ihn mit blitzenden Augen feindselig an . » Was wissen Sie von mir ? « Egloff verneigte sich leicht . » Entschuldigen Sie , gewiß zu wenig , um einen Rat erteilen zu dürfen . « » Ich , « fuhr Fastrade hastig fort , » ich diene sehr gern der - der - wie sagten Sie doch , der Abendstimmung all derer , die ich liebe und - und - ich werde mir schon meinen Tag zu machen wissen . « Sie war sehr erregt , denn sie fühlte , daß es unwahr war , was sie sagte . Egloff lächelte . » Sie haben sich wieder über mich geärgert , « sagte er , » überhaupt sind Sie heute , wie es mir scheint , gegen mich . « » Heute ? « wiederholte Fastrade erstaunt , » war ich denn schon für Sie ? « Egloff lachte : » Sehr wahr . Für mich zu sein , ist hier in der Gegend ja wohl überhaupt nicht Sitte . « Die Damen am Kartentische brachen auf . Draußen vor der Treppe klingelten die Schlittenschellen . Man fuhr fort . Als es im Hause wieder still und leer war , stand Egloff eine Weile sinnend im Musikzimmer , dann rief er Klaus und befahl : » Mein Schlitten soll angespannt werden , ich fahre noch in die Stadt zum Klub . « Die Baronin und Fräulein von Dussa saßen wieder friedlich im Wohnzimmer bei der Lampe , die Baronin strickte ihre pfauenblaue Strickerei , Fräulein von Dussa hatte ihren Kneifer aufgesetzt und ein Buch aufgeschlagen , sie lehnte aber ihren Kopf auf die Lehne des Sessels zurück . Als die Schellen von Egloffs Schlitten von draußen hereinklangen , sagte die Baronin : » Er fährt wieder aus . « - » Ja « , sagte Fräulein von Dussa . » Er ist jetzt wieder sehr unruhig « , meinte die Baronin . - » Sehr unruhig , « bestätigte Fräulein von Dussa , dann fügte sie klagend hinzu , » wenn er die rechte Frau fände . « » Ja , wissen Sie denn eine ? « fragte die Baronin gereizt . Fräulein von Dussa schüttelte den Kopf . » Diese beiden Mädchen da , mit ihren Erlebnissen und Erfahrungen , sind gewiß nicht die rechten . « Die Baronin sah von ihrer Strickerei auf und sagte scharf : » Gertrud ist eine Närrin geworden und Fastrade mag ein gutes Mädchen sein , nur schade - . « » Ja , sehr schade « , wiederholte Fräulein von Dussa und beugte sich auf ihr Buch nieder . Siebentes Kapitel Es war am Morgen beim Frühstück , daß die Baronesse Arabella die greisen Augenbrauen besorgt in die Höhe zog und zu Fastrade sagte : » Ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können , der Gedanke , daß du heute nachmittag in den Wald fahren wirst dieser Grenze wegen , ließ mir keine Ruhe . So geht das nicht . Früher hätte dein Vater das nie gestattet . Ich mit meiner Erkältung kann dich nicht begleiten , Ruhke zählt nicht , und da sollst du nun mit diesem verrufenen jungen Manne zusammentreffen . « » Verrufen ? « fragte Fastrade . » Ist er denn wirklich verrufen ? « Und sie lächelte dabei ein wenig verachtungsvoll . » Nun ja , « fuhr die Baronesse erregt fort , » einen guten Ruf hat er nicht , man hört doch allerhand . Jedenfalls ein guter Mensch ist er nicht . « » So war es hier immer , « versetzte Fastrade , » den Menschen wurden die Etiketten ganz schnell aufgeklebt , und dann hieß es : dieser ist ein schlechter Mensch , und er wird ein für allemal in den Giftschrank gestellt . « Fastrade wunderte sich selbst über die Schärfe ihrer Worte , und die eingefallenen Wangen der Baronesse röteten sich leicht . » Ich , liebes Kind , « sagte sie , » habe ihm seinen bösen Ruf nicht gemacht , jedenfalls schickt es sich nicht , daß du allein dort bist , ich schreibe an Gertrud Port und bitte sie , sich auch dort einzufinden , dann seid ihr wenigstens zu zweit . « » Ach ja , « meinte Fastrade , » ich hatte vergessen , daß ich wieder das wohlbehütete Mädchen bin , das verteidigt werden muß und bewacht und beschützt , auf das überall Gefahren lauern . « » Wie das in der großen Welt ist , « erwiderte die Baronesse streng , » weiß ich nicht , hier haben wir unsere Gesetze und da schickt sich so was nicht . Ich schreibe an Gertrud Port . « Am Nachmittag kutschte Mahling Fastrade in den Wald , Ruhke fuhr hinterher , den Schlitten voller Karten . Es war ein frostiger heller Wintertag , Mahling vermochte den großen Braunen kaum zu halten , das Hinsausen auf dem glatten Wege machte dem Tiere zu großes Vergnügen . Fastrade , fest in ihre Winterjacke eingeknöpft , die Otterfellmütze in die Stirn gedrückt , empfand das leichte Brennen der Frostluft auf den Wangen , das Blitzen der Nachmittagssonne auf dem Schnee , die schnelle Bewegung der Fahrt wie etwas , das ihr Blut köstlich aufpeitschte . Sie hatte sich kindisch auf diese Ausfahrt gefreut , die Tage zu Hause waren ja so ereignislos , daß man kaum merkte , daß man lebte . Hier mitten in diesem Blitzen und Wehen war es einfach unmöglich , daran zu glauben , daß es so etwas gab wie die Couchon an ihrem Kartentisch . Jetzt bogen sie in einen Waldweg ein , es ging unter schwer verschneiten Tannen hin , lange weiße Korridore entlang , es roch stark nach Schnee und Harz , und überall funkelte und knisterte es , als ginge die Fahrt durch eine Welt von weißem Brokat . Auf der Anhöhe standen die alten Föhren steif und grell gegen einen rein blauen Himmel . Als sie die Anhöhe