würdiger Herr , und der Mann führt den Befehl . Vergebt mir also . « - » Hab ' ich Euch gezürnt , Frau ? « fragte der Mönch dagegen : » Wollt mir gütigst hier eine Weile beistehen , so lange das Wasser kocht ; « setzte er hinzu : » denn ich muß Euch bekennen , daß ich des Küchenhandwerks nicht allzu gewohnt bin . « - » Ich glaub ' es wohl , hochwürdiger Vater ; « erwiederte Frau Else : » das Geschäft schickt sich eher für weibliche Hand , und ich will gerne , so Ihr mir begreiflich macht , was dabei zu beobachten ist , es ganz an Eurer Statt zu Ende bringen , wenn Ihr geneigt wärt , einer armet mit sich selbst und ihrem Gott zerfallnen Frau einen Liebesdienst zu erweisen , wie ihn die Kirche und der Heiland fordern und eingesetzt haben . « - » Wie meint Ihr das , Frau , und ist von Euch die Rede ? « fragte der Mönch ernsthaft . - » Nicht von mir gerade , liebster Herr ; « sprach Frau Else heimlicher : » ich liege im Bann durch meines Mannes Schuld , und darf ja von der Kirche nichts begehren , bevor wir nicht losgesprochen . Aber da ist eine Frau im Schlosse , eine Verwandte von uns , müßt Ihr wissen ; und diese Frau sehnt sich plötzlich nach dem Sakrament der Beichte und Buße , wie ein Sterbender nach dem Liebesmahl . Ich hab ' s nicht gern gethan , allein ich mußte ihrem Bitten nachgeben , da der Zufall gewollt hat , daß mein Herr Euch aus der engen Haft entlassen . Wollt also sagen : Ja , und die Schlüssel zur Kapelle empfangen , denn in das Gemach der Schwermüthigen darf ich Euch nicht bringen , weil die Männer es merken könnten , und der Jähzorn meines Alten ist ohne Gränzen , weil er im Bann liegt , und er kann daher nicht leiden was geistlich , oder geistlicher Verrichtung ist . Ich sende Euch die Bußbedürftige , ... in einer halben Stunde ist alles abgethan , und Ihr nehmt einen Gotteslohn mit Euch . « - Der Ordensmann war während dieser Erläuterung verlegen und unruhig geworden . Mit einer gewissen Heftigkeit weigerte er sich des Antrags , und schob der Weigerung , Schuld auf das Interdikt , das auf der Veste ruhe . Frau Else warf ihm dagegen ein , daß die Fremde nicht dem Banne unterliege , und es demnach nicht gegen das Gewissen des Paters laufen würde , wenn er das Verlangte thue . Durch die abschlägige Antwort noch obendrein ein wenig gereizt , setzte das männliche Weib mit unverholner Bestimmtheit hinzu : » Ihr Herren macht ja sonst keine Umstände , wenn es darauf ankömmt , einen Beichtheller zu gewinnen . Den heilige Vater mag Städte und Weichbilder in Bann thun , und alle andre Welt- und Ordenspriester mit Kreuz und Fahnen von dannen ziehen , Ihr bleibt zurück , und singt Eure Metten und Vesper , nach wie vor . Fügt Euch darum heute auch gutwillig , versteht Ihr mich ? Eure Tafel soll Eure Willfährigkeit verspüren , hört Ihr ? Hier ist der Schlüssel zum Kirchlein , setzte sie hinzu , indem sie den Mächtigen von dem breiten Schlüsselringe losmachte : hier steht eine Leuchte , mit der Ihr vorsichtig umgehen mögt , denn es liegt allerlei brennbares Zeug in der Kapelle , und sie ist etwas in Unordnung gerathen , aber zum Beichtsitzen ist Platz genug vorhanden . Geht voraus ; gleich sende ich Euch das Fräulein . Laßt es aber unterwegs , mit demselben vielleicht eine List anzuspinnen , um zu entkommen ; unsre Augen , sind scharf ; man hintergeht nicht mich , nicht meinen Alten . « - Somit drehte sie , ohne eine Antwort abzuwarten , dem Mönch den Rücken , und ging nach der Treppe , über welche das Gebrüll der Zecher , die ein Fechtlied angestimmt hatten , in die Halle schallte . » Wartet ! wartet , ihr Trunkenbolde ! « schalt die Hauskönigin , indem sie ihre Faust mit einem Besen bewaffnete : » Ich will Euch zur Ruhe bringen , daß der Lärm aufhöre bei nachtschlafender Zeit . Ihr müßt fromm seyn , wenn Ihr noch einen Tropfen Weius bekommen wollt ! « - In der That verfügte sie sich auch vorerst in die Trinkstube , brachte durch ihre Vorwürfe und durchdringende Stimme die Lärmenden zu besserer Erkenntniß , und nachdem sie die Ruhe wieder in etwas hergestellt , begab sie sich in das höhere Stockwerk , das Frauengemach , wie ihre schweren Schritte auf der steinernen Stiege vernehmen ließen . Der Mönch zündete indessen die Leuchte an der Flamme des Herds an , schob sein Gebräude von der Glut , lächelte dann seltsamlich , und blickte nachdenkend gen Himmel . - » Sollte es denn wohl eine Sünde seyn , « fragte er vor sich hin , » wenn ich mich in diese Zumuthung füge ? Nicht doch ; setzte er nach kurzem Bedenken bei : dies Gewand schon erheischt es , und dann ist es ja eine Trostbedürftige in Räuberhänden , die nach der Theilnahme eines Menschen verlangt , in dessen Worten sie den allmächtigen Gott zu finden hofft . - Vermuthlich , trotz der Verwandtschaft , von welcher Frau Else sprach , eine gleich mir Gefangene , .... vielleicht diejenige , um deren Willen man mich und den Unglücklichen , der mich fuhr , zurückhält , ob wir gleich in unsrer Abgeschiedenheit nicht einmal ihren Namen erfuhren ? Werde ich sie aber trösten können , ich , der Trostsuchende und Trostlose ? Vielleicht denn doch : auf die Lippen des Leidenden setzt sich wohl zuweilen ein Engel , welcher andern Geprüften das Heil einer gesegneten Zukunft verkündet . Laß sehen ! « Er faßte Leuchte und Schlüssel , und schlich über die Holztreppe in den engen Hof ,