gewendet zu sehen wünschte , war mit dieser Aussage wenig zufrieden , nahm sich aber zusammen und sagte : » Vor Hradscheck . Warum vor Hradscheck ? Was ist mit ihm ? Behandelt er dich schlecht ? « » Nei . « » Nu wie denn ? « » Ick weet nich ... He is so anners . « » Nu gut . Anders . Aber das ist nicht genug , Ede . Du mußt uns mehr sagen . Worin ist er anders ? Was tut er ? Trinkt er ? Oder flucht er ? Oder ist er in Angst ? « » Nei . « » Nu wie denn ? Was denn ? « » Ick weet nich ... He is so anners . « Es war ersichtlich , daß aus dem eingeschüchterten Jungen nichts weiter herauszubringen sein würde , weshalb Vowinkel dem Freunde zublinkte , die Sache fallenzulassen . Dieser brach denn auch wirklich ab und sagte : » Nun , es ist gut , Ede . Geh . Und schicke die Male herein . « Diese kam und war in ihrem Kopf- und Brusttuch , das sie heute wie sonntäglich angelegt hatte , kaum wiederzuerkennen . Sie sah klar aus den Augen , war unbefangen und erklärte , nachdem Eccelius seine Frage gestellt hatte , daß sie nichts wisse . Sie habe Szulski gar nicht gesehn , » un ihrst um Klocker vier oder noch en beten danoah « wäre Hradscheck an ihre Kammertür gekommen und hätte gesagt , daß sie rasch aufstehn und Kaffee kochen solle . Das habe sie denn auch getan , und grad als sie den Kien gespalten , sei Jakob gekommen und hab ihr so im Vorübergehn gesagt , » daß er den Pohlschen geweckt habe ; der Pohlsche hab aber ' nen Dodenschlaf gehabt und habe gar nich geantwortet . Und da hab er an die Dür gebullert . « All das erzählte Male hintereinander fort , und als der Pastor zum Schlusse frug , ob sie nicht noch weiter was wisse , sagte sie : » Nein , weiter wisse sie nichts , oder man bloß noch das eine , daß die Kanne , wie sie das Kaffeegeschirr herausgeholt habe , beinah noch ganz voll gewesen sei . Und sei doch ein greuliches Wetter gewesen und kalt und naß . Und wenn sonst einer des Morgens abreise , so tränk er mehrstens oder eigentlich immer die Kanne leer , un von Zucker übriglassen wär gar keine Rede nich . Und manche nähmen ihn auch mit . Aber der Pohlsche hätte keine drei Schluck getrunken , und sei eigentlich alles noch so gewesen , wie sie ' s reingebracht habe . Weiter wisse sie nichts . « Danach ging sie , und der dritte , der nun kam , war Jakob . » Nun , Jakob , wie war es ? « fragte Eccelius ; » du weißt , um was es sich handelt . Was du Malen und mir schon vorher gesagt hast , brauchst du nicht zu wiederholen . Du hast ihn geweckt , und er hat nicht geantwortet . Dann ist er die Treppe heruntergekommen , und du hast gesehn , daß er sich an dem Geländer fest hielt , als ob ihm das Gehn in dem Pelz schwer würde . Nicht wahr , so war es ? « » Joa , Herr Pastor . « » Und weiter nichts ? « » Nei , wider nix . Un wihr man blot noch , dat he so ' n beten lütt utsoah , un ... « » Und was ? « » Un dat he so still wihr un seggte keen Wuhrd nich . Un as ick to em seggen deih : › Na adjes , Herr Szulski ‹ , doa wihr he wedder so bumsstill un nickte man blot so . « Nach dieser Aussage trat auch Jakob ab , und die Pfarrköchin brachte den Kaffee . Vowinkel nahm eine der Tassen und sagte , während er sich an das Fensterbrett lehnte : » Ja , Freund , die Sache steht doch schlimmer , als du wahrhaben möchtest , und fast auch schlimmer , als ich erwartete . « » Mag sein « , erwiderte der Pastor . » Nach meinem Gefühl indes , das ich selbstverständlich deiner besseren Erfahrung unterordne , bedeuten all diese Dinge gar nichts oder herzlich wenig . Der Junge , wie du gesehn hast , konnte vor Angst kaum sprechen , und aus der Köchin Aussage war doch eigentlich nur das eine festzustellen , daß es Menschen gibt , die viel , und andre , die wenig Kaffee trinken . « » Aber Jakob ! « Eccelius lachte . » Ja , Jakob . › He wihr en beten to lütt ‹ , das war das eine , › un he wihr en beten to still ‹ , das war das andre . Willst du daraus einen Strick für die Hradschecks drehn ? « » Ich will es nicht , aber ich fürchte , daß ich es muß . Jedenfalls haben sich die Verdachtsgründe durch das , was ich eben gehört habe , mehr gemehrt als gemindert , und ein Verfahren gegen den so mannigfach Belasteten kann nicht länger mehr hinausgeschoben werden . Er muß in Haft , wär es auch nur , um einer Verdunklung des Tatbestandes vorzubeugen . « » Und die Frau ? « » Kann bleiben . Überhaupt werd ich mich auf das Nötigste beschränken , und um auch jetzt noch alles Aufsehen zu vermeiden , hab ich vor , ihn auf meinem Wagen , als ob es sich um eine Spazierfahrt handelte , mit nach Küstrin zu nehmen . « » Und wenn er nun schuldig ist , wie du beinah glaubst oder wenigstens für möglich hältst ? Ist dir eine solche Nachbarschaft nicht einigermaßen ängstlich ? « Vowinkel lachte . » Man sieht , Eccelius , daß du kein Kriminalist bist . Schuld und Mut vertragen