auswendig , « sagte der Capitain . » Melden Sie es Seiner Excellenz , Herr Adjutant . « Schelesnow ging hinunter . - Die Schiffe näherten sich jetzt rasch , in Zeit von einer halben Stunde konnten die Signale deutlich spielen . Das Dampfschiff schlug jetzt die Richtung nach Südost ein und telegraphirte das Signal : » Anschließen . « » Der Bursche hat offenbar Etwas im Schilde , « sagte der Capitain . » Er hält auf Kap Kerempe ab und das ist zum Glück bis auf zwei Strich im Winde unsere eigene Richtung . In einer Viertelstunde werden wir Näheres wissen . « Während die beiden Schiffe in der angegebenen Richtung ihren Lauf fortsetzten , kamen sie einander immer näher und waren bereits in Rufweite , als der Lugmann aus dem Mastkorbe meldete : » Zwei Dampfer in Sicht ! « » Welchen Cours ? « » Der Eine Ost zu Süd , der Andere weiter nach Norden . « Der Admiral war jetzt auf das Verdeck gekommen . Der kleine weiße Wimpel am Flaggentau des Fockmastes zeigte seine Anwesenheit auf dem Schiff und der kleinere Dampfer setzte bereits sein Boot aus , um den kommandirenden Offizier an Bord der Fregatte zu schaffen . » Ah , Sie sind es , Capitain Glasemann , « sagte der Admiral , sich über das Bollwerk lehnend ; » kommen Sie geschwind herauf und bringen Sie mir Neuigkeiten . Diese Herren verlangen sehnlich danach . « Einige Augenblicke nachher war der Capitain-Lieutenant der Bessarabia auf dem Deck und begrüßte ehrerbietig seinen Vorgesetzten . - » Was haben Sie Capitain ? woher kommen Sie ? wo befindet sich die Escadre ? « » Admiral Nachimow , Excellenz , ist auf der Rückkehr nach Ssewastopol begriffen . Ich hatte Befehl , zu kreuzen und erfuhr durch Schiffer , daß ein egyptisches Kriegs-Dampfboot den Weg nach der abchasischen Küste genommen hat , und war im Begriff , ihm zu folgen , als ich Euer Excellenz fand . « » Ist eines der Schiffe , die in Sicht sind , der Egypter ? « » Ich hoffe es . « » Haben Sie irgend einen Verdacht , wer der zweite Bursche ist , der nach Norden steht ? « » Ich wüßte nicht , wenn es nicht etwa das Passagierboot des Lloyd sein sollte , oder ein Franzose , obschon ich sichere Nachricht habe , daß die englisch-französische Flotte noch vollständig im Bosporus ankert und keines ihrer Schiffe Rumili-Kawak4 überschritten hat . « » Iop foce mat ! 5 so weit kommen die Oesterreicher nicht . Aber Du kannst Recht haben , Söhnchen , es mag eines der Transportboote sein , doch ein türkisches . Je jedem Fall wollen wir uns die Burschen näher besehen . Lassen Sie die Maschinen ihre Schuldigkeit thun , Capitain Butakow , und zeigen , was der Wladimir kann . Sie , Capitain Glasemann , werden die Höhe gewinnen und dem Fremden den Rückzug abschneiden . « Ein solcher schien jedoch keineswegs in der Absicht der entfernten Schiffe zu liegen , vielmehr ging diese offenbar dahin , die anatolische Küste zu gewinnen . Das Ufer war bereits in Sicht getreten , man befand sich zwischen dem Hafen von Amastro und dem Cap Kerempe , als die weiter auf der Höhe befindliche Bessarabia signalisirte : » Flotte in Sicht . Weite in Fernsignal , « und gleich darauf die Frage : » Weiter Jagd machen ? « was offenbar andeutete , daß man die unbekannten Schiffe in dieser Nähe der Escadre unmöglich für feindliche halten könne . Auch auf dem Wladimir machte sich diese Ueberzeugung geltend und schon wollte der Admiral den Befehl ertheilen lassen , die Jagd aufzugeben und den Cours nach der Escadre zu richten , als die beiden fremden Dampfer Signale wechselten , dann plötzlich wendeten und die Richtung nach dem hohen Meere einschlugen . Dieser schwankende Lauf war jedenfalls verdächtig und konnte nur durch das Erblicken des Geschwaders veranlaßt sein . Namentlich war das Dampfschiff vor dem Wladimir sichtlich bemüht , eine Begegnung zu vermeiden , und änderte jetzt mehrfach seinen Cours . Um 91 / 4 Uhr wurde daher auf der Fregatte das Privatsignal aufgehißt und eine Kanone gelöst , es erfolgte jedoch keine Antwort ; darauf wurde die russische Flagge aufgezogen und der Befehl ertheilt : » Fertig zum Gefecht ! « Alsbald löste sich die aufregende Neugier , die bisher Offiziere und Mannschaften auf dem Deck und an den Bollwerken gehalten hatte , in rasche Thätigkeit ; die Kanonen wurden losgemacht , die Pulverkästen geöffnet , die Sandsäcke um die Maschinen gehäuft , und alle jene hundert Vorbereitungen getroffen , welche auf einem Kriegsschiffe dem Kampfe voran gehen und keine Vorsicht und Nothwendigkeit aus den Augen lassen . Die Mannschaft stand bei ihren Geschützen , auf den Kugelkästen saßen die Pulverjungen , der Wundarzt mit seinen Gehilfen im Unterraum , die Deckmeister machten mit dem Zimmermann die Runde , die Marinesoldaten standen auf den Gangwegen , und die Offiziere mit gezogenem Degen auf ihren Posten , die Befehle erwartend . Eine Viertelstunde später richtete das verfolgte Dampfschiff seinen Lauf gerade gegen den Wladimir und zeigte die türkische Flagge , den Weißen Halbmond mit dem Stern im rothen Felde . Bald darauf änderte es nochmals seinen Lauf ; die Schiffe waren jedoch einander bereits so nahe , daß bei der starken Maschine der russischen Fregatte an ein Entkommen nicht zu denken war . Da Admiral Kornilow sah , daß das feindliche Schiff schwächer war , als der Wladimir , befahl er nach Seesitte , ihm eine Kugel vor dem Bugspriet vorbeizusenden , als Aufforderung , sich zu ergeben . Der Türke antwortete mit einer vollen Seitenladung , diese jedoch der noch vorhandenen Entfernung wegen ganz unschädlich blieb . Damit war das Gefecht provozirt , und der Befehl , zum : » Fertig zum Feuern ! « durchlief das russische Deck . Unterdeß dampften die Schiffe parallel mit einander fort und kamen einander bald so nahe