schnell genug wieder getröstet . Heute schwärmt sie für Cloten ; ein ander Mal wird sie für einen Andern schwärmen . Die Kleine hat Talent , sie kann es noch weit bringen . Mich dauert nur der arme Cloten . Aber weshalb begiebt er sich in die Gefahr ? Freilich , und noch dazu ohne seinen Mentor . Wer ist das ? Baron Oldenburg . Er wird den Rath seines edlen Freundes mißverstanden haben und die kleine Emilie aus purem Mißverständniß heirathen . Sie belieben in für mich unergründlichen Räthseln zu sprechen , gnädige Frau . Ich bitte um Verzeihung . Sagen Sie , Sie sind wirklich , wie die Fama sagt , in der kurzen Zeit der Busenfreund des Barons geworden . Die Fama hat in diesem Falle , wie stets , aus der Mücke einen Elephanten gemacht . Glauben Sie , daß ich es gut mit Ihnen meine ? sagte Hortense und sie blickte Oswald voll in die Augen . Ich habe keinen Grund , das Gegentheil anzunehmen ; antwortete dieser , den das Gespräch , welches er ganz absichtslos angeknüpft hatte , auf eigenthümliche Weise zu interessiren begann . So folgen Sie meinem Rath : hüten Sie sich vor dem Baron , wie vor Ihrem schlimmsten Feind ! Weshalb ? Weil er falsch ist bis in das innerste Herz hinein . Sie kennen den Baron genau ? Leider ! Und - verzeihen Sie mir , wenn ich eine so schwere Beschuldigung eines Mannes , den ich - ich gestehe es - bis jetzt hoch geachtet habe , nicht sofort zu glauben vermag - haben Beweise Sie von des Barons Falschheit ? Tausend für einen . Geben Sie nur einen . Es bleibt unter uns , was ich Ihnen erzählen werde ? Das verspreche ich . So hören Sie . Sie kennen meine Cousine Melitta . Nun , sie hat ihre Schwächen wie wir Alle , aber sie ist doch im Grunde eine charmante Frau , die ich sehr lieb habe , und um die es mir leid thun sollte , wenn sie sich , wie es den Anschein hat , wieder in dieselben schlechten Hände giebt , aus denen ich sie mit so viel Mühe glücklich erlöst zu haben glaubte . Wenn Melitta nicht so gut ist , wie sie sein könnte - Oldenburg allein hat es auf dem Gewissen . Er hat ihr , als sie noch ein junges Mädchen war , mit seinen tollen Ideen den Kopf verdreht , daß sie zuletzt nicht mehr Recht von Unrecht unterscheiden konnte . Er hat , als sie endlich die ausgezeichnete Partie mit Herrn von Berkow gemacht hatte , das ganze , im Anfang so schöne Verhältniß zerstört ; und wenn Berkow zuletzt vor Eifersucht toll geworden ist , es kann Niemand verwundern , der es , wie ich , mit angesehen hat , wie es die Beiden trieben . Endlich gelang es mir , bei Melitta auszuwirken , daß sie Oldenburg auf einige Zeit wenigstens fortschickte . Er ging ; aber , als wir vor ein paar Jahren Italien bereisten , stellte sich Oldenburg wieder ein - ob zufällig , ob von Melitta herbeigerufen - ich lasse es unentschieden . Nach ihrem Benehmen sollte ich freilich das Letztere vermuthen . Das alte Lied begann von Neuem . Einsame Promenaden , Austausch von Liebesschwüren , wobei sie sich selbst durch die Anwesenheit dritter Personen nicht geniren ließen - mit einem Worte : es war für Jemand , die , wie ich , etwas streng in solchen Sachen denkt und die , wie ich , Melitta noch dazu so aufrichtig liebte , ein recht häßliches Schauspiel . Vergebens bat und beschwor ich Melitta , an ihren kranken Gemahl , an ihr Kind zu denken . Ich predigte tauben Ohren . Da entschloß ich mich zu einem verzweifelten Mittel . Um ihr Oldenburg ' s Treulosigkeit - von der mir von anderen Seiten die fabelhaftesten Dinge erzählt waren - zu beweisen , ließ ich mich herbei , ihn glauben zu machen , ich selbst interessire mich für ihn . Es gehörte dazu nicht viel , denn der Baron ist eben so eitel , wie er verrätherisch und zügellos in seinen Leidenschaften ist . Bald verfolgte er mich jetzt mit seinen Huldigungen - natürlich , ohne sich Melitta gegenüber zu verrathen . Dabei sprach er so lieblos , so schlecht von meiner armen Cousine , daß ich kaum im Stande war , die Maske , die ich vorgenommen hatte , festzuhalten . Und doch mußte ich es , bis Oldenburg von seiner Leidenschaft hingerissen , blind in das Netz rannte , das ich ihm stellte . Ich wußte es so einzurichten , daß er - es war im Garten der Villa Serra di Falco bei Palermo - mir eine feurige Liebeserklärung machte , während Mellitta sechs Schritte davon hinter einem Myrthengebüsche stand . Die Arme ! es war eine schmerzliche Operation , aber ich konnte ihr nicht anders helfen . Oldenburg war natürlich am andern Morgen verschwunden . Ich suchte Melitta zu zerstreuen , so gut es ging , und ich muß gestehen , sie zeigte sich gefaßter , als ich nach einer so schmerzlichen Enttäuschung , einer so tiefen Demüthigung für möglich gehalten hätte . Ich hoffte , daß diese grausame Lehre , die sie empfangen , ihr ein für alle Mal über Oldenburg die Augen geöffnet hätte ; hoffte es um so mehr , als der Baron ihr durch mehrjährige Abwesenheit Zeit genug zur Besinnung ließ . Da plötzlich taucht er vor einigen Wochen ganz unerwartet wieder auf . Mir ahnte sofort nichts Gutes - denn das Erscheinen dieses Mannes ist immer von etwas Außergewöhnlichem begleitet . Wie er es angefangen hat , sich wieder Melitta ' s Gunst zu erwerben , wie es möglich ist , daß Melitta schwach genug sein konnte , ihm wieder ihre Gunst zu gewähren - ich weiß es nicht - denn Beide haben in einem hohen Grade das Talent , ihre Handlungen den