, Morgensterne , dunkelrotes Faltenwerk , die Führung der Wände , des Fußbodens , die Fenstervorhänge und die Zimmerdecke in unbestimmten Ausdehnungen und unklaren Umrissen in ihnen spiegelten . Ich merkte bald , daß , wenn alle diese Dinge in die Farbe der Abbildungen aufgenommen werden sollten , die dargestellten Gegenstände wohl an Reichtum und Reiz gewinnen , aber an Verständlichkeit verlieren würden , so lange man nicht das Zimmer mit allem , was es enthält , mit malt und dadurch die Begründung aufzeigt . Da ich dies nicht konnte und mein Zweck es auch nicht erheischte , so entfernte ich alles Zufällige und stark Einwirkende aus dem Zimmer , und malte dann die Schnitzereien , wie sie sich samt den übergebliebenen Einwirkungen mir zeigten , um einerseits wahr zu sein , und um andererseits , wenn ich jede Einwirkung der Umgebung weg ließe , nicht etwas geradezu Unmögliches an ihre Stelle zu setzen und den Gegenstand seines Lebens zu berauben , weil er dadurch aus jeder Umgebung gerückt würde , keinen Platz seines Daseins und also überhaupt kein Dasein hätte . Was die wirkliche Ortsfarbe der Schnitzereien sei , würde sich aus dem Ganzen schon ergeben und müßte aus ihm erkannt werden . Ich wendete bei der Arbeit sehr viele Mühe auf , und suchte sie so genau , als es meiner Kraft und meinen Kenntnissen möglich war , zu verrichten . Ich erhöhte und vertiefte die Farben so lange , und suchte nach dem richtigen Tone und dem erforderlichen Feuer so lange , bis das Bild neben die Gegenstände gestellt aus der Ferne von ihnen nicht zu unterscheiden war . Die Zeichnung des Bildes mußte richtig sein , weil sie vollkommen genau nach dem ursprünglichen Entwurfe gemacht worden war , den ich nach mathematischen Weisungen zusammen gestellt hatte . Als die Sache nach meiner Meinung fertig war , zeigte ich sie dem Vater , welcher sie auch mit Ausnahme von kleinen Anständen , die er erhob , billigte . Die Anstände beseitigte ich zu seiner Zufriedenheit . Hierauf wurde alles in taugliche Fächer gebracht und zur Verführung bereit gehalten . Es waren fast die Tage des Vorfrühlings herangekommen , ehe ich mit diesem Werke fertig war . Dies hatte seinen Grund auch vorzüglich darin , daß ich die späteren , hellen Wintertage mehr als die früheren , trüben hatte benutzen können . Im Frühlinge trat ich meine Reise wieder an . Ich machte zuerst einen Besuch bei meinem Gastfreunde , brachte ihm die Fächer , in denen die Abbildungen der Pfeilerverkleidungen enthalten waren , und händigte ihm sowohl den Entwurf als auch das Farbenbild der Schnitzereien ein . Er berief Eustach in seine Stabe , in welcher die Dinge ausgepackt wurden , herüber . Beide sprachen sich sehr günstig über die Arbeit aus , und zwar günstiger als über jede frühere , die ich ihnen vorgelegt hatte . Ich war darüber sehr erfreut . Eustach sagte , daß man sehr gut die Ortsfarben und die , welche durch fremde Einwirkungen entstanden waren , unterscheiden könne , und daß man aus den letzten die Beschaffenheit der Umgebungen zu ahnen vermöge . Sie stellten das Bild in die nötige Entfernung und betrachteten es mit Gefallen . Besonders anerkennend sprach Eustach über die Richtigkeit und Brauchbarkeit des unfarbigen Entwurfes . Ich reiste nach dem kurzen Besuche in dem Rosenhause in die Gegend der Tann , blieb auch dort nur kurz , und drang tiefer in das Gebirge ein , um eine Mittelstelle zu finden , von der aus ich meine neuen Arbeiten unternehmen könnte . Als ich eine solche gefunden hatte , ging ich in das Lautertal und dort in das Ahornwirtshaus , um meinen Kaspar und die andern , welche mir im vorigen Jahre geholfen hatten , auch für das heurige zu dingen . Als dies , wie ich glaube , zu gegenseitiger Zufriedenheit abgetan war , blieb ich noch einige Tage in dem Ahornhause , teils damit sich meine Leute zu der Abreise rüsten konnten , teils um das mir liebgewordene Haus , das liebgewordene Tal und die Umgebung wieder ein wenig zu genießen . Ich ging bei dieser Gelegenheit mehrere Male in das Rothmoor , um dort nachzusehen , was man eben für Gegenstände aus Marmor mache . Mir schien es , als wäre die Anstalt seit einem Jahre sehr gediehen . Ich besprach mich dort auch über Arbeiten , die für mich auszufahren wären , falls ich den hiezu nötigen Marmor fände . Erkundigungen , um auf Spuren der Ergänzungen der Pfeilerverkleidungen meines Vaters , die ich in dieser Gegend gekauft hatte , zu kommen , waren auch heuer wie in früherer Zeit fruchtlos . Ein Ereignis trat in dem Lautertale ein , das mich sehr erheiterte . Mein Zitherspiellehrer , der einige Zeit gleichsam verschollen war , war wieder da . Er zeigte viele Freude , mich zu sehen , und sagte , er wolle mir in das Kargrat folgen , welches jetzt der Mittelpunkt meiner Arbeiten war , ein Dörfchen auf grasigen , baum- und buschlosen Anhöhen ganz nahe an dem ewigen Eise , mit armen Bewohnern und einem vielleicht noch ärmeren , genügsamen Pfarrer . Er sagte , er wolle diejenigen Arbeiten , die ich ihm auftragen werde , gegen Lohn verrichten , und in freier Zeit wollen wir auf der Zither spielen . Er habe noch keinen Schüler gehabt , mit dem ihm die Übungen auf der Zither so viele Freude gemacht hätten . Ich beschloß , einen Versuch zu wagen , und wir wurden über die gegenseitigen Bedingungen einig . Als alles in Bereitschaft war , gingen wir aus dem Ahornhause in das Kargrat ab . Ich ging mit den Leuten auf abgelegenen und schneller zum Ziele führenden Gebirgspfaden . Nur einmal hatten wir eine Strecke gebahnter Straße , auf welcher ich zwei leichte Wägen mietete . Im Kargrat fand ich ein kleines Zimmerchen . Für meine Leute wurde eine Scheune zurecht gerichtet , und zur Aufbewahrung meiner Gegenstände wurde aus Brettern