dritter Pappenheimer ; so sind mir die Würfel gefallen . Speziell im Tell bin ich natürlich mit auf dem Rütli und habe da den Mondregenbogen und dann später das Alpenglühen dicht hinter mir . Trotzdem - ich habe bis jetzt immer nur den Meier von Sarnen und ein einziges Mal auch den Auf der Mauer gespielt , und ich darf hinzusetzen , mein Ehrgeiz versteigt sich überhaupt nicht höher als bis zu Rösselmann . Ein schwacher Aufstieg . Aber um Ihnen nichts zu verschweigen , man verletzt auch schon durch ein so bescheidenes Avancement andrer Interessen . Und so viel liegt mir wieder nicht dran . « » Bravo , bravo . Ganz mein Fall . Nur nicht andre beiseite schieben , nur nicht über Leichen . « » Und dann , Herr General , wie man mit Recht sagt , daß auch die kleinen Existenzen ihre großen Momente haben , so ganz besonders auch beim Theater . Da ist beinahe keiner unter den mir gleichgestellten Kollegen , der sich nicht sagte : Ja , dieser Matkowsky ! dieser Matkowsky spielt den Mortimer und den Prinzen in Calderons » Leben ein Traum « , und er spielt beide gut , sehr gut ; aber den Frießhardt ( das ist , Verzeihung , der Kriegsknecht , der vor Geßlers Hut Wache steht ) oder den Deveroux , der den Wallenstein mit der Partisane niederstößt , oder die Hexe im » Faust « oder - verzeihen Sie , meine Damen , daß ich meine Beispiele anscheinend mit Vorliebe grade aus dieser Sphäre nehme - die dritte » Macbeth « -Hexe , die spiele ich , da bin ich ihm über , diesem Matkowsky ... Und solche glücklichen Momente habe ich auch . « » Mir sehr interessant , mein lieber Herr von Klessentin . Und nun müssen Sie auch noch einen Schritt weiter gehn und außer dem Meier von Sarnen , von dem ich , offen gestanden , eine nur dunkle Vorstellung habe , mir also außer diesem Meier von Sarnen noch ein paar andre Ihrer Paradepferde nennen , klein oder groß , denn man kann bekanntlich auch auf einem Pony paradieren . « » Es schmeichelt mir , soviel freundlichem Interesse bei Ihnen zu begegnen , und ich wünsche nur , daß meine gern abzulegenden Geständnisse mich um dies freundliche Interesse nicht bringen mögen . Meine Begabung , wenn überhaupt von einer solchen die Rede sein kann , liegt nämlich sonderbarerweise nach der Seite des Grotesken hin ; auch meine heutige Rolle streifte wenigstens dieses Gebiet , und so darf ich denn wohl sagen , daß ich meine kleinen Triumphe bisher im Sommernachtstraum und besonders in Shakespeares Heinrich dem Vierten , zweiter Teil , errungen habe . Der Zufall , ein glücklicher oder unglücklicher , hat es so gefügt , daß ich die ganze Reihe der Falstaffschen Rekruten , also des sogenannten Kanonenfutters , durchgespielt habe , mit Ausnahme des Schwächlich . Einmal wurd ich sogar durch Händeklatschen von seiten Seiner Majestät ausgezeichnet , was mich begreiflicherweise sehr beglückte . Beim Publikum aber hab ich bisher in der Rolle des Bullkalb am meisten angesprochen . « Therese begleitete dies Wort mit einer stolzen Kopfbewegung , die Herrn von Klessentin nicht entging , weshalb er sofort hinzusetzte : » Wenn man erst mal , und ich muß deshalb wiederholentlich die Verzeihung der Damen anrufen , beim Beichten ist , so kommen leicht Dinge zum Vorschein , die mehr oder weniger anstößig wirken . Und besonders wenn Shakespeare in Frage steht . In eben diesem Heinrich dem Vierten begegnen wir Personen und Namen , einer Witwe Hurtig beispielsweise ... Nun , diese Witwe selbst möchte vielleicht noch gehn , aber neben ihr waltet auch ein blondes Dorchen seines Amtes , ein junges Mädchen mit einem Zunamen ... « » Oh , ich weiß , ich weiß « , lachte Manon . » Du weißt es nicht « , sagte Therese mit dem ganzen Ernst einer älteren Schwester , die den Schul- und Erziehungsgang der jüngeren überwacht und daraufhin eine Verantwortlichkeit übernommen hat . » Doch , doch , und Leo kann es bezeugen . Und er muß es sogar , damit der Ärmste mal wieder zu Worte kommt . Er ist ja ganz in bewunderndem Zuhören aufgegangen , und ich wette , er hat die ganze Zeit über überlegt , welche Rollen ihm am besten passen würden . « Sophie legte den Finger auf den Mund . Aber Manon sah es nicht oder wollte es nicht sehen und fuhr fort : » Und wir erleben es auch noch , daß wir nach dem Vorbilde von Manfred ... Herr Manfred auf dem Theaterzettel lesen : Leo ... Herr Leo . Der von ihm zu Spielende muß aber natürlich ein Papst sein , unter dem tu ich es nicht . Ja , Leo , das ist mein Ernst . Und ich würde mich vielleicht auch freuen , dich auf der Bühne zu sehn . Warum auch nicht ? Ich meine , man muß nur berühmt sein ; auf welchem Gebiet , ist eigentlich ganz gleich . « » Das ist dann « , unterbrach Therese , » der Grundsatz jenes auch berühmt Gewordenen , der den Tempel zu Korinth anzündete ... « » Ephesus ... « , verbesserte Leo , » Korinth , da waren die Kraniche ... « » Das ist gleich , Tempel ist Tempel . Im übrigen , verzeih , Onkel , wenn ich , dir vorgreifend , an unsern Aufbruch mahne . Auch Herr von Klessentin wird mir verzeihen . Aber unsre gute Mama ... « » Versteht sich , versteht sich . Und noch dazu heute an ihrem Geburtstage ... Leo « ( und Onkel Eberhard nahm bei diesen Worten einen Schein aus seiner Brieftasche ) , » bitte , bemächtige dich des Kellners und bring alles ins klare . Herr von Klessentin , Sie begleiten uns vielleicht eine Strecke ... « » Mir eine große Ehre , Herr General