, zärtliches Lächein über das ernste Gesicht der Pensionsschwester hinfliegen , und auch das Kinderherz mochte fühlen , daß dieser Sonnenstrahl ein seltener sei , denn die Kleine reckte sich plötzlich hinüber und schlang die Arme um Beates Hals . Dann nahm sie , glückselig das Körbchen aus den » großen Händen « , die sie neulich ganz empört von ihrem Puppenliebling abgewehrt hatte , und strebte , schleunigst von Heinemanns Arm zu kommen , um nach dem Hause zu laufen . Beate stellte » der Herrin vom Eulenhaus « ihren Besuch für die allernächste Zeit in Aussicht , » auch solch eine Ankunft auf eigenen Füßen , einen Marsch , der den Haushaltungsärger wieder einmal aus dem Blute jagt « . Gleich darauf wandte sich der Wagen und fuhr heimwärts . Baron Lothar hatte kein Wort mehr gesprochen , aber er hatte sich mit einer tiefen Verbeugung von Klaudine verabschiedet und dem alten Gärtner ein freundliches Wort zugerufen . » Sapperlot , alles was wahr ist ! Ich bin kein Freund von den Neuhausschen – ganz und gar nicht , im Gegenteil ! Sie haben mehr Glück als Verdienst , und die Altensteiner müssen vor ihnen die Segel streichen – leider Gottes ! « sagte Heinemann , während er die Hand beschattend über die Augen hielt und dem fortbrausenden Wagen mit langem Halse nachsah . » Aber das muß ihm der Neid lassen , ein bildschöner Soldat ist und bleibt er , auch in dem müllergrauen Rock , dem simplen . Bin ja auch Soldat gewesen , Fräulein , und weiß die Herren Offiziere zu taxieren . Ich glaube , wenn der vor seiner Schwadron reitet , da halten sich die Kerls noch einmal so stramm und stolz auf ihren Pferden . Wie ' s freilich inwendig aussieht , das weiß man ja – viel Übermut und ein krasser Dünkel auf die vornehme Heirat ; und wie es mit dem da steht – « er machte mit Daumen und Zeigefinger die Geste des Geldzählens und streifte mit einem ängstlich fragenden Seitenblick das Gesicht seiner jungen Herrin – » hm , da nimmt man wohl auch , wo es zu haben ist ? « Klaudine lächelte . » Sie können ruhig sein , Heinemann , der Fund bleibt in Ihren Händen , Sie können damit tun , was Ihnen beliebt . « » Was ? Wirklich ? Sie nehmen nichts , die da drüben ? « Er war nahe daran , einen Freudensprung zu machen . » Ein Stein ist mir vom Herzen , ein Zentnerstein ! Mir war zuletzt himmelangst , bis Sie kamen ! Na , das wäre überstanden , Gott sei Dank ! Nun sollen Sie aber einmal sehen , was der alte Heinemann kann , gnädiges Fräulein ! Dem Kerl da in der Stadt , dem reichen Bolz , dem die Bienenväter hierzulande nie Wachs genug schaffen können , dem will ich seine Sparpfennige aus dem Leibe pressen , daß er ach und wehe schreien soll ! Wir können ' s brauchen , gnädiges Fräulein , können ' s gerade jetzt gut brauchen , wo wir gewiß manchmal vornehmen Besuch kriegen . Und da darf es doch nicht zu armselig im Hause sein , sind wir schon unserer guten gnädigen Frau in der Erde schuldig ! Ich nehme morgen das gute Zinn gleich mit in die Stadt zum Zinngießer , es muß wieder einmal ein bißchen aufgefrischt werden . Einen neuen Sahnegießer zum Kaffeegeschirr brauchen wir auch , und wie wär ' s denn , wenn wir in die gute Stube neue Vorhänge kauften ? Fräulein Lindenmeyer hat nach der letzten Wäsche um all ihr Leben gestopft und geflickt , und wenn sie das auch pikfein macht , da und dort sieht man ' s doch . « » Aber , mein Gott , wozu denn das alles ? « fragte Klaudine erstaunt . » Fräulein Beate – « » Ach , wer spricht denn von der ? Die flickt und stichelt ja selbst alle alten Lappen und Läppchen zusammen und hängt sie wieder an die Fenster , die ist gar häuslich und sparsam und spottet nicht über einen zugestopften Riß ! « Ei zeigte mit dem Daumen über die Schulter nach Fräulein Lindenmeyers Eckstube . » Da drin sitzt sie , die Dorfklatsche , die Försterin aus Oberlauter , die alle neuen Nachrichten brühwarm aus der Residenz kriegt und sie nachher im Stricksack von Haus zu Haus trägt , bis es altbackene Semmeln sind . Wenn wir näher ans Haus kommen , da werden Sie ' s riechen , gnädiges Fräulein – eitel Zimt und Vanille ! Fräulein Lindenmeyer hat nämlich vor Freude über den raren Besuch Schokolade gekocht , eine steife Schokolade – der Löffel bleibt drin stecken ! Und morgen wird unser altes Mamsellchen wieder einmal auf der Nase liegen und ihre allerschönsten Magenschmerzen davon haben . Na meinetwegen ! Die Nachricht , die uns der brave Postillon im Weiberrock zugetrager , hat , ist am Ende so ein bißchen Schmerzen wert . Unser Herzog hat nämlich unseren lieben , schönen Altensteiner Geroldshof gekauft . « Klaudine stand noch neben dem Eibenbaum am Eingang des Gartens . Mit einer jähen Bewegung griff sie in die Zweige des Bäumchens , als taste sie nach einem Halt . Das Blut stürmte ihr nach dem Kopf und gleich darauf überzog eine tiefe Blässe ihr Gesicht . » Du lieber Gott , wie Sie das angreift ! « rief Heinemann erschrocken . » Ich alter Tapps , daß ich auch so mit der Tür ins Haus fallen muß ! Aber an der Sache ist ja doch nichts mehr zu ändern « , – er schüttelte trübe den Kopf – » kein Tüttelchen ! Und ist ' s denn nicht doch tausendmal besser , der Geroldshof kommt in solche Hände , als daß vielleicht ein reicher Fabrikant in den Stuben und Sälen spulen und spinnen läßt ? Und Ihre schöne Jugend , gnädiges Fräulein ! Fragen Sie doch