da ; der düstere Frost , weder durch Sonne noch Wind gestört , hatte sein Reich im Garten aufgeschlagen . Ich bedeckte meinen Kopf und meine Arme mit dem Rock meines Kleides und ging hinaus , um in einem abgeschiedenen Teil des Parks zu spazieren – aber ich fand keine Freude an den stillen , bewegungslosen Bäumen , den herabfallenden Tannenzapfen , den erstarrten Reliquien des Herbstes , den braunen , welken Blättern , welche der Wind in Haufen zusammen gefegt und der Frost bewegungslos gemacht hatte . Ich lehnte mich gegen eine Pforte und blickte auf eine einsame Weide , auf welcher keine Schafe mehr grasten , wo das kurze Gras geschwärzt und welk und traurig aussah . Es war ein sehr grauer Tag ; ein matter Himmel , der voll Schneewolken hing , wölbte sich über die Landschaft ; dann und wann fielen einige Schneeflocken , die auf den hartgefrorenen Wegen und Büschen und Bäumen liegen blieben , ohne zu schmelzen . Da stand ich , ein unglückliches Kind und flüsterte immer wieder : » Was soll ich thun ? – Was soll ich thun ? « Plötzlich hörte ich eine helle Stimme rufen : » Miß Jane ! Wo sind Sie ? Kommen Sie zum Gabelfrühstück herein ! « Ich wußte sehr wohl , daß es Bessie sei , aber ich rührte mich nicht von der Stelle ; dann ertönte ihr leichter Schritt auf dem Gartenwege . » Sie unartiges , kleines Ding ! « sagte sie . » Weshalb kommen Sie nicht , wenn man Sie ruft ? « Bessies Gegenwart war erheiternd im Vergleich zu den düsteren Gedanken , die meine Gesellschaft gewesen , selbst dann , wenn sie , wie gewöhnlich , etwas zornig war . Die Sache war nämlich die , daß ich mir nach meinem Konflikte mit Mrs. Reed und meinem Sieg über dieselbe nur noch sehr wenig aus dem vorübergehenden Zorn des Kindermädchens machte . Ich war vielmehr geneigt , mich in ihrer jugendlichen , beneidenswerten Leichtherzigkeit zu sonnen . So schlang ich denn meine beiden Arme um ihren Hals und sagte schmeichelnd : » Komm Bessie , schilt mich nicht ! « Diese Bewegung war natürlicher und furchtloser als irgend eine , die ich mir bis jetzt erlaubt hatte ; sie mußte auch dem Mädchen gefallen . » Sie sind ein sonderbares Kind , Miß Jane , « sagte sie , indem sie zu mir herabblickte , » ein kleines ruheloses , einsames Ding ; also vermutlich wird man Sie jetzt in die Schule schicken ? « Ich nickte . » Und wird es Ihnen nicht schwer , Ihre arme Bessie zu verlassen ? « » Was kümmert Bessie sich um mich ? Sie schilt mich ja immer nur . « » Weil Sie ein so furchtsames , scheues , sonderbares , kleines Ding sind . Sie sollten dreister sein . « » Was ? Um noch mehr Schläge zu bekommen ? « » Unsinn ! Aber es ist wahr , es wird hart mit Ihnen umgegangen . Als meine Mutter mich vorige Woche besuchte , sagte sie , daß sie keins von ihren kleinen Kindern an Ihrer Stelle wissen möchte . – Aber kommen Sie jetzt nur herein , ich habe Ihnen etwas angenehmes zu erzählen ! « » Ach nein , Bessie , das hast du nicht . « » Kind ! Was fällt Ihnen denn ein ? Mit welch traurigen Augen Sie mich ansehen ! Nun , die gnädige Frau und die jungen Damen und Master John fahren heute Nachmittag zum Thee aus , und Sie sollen mit mir Thee trinken . Ich werde die Köchin bitten , daß sie Ihnen einen kleinen Kuchen backt , und später sollen Sie mir helfen , Ihre Schränke und Schiebladen durchzusehen ; denn ich werde bald Ihren Koffer packen müssen . Die gnädige Frau hat beschlossen , daß Sie in ein bis zwei Tagen Gateshead verlassen sollen ; Sie dürfen alle Spielsachen aussuchen , die Sie mitnehmen möchten . « » Bessie , du mußt mir versprechen , mich nicht mehr zu schelten , so lange ich noch hier bin . « » Nun , das will ich Ihnen versprechen ! Aber nun müssen Sie auch ein gutes Kind sein und sich nicht mehr vor mir fürchten . Schrecken Sie nicht immer gleich auf , wenn ich einmal ein bißchen scharf spreche , das ist so ärgerlich ! « » Nein , ich glaube nicht , daß ich mich jemals wieder vor dir fürchten werde , Bessie ; ich habe mich jetzt an dich gewöhnt , und gar bald werden andere Leute da sein , vor denen ich mich zu fürchten habe . « » Wenn Sie sich vor ihnen fürchten , so werden die Leute Sie niemals lieb haben . « » Wie du es thust , Bessie ? « » O , ich habe Sie lieb , Fräulein , ich glaube , ich halte mehr von Ihnen , als von all den anderen ! « » Aber du zeigst es mir nicht . « » Sie kluges , kleines Ding ! Sie sprechen mit einem Male ganz anders . Was macht Sie denn so mutig , so waghalsig ? « » Nun , ich werde ja bald weit von hier sein , und außerdem « – ich war im Begriff etwas von dem zu sagen , was zwischen Mrs. Reed und mir vorgefallen war , aber bald fühlte ich , daß es doch besser sei , über diesen Punkt Schweigen zu bewahren . » Sie sind also froh , mich zu verlassen ? « » O gewiß nicht , Bessie ; in der That , in diesem Augenblick thut es mir beinahe leid . « » In diesem Augenblick ! und » beinahe ! « Wie ruhig die kleine Dame das sagt ! Ich glaube wahrhaftig , wenn ich Sie in diesem Augenblick um einen Kuß bäte , so würden Sie ihn mir nicht geben . Sie würden