, Pulver und Bärlapp nicht zu schonen . Wir blieben vollständig unbeachtet , denn man nahm an , daß der Ustad noch nicht heimgekommen sei . Darum konnte das , was wir sahen , ohne Störung auf uns wirken . Es wurde Licht allüberall , wohin wir schauten . Die Nacht erhellte sich . Was oben brannte , brannte auch im See . Und all die Menschen , die das Tal erfüllten , erschienen uns wie Wesen einer Welt , die sich im Licht von oben nach aufwärts reflektiert . Und wir zwei Einsamen , die wir hier oben blieben , obgleich man unten auf uns wartete ? Nur nicht ins Lob der Tiefe niedersteigen ; dann findet sich ihr Tadel nicht herauf ! Wir sahen zwar zu , aber was wir dabei mit einander sprachen , das war nicht bestimmt , wie Feuerwerk zu verknallen oder wie totes Holz zu Asche zu verbrennen . Und als die Feuer nach und nach erloschen und Licht um Licht im Tal verglimmen wollte , da stand der Ustad auf , gab mir die Hand und sprach : » Nun gehn auch wir zur Ruhe . Zur Ruhe ! Glaubst du das ? Schließ dreifach dich in deinem Zimmer ein , und lege leiblich dich zum Schlafen nieder ! Ich komme doch zu dir , wie ich heut morgens kam , und hole dich zum Flug um unsere Grenzen . Auch dort hält mancher Posten für uns Wacht , um uns Bericht und Auskunft zu erstatten . Und kehren wir von unserm Fluge heim , so lassen wir vor Menschen uns nicht sehen , ganz so , wie wir es jetzt am Abend taten . Denn was für diese Welt der Abend ist , das ist für jene andere der Morgen . Schlaf wohl , doch - - - komme mit ! « - - Als ich am andern Morgen auf mein Vordach trat , sah ich , daß der gestrige Tag die vorherige Zahl der Menschen verdoppelt hatte . Draußen an Ahriman Mirza ' s Zelt waren die Pferde zu sehen , welche von ihm , den Schatten und den Massaban zum Rennen gestellt wurden . In den Ruinen standen diejenigen des Scheik ul Islam und der Takikurden . Unten am See , rechts , konnte man die Renner der Dinarun besichtigen , und links , unweit der Tribüne , waren die unserigen untergebracht . An diesen Orten wimmelte es von wirklichen und eingebildeten Kennern , welche es für höchst nötig fanden , ihre Urteile hören zu lassen . Mit Ibn el Idrak und dem Scheik der Dinarun hatte der Ustad gleich heut früh das heimliche Abkommen getroffen , daß sie alle ihnen abgenommenen Pferde zurückbekommen würden . Sie konnten also ruhig den Anschein beibehalten , daß sie unsere Gegner seien . Zu bemerken ist , daß die eigentlichen Matadore des Rennens , wie die Sahm , Assil , das » beste Pferd von Luristan « etc. etc. sich nicht bei diesen heut schon ausgestellten Pferden befanden . Weil der Feind seine Trümpfe nicht sehen ließ , taten auch wir es nicht . Es gab mir Spaß , daß ich Hadschi Halef mit Hanneh schon unten auf seinem Platze sitzen sah . Der Gute hatte es nicht aushalten können . Und womit war er bekleidet ? Natürlich mit dem Ehrengewande vom Schah-in-Schah ! Auch hatte er alle seine Waffen bei sich . Ich sah später sogar die bekannte Nilpferdpeitsche in seiner Hand . Sie kam dem » Henker « dann zu statten ! Nach dem Frühstück ging ich zu meinen Pferden und dann zum Ustad , bei dem ich den Hauptmann der Leibgarde fand . Sie sprachen über den , den ich soeben erwähnt habe , nämlich über Ghulam el Multasim , den Henker . Diesem dreisten Patrone war alles bisher gegen uns Unternommene noch nicht genug gewesen . Er hatte zunächst drüben bei den Taki öffentlich und in der schandbarsten Weise gegen den Ustad gesprochen und dieses gestern sogar bei uns hier fortgesetzt . Er war mit seinem Anhange bald hier , bald da im Tale aufgetaucht und hatte immer ganz genau dieselbe einstudierte Rede gehalten , in welcher der Ustad als ein Mensch bezeichnet wurde , vor welchem man Andere nur warnen müsse . Dieser Ustad gebärde sich als ein treuer Anhänger des Schah-in-Schah , sei es aber nicht . Auch gebe er sich den Anschein , daß ihm nur das Wohl der Dschamikun am Herzen liege , sei aber in Wahrheit nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht . Vor solchen Leuten habe man sich mehr zu hüten , als selbst vor den allerschlimmsten Massaban , und so möge man sich nicht darüber wundern , daß er - nämlich der Henker - es für seine Pflicht erachte , diesen höchst gefährlichen Verführer des Volkes endlich einmal zu entlarven . Er fordere hiermit sämtliche Dschamikun auf , ihren Ustad fortzujagen , der sich zwar rühme , Menschen glücklich machen zu wollen , aber höchstens nur imstande sei , unglückliche , beulige und schwärige Pferde in die Welt zu setzen . Er - nämlich der Henker , - werde das am Kiss-y-Darr beweisen ! Weil ich erst am Schlusse dieser Unterredung kam , teilte mir der Hauptmann das Resultat derselben mit : » Ich habe den Ustad gebeten , sich ja nicht an diesem unsaubern Patron zu beschmutzen , sondern die Sache lieber mir zu überlassen , der ich die Polizei des Schah-in-Schah vorstelle . Für eine so zügellose und abgrundtiefe Anmaßung und Frechheit ist einzig nur die Peitsche richtig . Er wird sie bekommen , ganz bestimmt ! Wann und in welcher Weise , das lehrt der Augenblick . Gebt mir nur die von ihm zurückgelassenen Kleidungsstücke , bei denen sich auch das Messer und das geheime Alphabet befindet . Weiter brauche ich nichts ! « Er bekam diese Gegenstände , und dann ging ich mit dem Ustad und Dschafar Mirza hinunter an den See , weil die Zeit gekommen war