kein Wort gehört , was wir gesprochen . Jetzo aber geht ihm der Mund frisch weg , wie ein fleißiges Rädlein . Glück zu , Pater ! « - » Man rede nur zur gelegnen Zeit ; « versetzte der Mönch ruhig . - » Man rede aber auch alsdann für sich , und nicht für Andre ; « fügte Bechtram mit einer Gutmüthigkeit bei , die ihm um so besser anstand , als er selten darein verfiel : » Mir wär ' s lieber , bei Gott ; Ihr verlangtet etwas Bessres , als ein Stück Fleisch für den dummen Bauer . « - » Mein Gewand ist das der Demuth ; « entgegnete der Mönch kurz : » ich begehre nichts für mich ; aber hindert Euch denn dieses , mir freundlich entgegen zu kommen ? - Für heute wünsche ich nichts als Ruhe , und daß man mir verstatten möge , in den Thurm zurück zu kehren , um das Wundwasser für das Pferd zu bereiten . « - » Wohl wird es kühl und dämmrig hier im Zwinger , « - meinte Bechtram , - » und wir wollen Euch unter Dach und Fach bringen , guter Klostermann . Aber bei leibe nicht in den Thurm . An unserm Hausherde könnt Ihr weit leichter Euern Balsam brauen , und an unsrem Trinktische sitzt sich ' s besser , als in dem Kerker . Kommt mit ; einige Becher edeln Getränks werden Euch stärken , und ein Stück köstlichen Wildbratens-Euern Gaumen vergnügen . Ihr erzählt uns dabei aus Euerm Leben , und aus der Ferne , denn , weit seyd Ihr hergekommen , und helft uns also den Abend verkürzen . « - » Ich bin ein schlechter Erzähler , « antwortete der Mönch : » im Thurm aber wird mein Begleiter , der arme Bauersmann , meine Gesellschaft vermissen . Mein Trost allein und mein Zuspruch drückten ihm die Augen zu auf seinem elenden Strohlager . « - » Pah ! « rief der Leuenberger : » solch Volk braucht kein Einlullen . « - » Keine Genossenschaft , als die der Ratzen und Spinnen , « setzte Hornberg hinzu . - » Ja wahrlich ! « bekräftigte Bechtram : » Ich sende dem Manne einen Becher Wein , daran mag er sich Rausch und Schlaf zutrinken , und fröhlich seyn . Ihr aber , Pater , - Kreuz und Stein ! Ihr müßt mit , und ohne Zögern . « Der Ritter nahm den Arm des Mönchs unter den feinigen , und das ganze Häuflein der Gäste nahm seinen Weg zu dem Gatterthore , an welchem die Hausfrau ihnen entgegen kam , und den Eheherrn bewillkommte . » Wo ist das Fräulein ? « fragte er schnell , und jeder Mund wiederholte die Frage , und jeder Blick suchte sie . Frau Else gab jedoch eine unbedeutende Unpäßlichkeit vor , versicherte , daß dieselbe bald vorüber seyn würde , und führte die Herren sammt und sonders in das Gemacht des ersten Stockwerks , wo auf dem eichenen Tisch Speisen aufgestellt waren , und vom Kandelbrett die glänzenden zinnernen Kannen herableuchteten , mit den sauber geformten Ängstern , den mächtigen Paßgläsern und den bauchigen Krügen . Wie heißhungrige Wölfe fielen die Gäste über die derben Keulen her , und der duftige Wein strömte in die Becher . Frau Else schnitt das Fleisch vor , das Fräulein von Leuenberg kredenzte in Ermanglung eines reizendern Mundschenks den Trunk , und bald verwirrte sich Alles in scherzhaften Gesprächen und Alletagsreden . Doring und Weide griffen nach der reisenden Uhr1 , sich die Zeit zu vertreiben ; der Reifenberger krähte ein Minnelied zu Petronellens Ehre , welches der tolle Hornberger mit einer verstimmten Laute begleitete ; Bechtram , der Leuenberger und der Mönch saßen beisammen , und schwatzten von Jagd und Falkeniererskunst , in welcher der Letztere nieder ungemeine Fertigkeit verrieth , und den Zuhörern manch Jägerstücklein und Falknergeheimniß zum Besten gab , von dem sie sich nichts hatten träumen lassen . Bald jedoch nahm der Wein in Bechtram ' s , wie in Veit ' s Kopfe überhand , und es entspann sich zwischen ihnen ein Hader über Wilderei und Forstherrngerechtsame . Die Übrigen , nicht minder vom Wein erglüht , mischten sich in den Handel , und ehe man sich ' s recht versehen konnte , saßen alle beisammen an einem Tische , um sich mit weniger Aufwand an Stimme und Geberden zanken zu können . Petronella nahm keinen Theil an dem Männerzwist , sah sich vergebens nach Elsen um , die aus der Stube verschwunden war , und steuerte endlich auf den geistlichen Herrn zu , der jedoch von ihrem Vornehmen etwas merken mußte , da er plötzlich aufstand , und aus dem Gewirre und Gelärm der Bezechten , wie vor der Redseligkeit der alten Jungfrau froh , um an den verglimmenden Kohlen des Herdes die Wundarznei zu bereiten , und daneben seine Schlafstelle zu suchen . Die Glut knisterte schon unter dem Topfe , in welchem das Wasser gährte , vermischt mit dem nothwendigen Wein und Gewürz , und der lange braune Mann stand sinnend , mit übereinander geschlagenen Armen , über die Dämpfe des Topfes hinwegsehend in den finstern Schlot , bis ihn ein Geräusch aufzuschauen bewog . Frau Else stand neben ihm , ergriff seine Hand , und küßte seinen Ärmel . Da sich nun der Mönch darob verwundert anstellte , so redete Frau Else also , mit demüthigem Gesichte : » Liegen wir gleich jetzo im Baum hier zu Falkenstein , so sind wir doch getaufte Christen , und keine Heiden oder Juden , die es gerne sehen , wenn die Geweihten des Herrn in Trübsal schmachten und Noth . Hochwürdiger Herr ; es hat mir oft das Herz geblutet , daß mein Alter Euch gefangen halten muß , seiner eignen Sicherheit wegen , und daß sich Euch nicht besser bewirthen durfte , als bisher geschehen : ich bin aber die Frau ,