieber Herr Marquis , haltet mich doch nicht für so hart und böse , gern würde ich ihn wiedersehen , besonders wenn er , wie Ihr im Namen meines königlichen Bruders von Frankreich mir versichert , wenn er unschuldig ist ; aber Ihr seht selbst ein , daß das gar nicht möglich ist , denn wenn es Buckingham hörte , - und ihm bleibt nichts verborgen , - wenn er hörte , Bristol wäre hier gewesen , Ihr könnt denken , was dann nicht allein ich und mein Prinz leiden würden , sondern auch Bristol . Er schlüge ihn todt , wo er ihn fände , und seine Einwilligung zu diesem Wiedersehn gäbe er nie , da ich