Weingläser auf seinen Arbeitstisch . » Laß uns anstoßen . Ja , worauf ? Nun , auf ein frohes Weihnachten . « » Ach , das ist noch so lange . « » Ja dir . Aber ich rechne anders ... Und daß das Christkind dir alles erfüllt , was du auf dem Herzen hast . « Ihre Gläser klangen zusammen , und im selben Augenblicke trat auch Elisabeth ein und sagte : » Da muß ich doch mit anstoßen , wenn ich auch nicht weiß , wem es gilt . « Und nun erst begrüßten sich die jungen Mädchen , und Asta gab an Elisabeth die Notenmappe zurück und sprach ihr dabei den Dank ihrer Mutter für das schöne Lied aus , das sie gestern abend gesungen . Dies wurde nur so hingesprochen , denn während Asta die Bestellung ausrichtete , beschäftigte sich ihr Auge schon mit den zahlreichen numerierten Dingen , kleinen und großen , die den archäologischen Kasten füllten . Das eine , was sie sah , schien Golddraht zu sein , Golddraht in einer großen Spirale . » Warum ist es von Gold ? « fragte Asta . » Es sieht ja aus wie eine Sofa-Sprungfeder . « Der Alte vergnügte sich darüber und sagte ihr dann , es sei was Besseres , ein Schmuckstück , eine Art Armband , das vor zweitausend Jahren eine damalige Comtesse Asta getragen habe . Asta freute sich und nickte , und Elisabeth , die von diesen Dingen mehr kannte , als ihr lieb war , denn sie war wie der Kustos der Sammlung , setzte ihrerseits hinzu : » Und wenn nach wieder zweitausend Jahren deine kleine Hufeisen-Broche gefunden wird , dann , das kann ich dir versichern , wird es auch Vermutungen und Feststellungen geben ... Aber nun komm , Asta , wir wollen den Großpapa und seine Studierstube nicht länger stören . « Und damit nahm sie Astas Arm und ging mit ihr über den Flur auf eine Pforte zu , die direkt nach dem Kirchhof hinausführte . Nur wenige Schritte noch , dann kamen sie bis an einen breiten Querweg , der zwischen Gräbern hin auf die alte Feldsteinkirche zulief , einen frühgotischen Bau ohne Turm , der für eine Scheune hätte gelten können , wenn nicht die hohen Spitzbogenfenster gewesen wären mit ihrem dichten kleinblättrigen Efeu , der sich bis unter das Dach hinaufrankte . Die Glocke hing unter ein paar Schutzbrettern an der einen Giebelseite der Kirche , während an der andern ein niedriges Backsteinhaus angebaut war , mit kleinen Fenstern und jedes Fenster mit zwei Eisenstäben . Einige der Grabsteine , die hier in Nähe der Kirche besonders zahlreich waren , reichten mit ihrem Kopfende bis dicht an die Gruft heran , denn eine solche war der Anbau , und auf einen dieser Grabsteine stieg nun Asta und sah neugierig durch die kleinen eisenvergitterten Fenster . Dabei lehnte sie sich mit der Hand gegen einen losen Mauerstein , der sich dadurch nach hinten schob und einen anderen Halbstein , der auch schon lose war , zum Umkippen brachte , so daß er mit Gepolter in die Gruft hinabstürzte . Asta fuhr zurück und sprang von dem Grabstein herab , auf dem sie gestanden . Elisabeth war mit erschrocken , und erst als sie beide den unheimlichen Platz und gleich darnach auch den Kirchhof selbst verlassen hatten , erholten sie sich und fanden ihre Sprache wieder . Draußen , an der Kirchhofsmauer hin , lagen große Massen geschnittener Bretter und Balken , was nicht wundernehmen konnte , denn parallel mit der Kirchhofsmauer , und nur durch einen breiten Fahrweg von ihr getrennt , zog sich ein langer , mit kurzem Gras überwachsener Holz- und Zimmerplatz hin , auf dem beständig norwegische Hölzer geschnitten wurden . Auch in diesem Augenblicke wieder lag ein roh mit der Axt behauener Baumstamm auf zwei hohen Holzböcken , und ein paar Zimmerleute , von denen der eine oben , der andre unten stand , sägten mit einer großen , in ihrer Arbeit immer blanker werdenden Holzsäge den Stamm entlang . Beide Mädchen sahen emsig hinüber , und die Nähe der Menschen , dazu der lebendige Ton der Arbeit , tat ihnen wohl nach dem Grauen , von dem sie sich angesichts der zerbröckelnden Gruft soeben noch berührt gefühlt hatten . Es war ein sehr anheimelnder Platz ; die Brennesseln , die sonst hier wucherten , waren niedergetreten , und so saßen die beiden Freundinnen bequem und behaglich auf den hochaufgeschichteten Brettern und hatten die Balken als Fußbank und die Kirchhofsmauer als Rücklehne . » Weißt du « , sagte Asta , » die Mama hat doch recht , daß sie von der Gruft nichts wissen will und eine Scheu hat , sie zu betreten . Es ist ja , als wäre jeder Stein lose und als warte alles nur darauf , daß es zusammenstürze . Und zweimal im Jahre geht sie doch hin und legt ihren Kranz auf den Sarg , an seinem Geburtstag und an seinem Sterbetage . « » Kannst du dich denn deines Bruders Estrid noch erinnern ? « » Oh , gewiß kann ich . Ich war schon sieben Jahr . « » Und ist es wahr , daß er nicht bloß Estrid hieß , sondern auch noch Adam ? « » Ja . Die Mama wollte freilich , daß er als zweiten Namen den Namen Helmuth führen sollte wie der Vater , Estrid Helmuth - Tante Dobschütz hat es mir oft erzählt ; der Papa aber bestand auf Adam , weil er gehört hatte , daß Kinder , die so heißen , nicht sterben , und da habe denn die Mama gesagt ( ich weiß das alles von Tante Julie ) , das sei Heidentum und Aberglauben und es werde sich strafen , denn der liebe Gott lasse sich nichts vorschreiben , und es sei lästerlich und verwerflich , ihm die Hände binden zu wollen . « » Ich kann mir denken , daß