an mir hat – « » Allmächtiger , Hilarion ! « rief Ernesta in heller Angst , » hat es nicht vorhin schon gelacht , und wir wußten nicht , was es war ? « » Sehen Sie , Fräulein ! « sprach der Alte , sich fester auf den Füßen stellend und mit dem Zeigefinger auf das angstvolle Kind einbohrend – » Das ist Es schon gewesen ! Das war Es ! und nachher kommen die Leute und sagen , Oppermann hat wieder mal ' nen Rausch gehabt , welches ich von Ihnen doch nicht denken kann , liebes Fräulein . « » Hm ! « murmelte der Assessor , an die Stirn greifend , und : » Wir wollen umkehren ! ich will zu Papa und Mama ! « rief das Liebchen . » Wir wollen weiter – wir müssen und wollen weiter ! « rief der Liebhaber , den Arm um das zitternde Mädchen legend , und Oppermann meinte , ganz väterlich begütigend und beruhigend : » Ja , gehen Sie nur ruhig zu ! Es tut Ihnen nichts , Fräulein ; gar nichts ! Lachen Sie wieder , wenn Es lacht ; das hat Es am liebsten , und womit ich zu meinem zweiten Punkt komme , nämlich zu dem Herrn Konstantius , wenn Sie ihn zuerst zu Gesicht kriegen werden , daß Sie denn nicht erst recht erschrecken und mit Recht . Schauderhaft ! schauderhaft , sage ich Ihnen ! Mit Erlaubnis , haben Sie in Ihrem Leben schon früher einmal einen Einsiedler gesehen ? « » Nein – bis jetzt noch nicht , « stotterten Hilarion und Ernesta , worauf Oppermann , mit der Hand rechts abwinkend , während er das Haupt gegen links neigte , stöhnte : » Na , denn gratuliere ich . « » Wozu ? « rief Hilarion , allmählich auch immer verstörter um sich blickend . » Dazu , daß Sie wahrscheinlich erst bei einbrechender Nacht die Bekanntschaft machen . Scheußlich , schauderhaft , gräßlich ! – Vor dreißig Jahren ging es noch an ; aber dreißig Jahre lang ungekämmt und ungewaschen ist eine schöne lange Zeit . Ich bin sein Freund ; aber wenn ich ihn nicht kennte , so brauchte ich länger als einen Tag , um ihn ansehen zu lernen . Uh , und wenn Sie keinen Einsiedler kennen , so kennen Sie auch keinen Einsiedler , der ein Stück von einer Eichel vom vorigen Jahre in seinem letzten Backenzahn stecken hat – « » Siehst du , Ernesta ! « schrie Hilarion , » o Rosa ! o , du guter Geist – o Rosa ! – Ernesta ! siehst du , es war kein Traum , ich habe dich nicht getäuscht – er hat Zahnweh – wir finden ihn zu Hause , und alles , alles wird gut , mein Herz , mein Lieb , mein liebes , armes , liebes Mädchen , und nun komme mir nicht wieder mit deinem Gartenfest morgen abend und dem verruchten Laffen , Monsieur Richard d ' Erbacher , deiner Mama Patenkind ! ich halte es nicht aus ! Da haben Sie meine ganze Börse , Oppermann ! und jetzt komm , mein Herz ; wir finden den Weg , wir finden den Vater Konstantius , und alles , alles wird gut , – komm , komm ! « Er zog die Geliebte fast heftig hinter sich drein ; Oppermann aber , den Geldbeutel des entzückten Jünglings in der harten , knochigen , haarigen Tatze , sprach schwankend das tiefsinnige Wort : » Und nachher – soll ich – denn immer allein überquer gehen und Dinge sehen und hören – die kein anderer sieht – und die Oberforstbehörde – am wenigsten . Na , laß sie nur gehen , Oppermann ; wir beide kennen uns , – und der Herr Konstantius kennt uns auch . « Achtes Kapitel . Es war eine Luft , eine Beleuchtung und ein Weg , die das misanthropischste Menschenkind lockend aufforderten , immer tiefer hereinzukommen in den Wald und sich niederzulassen in der süßen Einsamkeit fern des Lärms der Städte , aber – als Zweisiedler ! ein Männlein und ein Fräulein in Einem Birkenhüttchen ! Der treffliche Oppermann war selig seines Weges weitergestolpert , in Ernestens Herzchen wurde es allmählich wieder ruhiger , und Hilarion zerdrückte eine Träne in jedem Auge ; er hatte sich noch nie so ganz als Dichter und so ganz und gar nicht als Assessor bei der Regierung empfunden . Sie gingen auch immer weiter hinein in die Wildnis , wie die gute Stunde sie lockte . Die Villa Piepenschnieder und Papa und Mama , der Püterichshof mit dem Onkel Püterich und dem Herrn von Magerstedt , die da draußen vor dem Walde sie erwartende Droschke samt dem mürrischen Kutscher wurden zu vor langen , langen Jahren in einem Märchen belächelten Unwirklichsten und Vater Konstantius mit und ohne seine Eichel im hohlen Backenzahn die einzige Realität in der ganzen weiten Welt . Da kicherte es zum zweiten Mal , doch diesmal ganz zweifellos dicht vor ihnen , – und Es zeigte sich ! Die beiden jungen Leute standen still – sie erblickten Es , und wir – wenn wir Es unsern Lesern und vor allen der Leserin zeigen könnten , würden auf der Stelle unsere Feder ausspritzen und unser Tintenfaß aus dem Fenster gießen : wir hätten absolut nichts mehr zu sagen , nichts mehr zu schreiben , nichts mehr zu beschreiben ! Innocentia würde uns all und jeder Verpflichtung und Verantwortlichkeit entledigen ! – – – Da lag in der jetzt in röteres Licht sich kleidenden Abendsonne vor dem jungen Paare das , was das Volk eine Untiefe oder Grundlose nennt ; nämlich ein stehend Gewässer von geringem Umfange , aber einer nicht aus , gemessenen Tiefe . Der Busch , aus dem sie , die Lieben , den , hervortraten , zog sich dicht heran , doch der Hochwald umzirkelte das stille Wasser erst in einer Entfernung