» opfere dich mir , daß ich deiner Dienste froh werde , indem ich dich verliere . « Die zärtliche Gestalt wendete sich um und sprach : » Ich bringe mich um alles , wenn ich dich nicht mehr sehe . « - » Vernichte dich « , rief Anton , » hänge dich . « - Mit einem Sprunge hing sie an seinem Halse : » Hängen will ich mich an dich , vernichten will ich mich in lauter Zärtlichkeit . « Er hatte sich nur hart gestellt , sein Herz klopfte , seine Wangen brannten , sie aber schlief in seinen Armen ein und mitten im Taumel seiner Wünsche , denen er nicht mehr gebot , die er nicht zu hemmen wünschte , machte ihn der Anblick ihres müden sinkenden Auges so schlaftrunken , daß er eingeschlafen war , ehe er es ahnte . Durch eine wilde Verwirrung von Schrecknissen aller Art wandelte er träumend und kam zu einem sicheren behaglichen Leben auf hohem Schlosse , er hieß der große Zauberer , aber er mochte nicht mehr zaubern . Nun kommen viele Gäste bei ihm zusammen , darunter auch alle , mit denen er in diesen Tagen zusammen gewirtschaftet , er sah Seger und den Junker Blaubart unter andern neben sich und jener bat ihn , an diesem seine alte Kunst zu beweisen , Köpfe abzubauen und wieder anzusetzen . Ihm ist bei dieser Rede , als ob er die Kunst wirklich verstehe , aber , so wie einen gefährlichen Sprung , der doch einmal mißraten könnte , gänzlich abgeschworen hätte , aber alle dringen in ihn , er möchte es nur einmal noch versuchen . Sicher seiner Sache , aber doch ängstlich , weil es das letzte Mal ist , wo er sich damit zeigen will , haut er den Kopf mit eben dem Degen ab , den ihm Frau Anna gesendet hat , er wirft ihn spielend in die Luft und setzt ihn dann wieder auf , aber die Muskeln wollen einander nicht anpassen und der Kopf sieht ihn starr an . Gleich merkt er , daß einer der Gäste ihn daran behindert , er bittet flehentlich ihn nicht zu stören , versucht wieder das Aufsetzen jenes Kopfes , aber es ist durchaus , als wäre ein Stück verloren , es fügt sich nicht zusammen . Er warnt und droht dreimal , der Kopf fügt sich nicht zusammen . Da bricht ihm der Verstand auf , er zieht aus einem Fenstergitter eine weiße Lilie auf , der hieb er die Blume ab , im Augenblicke stürzte Seger neben ihm tot nieder , aber der abgehauene Kopf fügte sich von selbst dem Rumpfe , der Junker stand frisch vor ihm und schmähete auf Seger als auf einen verruchten Zauberer , der ihm nach dem Leben getrachtet habe . Darauf folgten Hochzeiten und hohe Freuden , es lagen aber viele erschlagene Bauern unter den Tischen . Seger hatte während dieser Nacht , wo Anton also träumte , wenig Ruhe gehabt , er war bald zu Güldenkamm , bald zu Susannen gekommen und hatte ihnen unter grimmigen Klagen versichert , daß ihm am nächsten Tage der Tod bevorstehe , sie möchten doch für ihn beten , vielleicht könnte es ihm noch helfen , er wolle selbst sein Geld zum Messelesen tragen . Der Wirt , den er deswegen weckte , versicherte ihm aber , daß seit der Bilderstürmung keine Messe mehr in der Stadt gelesen werde , Seger schlug sich vor den Kopf und hatte im Zimmer keine Ruhe , er lief durch die Gassen in grimmiger Angst und schrie ein so entsetzliches Wehe , Wehe , Wehe durch die Stadt , daß viele ehrliche Bürger , die davon erwachten , heftig erschreckt wurden , doch schrie er so fort bis an den Morgen , wo ihn die Scharwache nach langem Kampfe festhielt . Er wurde auf den Platz geführt , wo gestern das ritterliche Gefecht gehalten worden war , und stand auf dem Flecke , wo das Blut vergossen , da klagte er grimmig über Brand , aber die Wächter ließen ihn nicht von der Stelle . Anton erwachte von seinem Geschrei , halb taumelnd noch von seinem Traum sprang er ans Fenster , nach der Ursach umzuschaun , da liegen die Blumen , die Susanna am Abend hatte fallen lassen , und eine Lilie legt sich an das Gitter , als ob sie daraus erwachsen wäre . Anton , halb noch im Traume , vor sich den Platz überschauend , wo er gestern den Junker niedergestreckt hatte , reißt ohne Nachgedanken , bloß in Erinnerung seines Traumes das Haupt der Lilie ab , ein grimmiger Schrei erhebt sich jetzt auf dem Platze , die Wachen laufen auseinander , so schrecklich hat Seger sie angeblickt , jetzt liegt er bleich an dem Boden und scheint entseelt . Anton wendet sich fort vom Fenster und sieht im Dunkel die zärtliche Gestalt , seine Gedanken laufen zusammen , die Angst ergreift ihn , mit einem Drucke seiner Hand reißt er die eisernen Stäbe seines Fensters aus der Mauer und steht in einem Schwunge frei vor dem Turme . Keiner bemerkt ihn , denn eben geht ein größeres Wunder die gemauerten Stufen zum Marktplatze herunter , des Junkers bleiches Angesicht blickt aus seiner Rüstung , in der ihn die Seinen in der Kirche niedergelegt hatten , verwundert auf die Menschen herab , die vor ihm wie vor einem Geiste flüchten . Anton weiß alles aus seinem Traume , aber er kann es nicht ausdrücken , sein Auge ist schon auf einen neuen Zug geheftet , der von der andern Seite der Kirche die Stufen herab kommt . Fräulein Gertraud und ihre jammernden Freundinnen , die den Leichnam des Ritters bekränzen , rufen in alle Winde den Frevel aus , der dieses trauernde Denkmal jugendlicher Schönheit ihnen entführt hat , ihr Schritt ist immer heftiger ; wie sie aber den Markt betreten , sieht zu ihnen der Ritter mit ausgebreiteten Armen ,