und doch fühlte , daß er zu allem Unglück verdammt sei . Als der Markt leer geworden , zog ein Sturmregen herauf , der das Blut auszulöschen von raschem Winde hinübergetrieben wurde . Anton trat unter den Bogengang des Rathauses mit seinen Gesellen , und wie er gegen das Dunkel sah , erschien ihm wieder die zärtliche Gestalt , die aber jetzt auch von dem unglücklichen Fräulein Gertraud eine Beimischung zeigte . Er stach mit Wut gegen die Mauer , wo er dieses Bild gesehen , aber es wich ihm so geschwind aus und zeigte sich wieder so freundlich in einer andern Ecke , daß er hätte verzweifeln mögen , seine Begleiter glaubten , er habe den Verstand verloren ; die Gerichtsdiener hingegen , die schon wegen des Kampfes eine Gelegenheit suchten , an ihn zu kommen , nahmen dies für einen Angriff gegen den Rat und die Stadt , er weigerte sich nicht ; als sie ihn fangen wollten , gab er seinen Degen an Susanna , die vergebens flehte mit ihm zusammen eingesperrt zu werden . Er wurde in einen Turm am Markte gebracht , sein Fenster hatte die Aussicht auf den Kampfplatz , seine Freunde konnten an den Gittern mit ihm reden und fragten ihn , ob er etwas bedürfe . » Ihr habt ja nichts mir zu geben , könntet Ihr Steine in Brot verwandeln wie ich , da könntet Ihr noch zufrieden sein « , so sprach Anton , und Güldenkamm schwor ihm , daß er für ihn noch heute etwas verdienen wolle , und so ging er beratschlagend mit Seger und Susannen ins Wirtshaus zurück . Dort fanden sich ein paar aufgeweckte Bettelmönche , die sich mit Seger sogleich in ein lustiges Gespräch einließen , der ihnen den Vorschlag auseinandersetzte , für einen Freund , der in den Narrenturm gesetzt sei , einen lustigen Schwank aufzuführen ; die beiden Mönche schlugen aus Vergnügen mit den Händen zwischen den Füßen zusammen und hoben sich während des Vortrags auf den Zehen , als ob sie überfallen wollten . Seger ging gleich umher und schrie in der Stadt das schöne Schauspiel von dem Kriege auf der Wartburg aus . Die Tische waren unterdes schon an einander gerückt und die Anzüge zusammengelumpt ; ein sehr gemischtes Völkchen füllte bald den großen Wirtssaal . Fräulein Helena von Eschilbach , von Susannen in den Kleidern der Wirtin , die sie über die eignen gezogen , dargestellt , erschien zuerst und betrauerte , daß die Ungeschliffenheit ihres Bruders alle Menschen von ihr zurückschrecke , sie sprach sehr zärtlich von ihrem vielgeliebten Heinrich von Ofterdingen und erzählte , daß er jetzt zu ihr komme , die Bekanntschaft mit dem rauhen Bruder zu machen . Güldenkamm kam nun als Heinrich von Ofterdingen mit seinen zärtlichsten Liedern aufgetreten , so daß Helena ihm ihre Hand fest verlobte . Diesen schönen Augenblick störte die Ankunft Segers als Wolfram von Eschilbach , er brach sogleich in erstaunliche Schimpfreden gegen die Gesangsweisen Heinrichs aus , worüber dieser sehr entrüstet ihn zum Kampfe forderte . Der Landgraf von Thüringen , einer der Bettelmönche , der auf diesen Lärmen aus seiner Regierungsstube heraustrat , erkundigte sich nach der Ursache des Streites und als er vernommen , daß die beiden Edelleute mit einander kämpfen wollen , so hatte er Mitleid mit der zierlichen Schwäche Heinrichs , über den der ungeschliffene Wolfram kopfhoch hinausragte , und befahl ihnen , sie sollten den Streit mit den Waffen ausmachen , die ihnen besser als die kriegerischen anständen , mit der Geschicklichkeit ihrer Rede , sie sollten Helenas Schönheit preisen , und wer besiegt werde , solle gehangen werden . Beide nahmen den Vorschlag an ; der Landgraf hoffte , daß Wolfram , den er haßte , unterliegen müsse , da jener in dessen Schwester verliebt sei . Der große Kampf wurde angeordnet , Helena saß auf einem hohen Sessel , daß beide sie sehen konnten , aber Heinrich wurde von ihrem Anblick so wonniglich durchdrungen , daß ihm die Worte wie eine überreife Saat früher entfielen , ehe der Saitenklang sie ernten konnte ; wenn er nicht singen sollte , sang er leise zu ihr sein feuriges Lob , sollte er aber vor allen auftreten , da verstummte er . Wolfram und alle Kampfrichter verdammten ihn deshalb zum Galgen , ehe sie ihn aber ergreifen konnten , hatte er sich unter den Mantel Helenas geflüchtet und der Landgraf erkannte ihn als sicher in diesem heiligen jungfräulichen Schutze . Heinrich unterhandelte nun hinter der Schürze seiner Helena mit dem Gegner , er wolle seinen Freund Klingsohr für sich stellen ; wenn auch der überwunden würde , wolle er sterben . Wolfram nahm spottend den Kampf an und der andre Mönch , ein lächerlicher runder Kerl mit doppeltem Kinn trat mit einem Gesange auf , den er in der Dreiteufelweise gesetzt hatte und worin er Wolfram aufforderte fortzufahren . Wolfram fand diese Forderung unchristlich , er wolle nur in christlicher Weise singen , und da jener nicht abstehen wollte , so rühmten sie sich beide des Sieges und Klingsohr drohte jenem beim Abschiede , er wolle ihm in der Nacht so viele Teufel zusenden , daß er ihm doch den Sieg einräumen müsse . Deswegen ging Wolfram in die Kirche und hinderte also die Trauung Heinrichs mit Helena , die für die Nacht festgesetzt war ; inzwischen gab ihnen der Klingsohr , der Heinrichs Bedienter war , einen geschickten Anschlag , durch allerlei Schrecken den Wolfram in der Kirche also zu betörkeln , daß er von dem Trauaktus gar nichts bemerkte und doch nicht leugnen könnte , als Zeuge gegenwärtig gewesen zu sein . Es ward nun dunkler und das Theater sollte eine Kirche darstellen , Wolfram schlief und Klingsohr kam und gab ihm einen derben Schlag auf den Hintern , gleich fing jener an die Schwanenweise zu singen , aber sowie er sich umzudrehen wagte , wurde er auf alle Art von Klingsohr mißhandelt , während Heinrich und Helena nicht fern von ihm getraut