dir ! Der Multasim wird höchst wahrscheinlich mit den besten Vollblutpferden kommen , die er nur aufzutreiben vermag . Aber er hat in seinem kurzsichtigen Eifer nicht an unsere Gäste gedacht . Mit Assil Ben Rih , Barkh , Ghalib und unserer Sahm müssen wir ja siegen , denn ich zweifle nicht , daß sie mitlaufen dürfen werden . « Er sah mich bei diesen Worten an . - Darum sagte ich : » Das versteht sich ganz von selbst . Dschamikun und Hadeddihn , diese beiden Namen klingen jetzt zusammen wie ein einziges Wort . Mag der Multasim bringen , was er will ; er wird geschlagen werden . Ich kenne unsere Pferde ! « » Und ich meine zwei Hudschuhn165 ! « fügte Hanneh rasch hinzu . » Was die Dschamikun für Kamele besitzen , das weiß ich nicht ; aber so schnellfüßig und ausdauernd sie auch sein mögen , sie wurden hier im Gebirge geboren und auferzogen und können also unmöglich das leisten , was jedes meiner echten Bischari-Hudschuhn im Wettlaufe zeigen wird . Ich wette mit ihnen den ganzen Besitz der Hadeddihn gegen jeden andern Preis ! « Der Ustad und der Pedehr sahen einander lächelnd an . » Da hörst du es ja ! « sagte der letztere . » Der Tag des Rennens wird noch interessanter werden , als wir zu ahnen vermochten . Der Tag deines Kommens ! Auch in dieser Beziehung ein Siegestag für uns ! Wir können ruhig sein . Schau hingegen die Perser dort ! Wie erregt sie sind ! Was ist in sie gefahren ? Warum wünschte der Multasim überhaupt , daß sie hören , was er sagen will ? Der Umstand , daß die Wette von uns angenommen worden ist , scheint ihn ganz verwandelt zu haben . Man sollte meinen , daß hinter ihr noch ganz andere , verborgene Absichten stecken ! Vielleicht sind sie so unvorsichtig , sich zu verraten . Wer sich so benimmt , wie jetzt sie , bei dem ist nichts mehr von Bedachtsamkeit zu suchen . « Die Perser zeigten jetzt allerdings ein ziemlich auffälliges Benehmen . Ihre bisherige Ruhe und Gemessenheit war verschwunden . Die Gruppe , welche sie bildeten , stand keinen Augenblick still . Die einzelnen Personen sprachen und quirlten durcheinander , als ob die Geister der Besessenen in sie geraten seien , von denen das Evangelium erzählt . Es mußte ein für sie sehr wichtiger Gedanke sein , der sie gar nicht daran denken ließ , daß der Mensch sich in allen Lebenslagen zu beherrschen habe . Und ihre jetzige war doch eine solche , daß sie sich wohl hätten hüten sollen , sich in dieser Weise auffällig zu benehmen . Noch während sie zu uns kamen , bemerkte man an ihnen nichts von der Besonnenheit , mit welcher die Beisitzenden der Dschemma ihnen entgegenblickten . Der Ustad hatte sich nicht zu uns gesetzt , sondern sich unter einen nahen Baum gestellt , wo er alles hören konnte . Er schaute in die weite Ferne . Für die Perser hatte er kein Auge . » Hier sind wir ! « begann der Multasim . » Wir haben beschlossen , daß ein anderer euch das sage , was ich euch sagen wollte . Vorher aber habe ich mich nach den Reitern meines Sohnes zu erkundigen . Wo sie sich befinden , das hörte ich von dem langen Menschen , der sich Tifl nennt ; aber ich konnte ihm das unmöglich glauben . Darum frage ich jetzt : Wo sind diese Leute ? « » Drüben im hohen Hause , « antwortete der Pedehr . » Als Gäste ? « » Nein . « » Als was sonst ? « » Als Gefangene . « » Wer hat sie gefangen genommen ? « » Ich ! « » Mit welchem Rechte ? « » Mit dem Rechte , welches uns der Schah-in-Schah verlieh : Wer unser Gebiet mit den Waffen in der Hand betritt , ohne unsere Erlaubnis zu besitzen , ist uns verfallen . « » Wir sind auch bewaffnet ! « » Ich sehe es . Auch ihr habt das Gebot des Beherrschers übertreten , und ich könnte mit euch thun , was mir beliebt . Es wird ganz auf euer weiteres Verhalten und auf meine Entscheidung ankommen , ob ich euch fortreiten oder einsperren lasse . « » Das wagst du nicht ! « rief der Perser aus . » Ich wage nie etwas , denn es kommt mir niemals bei , irgend etwas Unüberlegtes zu thun . Ich kann euch alles , was ihr bei euch habt , abnehmen . Auch eure Pferde sind von dem Augenblicke , an welchem ihr einen der Pässe dort im Osten hinter euch hattet , unser Eigentum , unsere rechtmäßige Beute . Du siehst , wie gütig wir handelten , indem wir auf die Wette eingingen , durch welche wir uns selbst genötigt haben , etwas , was uns schon so gehört , noch extra zu gewinnen ! « » Hiervon sprechen wir jetzt nicht . Ich besitze dein Wort , und das wirst du nicht brechen ! « » Gewiß nicht ! Aber ihr selbst könnt es sehr leicht durch ein unangemessenes Verhalten brechen . Ich warne euch ! « Der Multasim wurde verlegen . Er sah zu seinen Gefährten hinüber , als ob er sich aus ihren Augen neuen Mut holen wolle , und fuhr dann fort : » Wann giebst du diese Leute wieder frei ? « » Wann es mir gefällt . « » Ich fordere eine bestimmte Antwort ! « Da schaute der Pedehr ihm mit einem großen , langen Blicke in die Augen und sagte dann : » Du forderst ? Und in diesem Tone ? Ich warne dich zum zweitenmal ! Weißt du , was das bedeutet ? Die dritte Warnung bricht mein Wort . Dann seid auch ihr dem Rechte verfallen , welches euch so außerordentlich verhaßt zu sein scheint . Sprich