den der Alte ( die beste That seines Lebens ) mit so viel Liebenswürdigkeit durch zwei Menschenalter hin zur Verfügung des Ruppiner Volkes gestellt hatte . Mit Kraftliedern und Zechgelagen war ihm heute der › Dank des Volkes ‹ dafür abgestattet worden . « * So der Teil des Alexander Gentzschen Manuskripts , der sich mit den Personen und Zuständen einer um mehr als dreißig Jahre zurückliegenden Epoche beschäftigt . Alle die genannt wurden , sind längst vom Schauplatz abgetreten , vielfach auch schon wieder ihre Kinder . Trotzdem wird es nicht ausbleiben , daß sich einzelne durch gegen den Vater oder Großvater gerichtete Spöttereien unangenehm berührt fühlen . Auch das über den alten Grafen Zieten Gesagte wird einer Beanstandung in einzelnen Gesellschaftskreisen nicht entgehn . Allen aber möchte ich aus einer langen literarischen Erfahrung zurufen dürfen : wer solche Quellen aus Familienrücksichten absperren will , der steht nicht bloß der historischen Forschung ( zu deren vorzüglichsten Objekten auch das Studium des Kleinlebens gehört ) , sondern vor allem auch sich selbst und den Seinen im Lichte . Das protestantische Volk verlangt keine Heiligen , eher das Gegenteil ; es verlangt Menschen 89 , und alle seine Lieblingsfiguren : Friedrich Wilhelm I. , der große König , Seydlitz , Blücher , York , Wrangel , Prinz Friedrich Karl , Bismarck sind nach einer bestimmten Seite hin , und oft nach mehr als einer Seite hin , sehr angreifbar gewesen . Der Hinweis auf ihre schwachen Punkte hat aber noch keinem von ihnen geschadet . Gestalten wie Moltke bilden ganz und gar die Ausnahme , weshalb auch die Moltkebegeisterung vorwiegend eine Moltkebewunderung ist und mehr aus dem Kopf als aus dem Herzen stammt . 4 4 Vom Bau des Gentzroder Herrenhauses 1877 ( ? ) bis zum Mai 1880 . Der Krach . Der Prozeß . Alexander Gentz , Übersiedelung nach Stralsund . Sein Tod . Versuch einer Charakteristik seiner selbst und seines Prozesses . Als Alexander Gentz an seiner » Geschichte der Erwerbung « von Gentzrode schrieb , stand er , um es zu wiederholen , auf der Höhe seines Glückes . Er hatte den vollen Glauben an sich und seinen Stern , und der Gedanke lag ihm fern , daß eine Wendung der Dinge je kommen , ihn niederwerfen und demütigen könne . Gegen Warnerstimmen , an denen es nicht fehlte , war er taub , wie jeder in gleicher Lage – der Glückswagen , der ihn trug , mußte sein Ziel erreichen oder in Stücke gehen . Ein Aufhalten gab es nicht . Und so kam die Katastrophe . Ober die dieser Katastrophe voraufgehenden Zeit liegt nur ein kurzer Bericht vor , dem ich folgendes entnehme . » ... Gentzrode wuchs ; Wiesen waren neuerdings erworben worden und die Bäume gediehen noch über Erwarten hinaus , so daß in den Gründerjahren viele Tausende davon verkauft werden konnten . Ausfälle , die trotzdem eintraten , konnten durch die reichen Torfstich-Erträge leicht gedeckt werden . Alexander Gentz verfolgte rastlos den Plan einer allgemeinen Arrondierung seines Besitzes , sowohl seiner Äcker in Gentzrode , wie seiner Torf-Gräbereien im Luch . Die Leute nannten ihn den › alten Blücher ‹ , in Anerkennung der Energie , mit der er alles durchführte , was er sich vorgesetzt hatte . Die meisten Kämpfe , deren es viele , sowohl mit den Konkurrenten wie mit der Regierung gab , kostete das Luch , an dessen wachsenden Erträgen alles hing . Und diese Kämpfe wurden im ganzen genommen siegreich geführt . Da , mit einem Male , war es , trotz dieser Siege , mit den › wachsenden Erträgen aus dem Luch ‹ aus und dadurch mit Gentzrode , ja mit dem Wohlstand der Familie vorbei . Wie kam das ? Der Torf war über Nacht außer Mode gekommen . Alles brannte Steinkohlen oder Briketts und selbst die Ziegeleien , die bis dahin , ein sehr wichtiger Punkt , die Konsumenten der sonst halb wertlosen Torfabgänge gewesen waren , bauten ihre Brennöfen um , um mit Hilfe dieser Neubauten die Vorteil versprechende Mode mitmachen und Steinkohlen statt Torf verwenden zu können . Dies allein hätte genügt , dem Gentzschen Geschäft , dessen solide Grundlage der Torf war , einen tödlichen Schlag zu versetzen , zur Beschleunigung des Niederganges aber stellten sich noch andere Schädigungen ein , die freilich mit den veränderten Konjunkturen in einem mehr oder weniger nahen Zusammenhange standen , zum Teil direkt daraus resultierten . Ein Hauptwerk Alexander Gentzs im Luch war die mit enormen Kosten errichtete große Schiffahrtstraße nach Berlin , der sogenannte Fehrbelliner Kanal samt dem schwarzen Graben . Alle fremden Kähne , so viel war ihm seitens der Regierung als Ausgleich für das Geleistete zugebilligt worden , hatten , wenn sie die Wasserstraße benutzten , unter dem Namen eines Schleusengeldes einen Zoll an ihn zu zahlen , dessen Beträge zunächst zur Verzinsung resp . Amortisierung des Anlagekapitals dienten . Es waren dies sehr beträchtliche Summen , die sich infolge der plötzlich veränderten › Konjunkturen ‹ ebenfalls rasch herabminderten , so daß a tempo zweierlei hinschwand oder doch ins Schwinden kam : die Torfgelder für den selbstproduzierten Torf und die Schleusengelder für die Torfverschiffung der Mitproduzenten . Aber auch dieser Doppelübelstand erschöpfte noch nicht das Maß der Verlegenheiten . Eine dritte Schädigung kam noch hinzu : der Sommer und Herbst 1877 waren sehr regnerisch gewesen , so daß der im Luch überall umherstehende , teils naß gewordene , teils von Anfang an nicht recht ausgetrocknete Torf ( der , wie sich denken läßt , eine sehr bedeutende Summe repräsentierte ) nicht verschifft , mithin auch das Wenige , was von Nachfrage da war , nicht einmal befriedigt werden konnte . Die Folge davon war , daß es schon im Winter 1877 auf 1878 mit Gentz ' Finanzlage kritisch genug stand , bis sich ein Weg fand , dem Unheil noch einmal zu steuern . Dies war durch Verpfändung der gesamten Torfgräbereien mit Rückkaufsrecht . In der Tat nahm alles noch einmal einen