gewaltig , daß er sich dahinter verstecken konnte , da waren Bauernschuhe , die so klotzigwaren , daß er damit hätte über die Elbe schippern können , - aber Kniestiefel , die ihm zu paß waren , konnte er nicht dazwischen finden . » Schoster , sünd mien Stebeln klor ? « Er gröhlte es , so laut er konnte , aber die Schuster ließen sich in ihrer Klopferei nicht stören , denn sie wußten noch nicht , was sie diesmal an den Tag geben sollten : sollten sie wieder über seine Seefahrt loslegen oder von seinem Kahn anfangen oder ihm ein paar linke Mannsstiefel anpassen ? Störtebeker war ärgerlich geworden , er sah den Kram noch eine Weile an , dann drehte er sich batz um und lief hinaus . » Nanu « , sagte der Meister und ließ das Hämmern , » nanu « , sagte der Geselle und stellte auch den Betrieb ein , - aber ehe sie sich ' s versahen , sauste ein großer Mauerstein durch das Fenster , daß die Splitter umherflogen , zerschlug eine der Glaskugeln , daß das Wasser über den Tisch spritzte , und bumste schwer gegen die Wand . » Nu hol mi noch mol förn Buern ! « rief Störtebeker draußen , nahm seine Pantoffeln in die Hand und sauste auf Strumpfsocken davon , wie ein gejagter Hase , hast du nicht , so kannst du nicht , - bang bün ik ne , ober loopen kann ik fix ! Der Schuster wollte ihm nach , aber ehe er soweit war , war der Junge schon längst über Heide und Zaun . Da lasen die beiden die Splitter auf , nagelten ein Stück Leder vor das Fenster und gelobten große Rache . Störtebeker war weit genug gelaufen und zog seine Pantoffeln wieder an . Seine Strümpfe waren klitschennaß geworden , denn er hatte auf seiner Flucht zwar über alle Patten springen wollen , aber es war ihm nicht immer gelungen , und dann saßen sie auch voller Schlick . Er konnte sich zu Hause nicht damit sehen lassen , wenn er nicht eine Tracht Knüppelholz riskieren wollte , das war ihm klar . Und da kam er bei und kletterte die Stegel hinunter , setzte sich hinter eine dicke , hohle Wichel , daß er vom Deich nicht wahrgenommen werden konnte , und wusch die Strümpfe im Graben , bis sie wieder rein waren , wrang sie aus und hängte sie zum Trocknen auf , sah den Sperlingen zu , bis die Strümpfe einigermaßen trocken waren , und zog sie dann getrost an . » Klor is de Käs ! « sagte er zu den beiden kleinen Jungen , die ihm bewundernd zuguckten , und lief nach Hause . Jan Husteen , der Elbfischer , den sie seines Lieblingsessens wegen allgemein Jan Sturenzupp nannten , rief ihm nach : » Störtebeker , du kummst ne mihr mit , dien Vadder is all weg ! « » Wat schull he woll ? « rief der Junge erregt und lief schneller , aber er kam doch zu spät , denn das Haus war leer , da war kein Vater mehr und kein Kap Horn , kein Hein Mück und kein Seemann : sie waren schon alle an Bord , und als er verstört hinausrannte und Utkiek hielt , da sah er den Ewer schon bei Nienstedten unter Segeln treiben . Er hätte brüllen mögen , so überkam es ihn : » Is Vadder all weg ? Worüm hett he mi denn ne Adjüst seggt , Mudder ? He wull mi doch Adjüst seggen ! « » Neem kummst du her , Junge ? Neem büst du wesen ? « fragte sie dagegen , » wi hebbt di soveel ropen un allerwärts söcht ! Vadder wull di so giern Adjüst seggen un hett noch een ganze Tied no di teuft ! « » Och wat ! « gnitzte Störtebeker , der traurig und zornig war , » harr he denn ne noch en betjen stoppen kunnt ? Ik bün jo man bloß eben langsen Diek wesen ! Vadder mütt mi doch Adjüst seggen , un ik mütt em ok doch Adjüst seggen ! Dat geiht jo gor ne anners , Mudder ! Minschenkinners ne , wat is dat ok doch all für Krom ! « Und er stand auf dem Deich und blickte mit dunkeln Augen und finsterm Gesicht nach dem Ewer , der mit glockenhellem Klippklanpp das Boot auf Deck tallte . Es wollte ihm nicht in den Kopf hinein , daß sein Vater fahren konnte , ohne ihm Adjüst gesagt zu haben , und er dachte : wärst du doch bloß nicht nach dem Schuster gelaufen , dann hättest du deinen Vater noch gesehen ! Wirklich hatten sie mit allemann nach dem Jungen gerufen , als es Hochwasser werden wollte und die Zeit gekommen war , daß sie an Bord mußten . » Störtebeker ! Störtebeker ! Klaus ! Klaus Mees ! « schallte es über den Neß . Auch Kap Horn und Hein Mück riefen mit , und sogar der kluge Seemann gab ein kurzes Bellen drein , aber der Junge war nicht hier und nicht wir zu werden , auf keinem Bug lag er an und kam nicht und kam nicht . Da mußten sie endlich los , ohne ihn gesehen zu haben , wenn sie nicht die Tide verpassen wollten . Klaus und Gesa schieden aber mit Widerhaken im Herzen , die ihnen weh taten , denn er hatte sie im Verdacht , daß sie den Jungen weit weggeschickt habe , damit er nicht im letzten Augenblick noch mitgenommen werden könne , sie dagegen konnte den Gedanken nicht los werden , daß er den Jungen an Bord versteckt halte , um ihn doch mit nach See zu nehmen und dann nachher zu sagen , es habe nicht anders gemacht werden können . Das verbitterte ihnen den Abschied . Als Gesa nun den Jungen wiederhatte und sah ,